Alles ist vielleicht wieder nicht genug

Die beste Mannschaft der vergangenen beiden Jahre in der zweiten Bundesliga Süd kommt jetzt arg mitgenommen daher: Die Personalsituation schränkt den SV Fellbach auch am Samstagabend beim Tabellenzweiten SV Schwaig ein.


25.11.2016

Foto: Heiko Potthoff

Gute Zeiten, schlechte Zeiten mit den blau-gelben Bällen: Der SV Fellbach, vor ein paar Monaten noch Wiederholungsmeister mit überhaupt nur vier Niederlagen in der gesamten Zweitliga-Saison, ist nun Siebter und hat dabei zuletzt schon viermal nacheinander verloren. Das beste Team der vergangenen beiden Jahre kommt jetzt arg mitgenommen daher. Verletzungsprobleme haben auf hartnäckige Weise den Kader und die gesamte Saison zerzaust. Weitere Titel- oder gar Aufstiegsambitionen haben sich daher in diesen Wochen erübrigt. Die Volleyballer des SV Fellbach müssen erst einmal wieder zu Gesundheit, Belastbarkeit und Konstanz zurückfinden. „Wir müssen uns Siege wieder erarbeiten“, sagt der Trainer Markus Weiß. Ein schwieriges Unterfangen angesichts des Resthäufleins, das da noch Wohlbefinden signalisiert, und des Restprogramms vor Weihnachten. Die Schlagmänner des SV Fellbach haben in diesem Jahr noch vier Aufgaben gegen besser platzierte Mannschaften vor sich. Am Samstagabend (19.30 Uhr, Hans-Simon-Halle) treten sie beim Tabellenzweiten SV Schwaig an. Eine Woche später, am 3. Dezember, ist die TGM Mainz-Gosenheim zu Gast. Am 10. Dezember reisen die Fellbacher Volleyballer zur FT Freiburg. Und zum Abschluss 2016, am 17. Dezember, folgt in der Gäuäckerhalle I auch noch das Rückspiel gegen den SV Schwaig.

Der SV Fellbach ist diesen Gegnern und überhaupt der Konkurrenz in der zweiten Liga von den Volleys Eltmann mal abgesehen auch jetzt nicht unbedingt unterlegen. Der Meister kann trotz Personalnotstands noch mitreißend auftreten. Dann ist der Hauptangreifer Valters Lagzdins nicht aufzuhalten, dann emotionalisiert der Treibauf Valentino Nadale die Nebenleute, dann gelingt dem Juniorflieger Tin Tomic so gut wie alles. So gesehen zuletzt gegen die Gäste aus Hammelburg. Doch die Fellbacher verabschieden sich nun auch mal von jenem Niveau, das in der zweiten Liga Siege verspricht. Dann misslingen Aufschlag und Angriff, dann wechselt das Momentum wieder zum Gegner, dann schleichen sich Phasen ein, in denen der angeknackste Verbund tatsächlich unterlegen ist. Und diese Phasen entscheiden über den Ausgang der Begegnung, weil sie nicht mehr auszugleichen sind. So gesehen zuletzt gegen die Gäste aus Hammelburg.

Besser ist die Ausgangslage vor der nächsten Verabredung mit einem fränkischen Gegner gewiss nicht.

„Wir werden sicher versuchen, alles in die Waagschale zu werfen“, sagt der Trainer Markus Weiß. Aber alles ist derzeit vielleicht wieder nicht genug. Zu umfangreich ist beim Meister die Ausfall- und Mängelliste. Der Kapitän Marvin Klass, eh schon von Schulterproblemen gepeinigt, ist dazu auch noch krank in diese Woche gestartet. Der Hauptangreifer Valters Lagzdins hat sich beim Abbau der Gerätschaften in der Halle eine Handgelenksverletzung zugezogen und zunächst ebenfalls pausiert. Der Zuspieler Patrick Köder hat am Montag wegen seiner Schulterentzündung das Training abgebrochen. Der Beach-Profi Yannick Harms kann sich aus gesundheitlichen Gründen weiterhin nur der Defensivaufgaben annehmen. Jonas Hanenberg kehrt aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen in dieser Woche erst am Samstag ins Team zurück. Und darüber hinaus musste diese Woche zunächst auch der Trainer krank im Bett bleiben: Alexandra Berger, die vielseitig engagierte Abteilungsleiterin, vertrat ihn in der Halle.

Die Personalsituation wird die Fellbacher auch am Samstag beim starken, zumal verstärkten Tabellen- zweiten SV Schwaig um den Kapitän Florian Tafelmayer einschränken. „Wir werden dann wieder zu Kon- stanz finden, wenn wir wieder in gleicher Konstellation trainieren können. Dann werden wir auch Drucksituationen besser lösen können, die Abstimmung haben und totales Vertrauen in den Nebenan“, sagt Markus Weiß. Und bis dahin? „Müssen wir das Glück vielleicht einfach erzwingen.“ Ungeachtet der Voraussetzungen: „Der SV Schwaig ist klarer Favorit.“

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach, viermal schon erfolgreich und deshalb auf dem vierten Tabellenplatz, tritt am Samstagnachmittag (13.30 Uhr, Otto-Hahn-Gymnasium) in der Regionalliga beim SSC Karlsruhe II an. Der Gastgeber ist Vorletzter, verzeichnet allerdings auch bereits drei Siege.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Regionalligameister: 2012

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Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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