Am Ende fehlen nur Nuancen

Die Fellbacher Zweitliga-Männer um den erneut stark aufspielenden Kapitän Manuel Harms begegnen den routinierten Gästen vom SV Schwaig vor den 150 Zuschauern auf Augenhöhe, verlieren gegen den fränkischen Widersacher aber dennoch mit 0:3.


15.10.2018

Angespornt von Trainer Thiago Welter zeigen die jungen Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach um den erfahrenen Valentino Nadale (rechts) bis zuletzt Moral. Fotos: Patricia Sigerist

Die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach haben es am Samstagabend dem deutschen Fußball-Nationalteam vorgemacht. Mit 0:3 (23:25, 25:27, 23:25) unterlag die Fellbacher Mannschaft den Gästen vom SV Schwaig. Wenig später sind Deutschlands Elitekicker gegen die Niederlande ebenfalls nicht um eine 0:3-Niederlage herumgekommen.

Ansonsten waren zwischen beiden Mannschaften jedoch wenig Gemeinsamkeiten festzustellen. Gut, beide Formationen haben in der nahen Vergangenheit schon bessere Tage erlebt. Die Fußballer im Trikot mit dem Bundesadler waren 2014 Weltmeister, die SVF-Volleyballer 2015 und 2016 Meister der zweiten Bundesliga Süd. Jetzt, 2018, soll beidseitig ein Neuaufbau mit frischem Schwung wieder nach vorn führen. Rückschläge sind dabei nicht auszuschließen. Doch während die Zuständigen der nationalen Fußballauswahl offenbar nicht erkannt haben, dass die angebliche Neuausrichtung keine Neuausrichtung ist, sondern mehr Lippenbekenntnis, ist bei den Volleyballern in Fellbach zu erkennen, dass mit den in der Mehrzahl jungen und unerfahrenen Akteuren eine neue Art des Spiels Einzug gehalten hat.

So auch am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I. Die Hausherren um den erneut stark aufspielenden Kapitän Manuel Harms boten den routinierten Gästen aus Schwaig vor den 150 Zuschauern eine Partie auf Augenhöhe. Was am Ende fehlte, waren Nuancen, Nuancen, die auf die fehlende Erfahrung zurückzuführen sind. „Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden“, sagte hernach auch Fellbachs brasilianischer Trainer Thiago Welter. „Klar, das Ergebnis passt nicht, aber die Spieler haben alles gegeben, unser Gewissen ist rein.“

Tatsächlich konnten die SVF-Spieler das Volleyball-Rechteck am Ende mit erhobenen Häuptern verlassen. Ärgern mussten sie sich wohl, ärgern über verpasste Chancen. Etwa im ersten Abschnitt, als die Gäste nach einem 18:18-Zwischenstand fehlerfrei agierten, die Hausherren dagegen den einen oder anderen Fehler zu viel machten. Schon war der Auftaktsatz dahin. Noch mehr grämen müssen sich die Gastgeber dann beim Rückblick auf den zweiten Durchgang. Bei einer 20:14-Führung war dieser quasi gebucht. „Wir brauchen Geduld und müssen aus jeder Situation lernen“, sagte Thiago Welter. Die Situation war so, dass es plötzlich 21:22 aus Sicht der SVF-Vertretung stand. Die beherzte Gegenwehr danach half zur Abwehr von zwei Satzbällen, aber nicht zu mehr.

Wahrlich Charakter zeigten die Schützlinge von Thiago Welter danach. Während sich Deutschlands teuerste Fußballer nach dem Gegentreffer zum 0:2 aufgaben – jeder machte, was er wollte –, bildeten die SVF-Volleyballer nach wie vor eine Einheit. In Durchgang drei deutete erneut viel auf einen Satzgewinn der Gastgeber hin. „Die Jungs haben eine tolle Moral“, sagte Thiago Welter: „Bei 21:19 für uns haben wir es wieder in der Hand gehabt.“ Doch erneut konnten die Fellbacher in der wichtigen Endphase des Satzes nicht mit so viel Erfahrungswerten wuchern wie die Gäste. So ging auch der dritte Abschnitt verloren.

Gewonnen haben die SVF-Volleyballer am Samstagabend aber trotzdem. Mit frischem, beherztem Spiel und sachgerechter Analyse. An anderer Stelle war diesbezüglich eher Fehlanzeige festzustellen. SV Fellbach: Harms, Maser, Epple, Nadale, Leipert, Blötscher, Benz, Peemüller, Spasov, Peéry, von Berg.

Uwe Abel    Fellbacher Zeitung

 


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