Abstiegskampf mit Krankenstation

Nach der kurzen Weihnachtspause fährt die Zweitliga-Mannschaft des SV Felbach am Sonntag mit unverändert großen Personalsorgen zum Gastspiel bei der TG Rüsselsheim II.


05.01.2017

Foto: Patricia Sigerist

Noch ist nicht wirklich abzusehen, wie der SV Fellbach am Sonntag, 16 Uhr, bei der TG Rüsselsheim II auflaufen wird. Wer denn mithin in welcher Verfassung auflaufen kann aus dem Zweitliga-Kader, der nach den Meistertiteln 2015 und 2016 in dieser Volleyball-Saison gewissermaßen eine eigene Krankenstation beherbergt. Nach dem Jahreswechsel und davor acht Niederlagen wird der Trainer Markus Weiß mit seinem Team in der Großsporthalle in Rüsselsheim einen Neustart versuchen. Der A-Lizenz-Inhaber wird jedoch um die üblichen Personalprobleme kaum herumkommen. Auch ungewöhnliche Lösungen können da nicht ausbleiben. So hat sich Valters Lagzdins schon vor Weihnachten in neuer alter Rolle präsentiert und ist dabei auf den Spuren eines Marc Blaich gewandelt, der seine vielseitige Verwendbarkeit einst für den SV Fellbach in vier Zweit- und sechs Erstliga-Jahren demonstrierte.

Marc Blaich, „ein wunderbarer Spieler“, wie der Serienmeistertrainer Stelian Moculescu (ASV Dachau, VfB Friedrichshafen) fand, schlug sich als Diagonal- und als Außenangreifer mit der Konkurrenz herum. Nebenbei konnte der Vielflieger am Netz, heute 44, bei Bedarf auch mal auf Zweitliga-Niveau Bälle verteilen. Ziemlich bemerkenswert war das für einen, der sich mit dem Passspiel nur in ausgesuchten Momenten beschäftigte. Als Zuspieler ist Valters Lagzdins dem Vernehmen nach noch nicht vorgesehen. Aber zum Abschluss 2016, bei der 1:3-Niederlage gegen den SV Schwaig, hat der Diagonalangreifer nach seiner Einwechslung im zweiten Satz tatsächlich die Außenposition bekleidet. Bis zum Spielende. Mit allem, was dazugehört. Mit der Ballannahme nach gegnerischem Service vor allem. Eine Aufgabe, mit der Valters Lagzdins als Diagonalangreifer im Ligageschehen lange genau genommen: seit 2010 nicht mehr konfrontiert war.„Ich war überrascht, als ich in diesem Moment die Tafel mit meiner Nummer sah“, sagt der 27-Jährige:

„Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Der frühere Erstliga-Kapitän des TV Bühl hat die für ihn spezielle Angelegenheit aber nicht so schlecht erledigt. Valters Lagzdins („Es lief in der Annahme ganz gut“) ist am Schluss gar zum wertvollsten Akteur im Trikot des SVF gekürt worden. Seine Vorbildung hat ihm da geholfen auch im Außenressort: Eben in Bühl hatte er den Part vor sechs, sieben Jahren schon in der ersten und in der zweiten Bundesliga übernommen.

Zum Sieg verhelfen konnte Valters Lagzdins dem SV Fellbach aber auch nicht, obschon mit Yannick Harms an seiner Seite und mit Philipp Arne Bergmann im Hauptschmetterfach. Das sind drei mit Erstliga- Erfahrung. Aber beim SVF ist zu viel passiert in dieser Saison, zu viel durcheinander angesichts der Verletzungsmisere für einen einfachen Weg aus der Ergebnismisere. Zumal gegen starke Widersacher wie den SV Schwaig. Oder die TG Rüsselsheim II. Es wird am Sonntag wohl nicht unbedingt einfacher für den Tabellen- neunten, der bis vor neun Monaten bevorzugt Erster war.

„Die Lage ist weiterhin unverändert. Es hat sich nicht wirklich etwas verbessert, dafür war die Pause zu kurz“, sagt der Trainer Markus Weiß. Für den Kapitän Marvin Klass kommt in Folge seiner Schulterverletzung der Wiederbeginn ebenso zu früh wie für den Zuspieler Patrick Köder. Tin Tomic muss nach seiner Meniskusoperation noch länger pausieren, auch Tibor Filo zwingt eine Knieblessur zur Auszeit. Sebastian Mättig (Daumen) und Jonas Hanenberg (Mittelfinger) wollen trotz Kapselverletzungen in Hessen hinlangen. Timo Koch, noch einer mit überbeanspruchter Schulter, ist nach rund zwei Monaten wieder ins Training eingestiegen. „Er tastet sich langsam heran“, sagt Markus Weiß.

Die Beach-Profis Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann werden bis auf weiteres zur Verfügung stehen, aufgrund ihrer Bemühungen im Sand nach wie vor jedoch unterm Hallendach nicht voll mittrainieren können. „Wir wollen einfach das Beste aus der Situation machen und so schnell wie möglich Punkte gegen den Abstieg sammeln“, sagt Markus Weiß. Trotz der schon länger und noch länger viel zu üppig besetzten Krankenstation im Team.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung 


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