Auch die schönste Heimserie geht mal zu Ende

Nach davor 18 Erfolgen unterliegt die Mannschaft des SV Fellbach in der zweiten Bundesliga erstmals wieder seit April 2014 in heimischer Halle. Trotz der 2:3-Niederlage gegen die starken Gäste aus Mainz baut sie die Tabellenführung noch aus. Thomas Rennet - Foto Patricia Sigerist


01.02.2016

Geknickte Seriensieger nach dem Ende der Serie: Christopher Howe, Yannick Harms, Timo Koch, Patrick Köder, Jonas Hanenberg und Marvin Klass (von links) Foto: Patricia Sigerist

So geschickt muss man ja auch erst mal verlieren können. Für die Volleyballer des SV Fellbach sieht es in der zweiten Bundesliga jetzt noch ein bisschen besser aus. Sie haben am Samstag ihre Tabellenführung ausgebaut dabei haben sie ihre Heimserie gar nicht ausgebaut. Die Akteure um den Kapitän Marvin Klass mussten am Samstag erstmals seit April 2014 Gästen in der Liga den Sieg überlassen. Die TGM Mainz-Gonsenheim war so frei und bezwang den Meister an dessen davor uneinnehmbarer Wirkungsstätte mit 3:2 (22:25, 27:25, 25:23, 17:25, 16:14). Das kann passieren, zumal gegen Mainzer, die ganz gern zur Bestform auflaufen, wenn sie auf der anderen Seite des Netzes Fellbacher erblicken.

Und das passiert dann gewissermaßen gar im richtigen Moment, wenn der Verfolger dabei noch zurückfällt. Der erstmals seit längst vergangenen Tagen wieder gebeutelte Gastgeber in der Gäuäcker- halle I hat nach seinen vergeblichen Anstrengungen als Trostspender immerhin einen Punkt für die beiden Satzgewinne erhalten. Der Verfolger TV/DJK Hammelburg hat bei der FT Freiburg gar keinen Durchgang für sich entscheiden und gar keinen Punkt mitnehmen können, daher nun zwei Zähler Rückstand auf den Ligaprimus. So gesehen hat der SV Fellbach am Samstagabend vor den 345 Zu- schauern schon auch gewonnen, aber natürlich nur so gesehen.

Die Hausherren hatten eine Werbebande in der Gäuäckerhalle I platziert, die sie jetzt wegräumen müssen. Darauf verwiesen sie bis zu diesem 30. Januar mit Grund stolz auf ihren Heimnimbus: „Weiße Weste“. Nun müssen sie nach davor 18 Erfolgen in Serie eine neue Serie starten. Doch bevor das weiße Extrastück seinen Dienst eingestellt hat, nahmen es die Volleyballer der TGM Mainz-Gonsenheim in Feierlaune noch als geschätztes Fotomotiv in ihre Mitte; den Schriftzug strichen sie durch.

„Den Spaß mussten die Jungs sich gönnen“, sagte Aline Beigel, die Trainerin der Gäste, und lachte. Ihre Jungs hatten sich an diesem Abend Sieg und Spaß verdient. „Ich weiß nicht, warum die Mainzer gegen uns immer so gut spielen müssen“, sagte der Fellbacher Trainer Markus Weiß. „Das weiß ich auch nicht“, sagte Aline Beigel.

Fakt ist: Der SVF hat nicht nur sein erstes Heimspiel in dieser und in der vergangenen Saison verloren, er hat auch erst seine dritte Begegnung überhaupt in dieser Runde abgegeben und dabei die zweite gegen die Männer aus Mainz. „Wir waren wesentlich besser als zuletzt. Wir haben am Limit gespielt. Wenn wir gegen die Fellbacher nicht am Limit spielen, dann scheppert es“, sagte Aline Beigel. Die Gäste haben auf ihre Weise gegen einseitiges Scheppern angekämpft: sicher in der Ballannahme, flink im Angriff und gummiwandartig in der Abwehr. Der niederländische Linkshänder Frank Manenschijn war der Auffälligste beim Sieger, aber auch seine Mitspieler erledigten ihre Aufgaben in ei- ner Weise, die ihnen am Ende einen Erfolg beim Ligaersten erlaubte. „Ein Superspiel der Mainzer. Un- glaublich, was die alles verteidigen“, sagte Markus Weiß.

Es war dennoch sehr knapp. Der SV Fellbach hatte im fünften Abschnitt bei eigener 14:13-Führung einen Matchball, ehe wenig später Johannes Delinsky mit seinem – offenbar überraschend – kurzen Service das Match tatsächlich zum Abschluss gebracht hat. Die finale Finte des Gegners hätte sich un- ter anderen Umständen bereits ein gutes Stück vorher verhindern lassen. „Der Knackpunkt war der dritte Satz“, sagte Markus Weiß. Da vergab der Tabellenführer eine 10:5-Führung, eben den dritten Abschnitt und die sehr realistische Chance auf einen 3:1-Erfolg. In der Offensive hatten die Volleyballer des SVF um den Hauptangreifer Timo Koch – wie die Mainzer – von Beginn an viele gute Szenen, nicht aber in Block und Abwehr. In der Defensive hatte der Tabellenerste, der sich am Vortag in der dritten Runde des württembergischen Pokalwettbewerbs beim Landesligisten TV Hausen mit 3:0 (25:18, 25:17, 25:14) durchgesetzt hatte, dem Angriffswirbel des Tabellenachten kaum etwas entgegenzusetzen.

Daher haben die Fellbacher ihre Heimserie beim 19. Anlauf nicht mehr ausbauen können, dennoch aber an diesem Spieltag ihre Tabellenführung. So geschickt muss man ja auch erst mal verlieren können.SV Fellbach: Klass, Köder, Hanenberg, Howe, Koch, Harms, Mättig, Klaue, Lagzdins, Sellner, Nadale, Tomic.

Thomas Rennet Fellbacher Zeitung

 


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