Aufbauarbeit nach weiterem Substanzverlust

Der erste Verbund des SV Fellbach verliert vor der nächsten Saison noch mehr angestammte Kräfte. Die Verantwortlichen wollen wieder begeisterungs- und steigerungsfähige Spieler an gehobenen Zweitliga-Standard heranführen.


25.06.2018

Tin Tomic und der Vielflieger Jan Jalowietzki (oben von links) verlassen den SVF, Johannes Leipert und Valentino Nadale (unten von links) bleiben dem Zweitliga-Team erhalten. Fotos: Patricia Sigerist

Insgesamt 13 Siege sind dem SV Fellbach in der vergangenen Zweitliga-Saison gelungen. Oft war dabei Valters Lagzdins in der Stammformation. Meist auch Jan Jalowietzki. Der Libero Sebastian Mättig sowieso. Zuweilen Tibor Filo. Oder Tin Tomic. Die fünf Volleyballer werden nach der Sommerpause allesamt nicht mehr zu Fellbacher Erfolgen beitragen können. Nimmt man den deutschen Beach-Meister Tim Holler hinzu, der sich schon im Winter aus dem Aufgebot zurückgezogen hat, muss der Cheftrainer Thiago Welter fortan auf sechs seiner angestammten Kräfte verzichten. Mithin ein neuerlicher Substanzverlust für den Zweitliga-Verbund, den der Teammanager Jonas Hanenberg angesichts der bescheidenen Rahmenbedingungen vermehrt mit jungen Akteuren kompensieren will. Alexander Benz, 22, kommt vom TSV G. A. Stuttgart. Max von Berg, 19, hat zuletzt bei den VYS Friedrichshafen Erfahrungen in der zweiten Bundesliga gesammelt, Marian Epple, 18, davor auch schon. Zudem steigt der 25-jährige Mario Maser, im April schon im Zweitliga-Kader, nun dauerhaft intern auf – von der vierten in die erste Mannschaft.

Thiago Welter hatte schon nach seiner Ankunft im Sommer 2017 ohne vier der Besten auskommen müssen: Den Kapitän Marvin Klass, die Beach-Profis Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann sowie Jonas Hanenberg, seither Teammanager, durfte der Brasilianer in Fellbach nicht mehr anleiten. Jetzt nehmen noch ein paar mehr ihren Abschied. Valters Lagzdins, 29, zieht es fort und bei der Gelegenheit zum FC Junkersdorf Köln. Tibor Filo, 34, und Sebastian Mättig, 26, wollen ihre Bemühungen einstellen (wir haben ebenfalls berichtet). Auch Tin Tomic, 20, sieht sich beruflich zu sehr eingespannt für ein weiteres Engagement auf zweithöchstem Niveau im Land; der Talentierte wechselt zurück zum MTV Ludwigsburg. „Wir hätten ihn sehr gerne bei uns im Verein gehalten“, sagt Jonas Hanenberg. Jan Jalowietzki schließlich sucht – wie Valters Lagzdins – eine neue Herausforderung. Wohin ihn die führen wird, soll gerade noch im Verborgenen bleiben. Fakt ist: Auch der 22-Jährige verlässt in diesem Sommer den SV Fellbach, bei dem er im vereinseigenen Bewegungszentrum Loop eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann absolviert hat.

Jonas Hanenberg hat in seinen Gesprächsrunden dieses Frühjahrs aber auch Zusagen erhalten. So bleibt Valentino Nadale, 30 und mittlerweile Papa, dem Trainer als Identifikationsfigur erhalten; der mitreißende Blocker war schon als A-Jugendlicher für den SVF am Netz. Ihm zur Seite stehen werden nach wie vor Manuel Harms, 21, Felix Klaue, 25, Johannes Leipert, 21, Patrick Pfeffer, 23, Daniel Schön, 17, und Richard Peemüller, 20. Mit den vier namentlich bekannten Neuen in der Zweitliga-Formation – Alexander Benz, Max von Berg, Marian Epple und Mario Maser – hat der SV Fellbach nun elf Volleyballer für die Aufgaben in der zweitobersten Division beisammen. Hinzu kommt mit einem Platz im Anschlusskader der begabte Beachvolleyballer Julian Schupritt, Mitte Juli mit dem Berliner Doppelpartner Robin Sowa bei den U-20-Europameisterschaften in Russland gefordert. Dem Trainer Thiago Welter fehlt da aber noch der eine oder andere mehr für einen halbwegs vielversprechenden Ausblick auf das Geschehen in der siebten Zweitliga-Runde des SVF seit dem Aufstieg 2012, in der dritten nach den beiden Titelgewinnen 2015 und 2016.

Noch ist Jonas Hanenberg in Kontakt mit weiteren Kandidaten, noch fehlt es auch an einer Übereinkunft mit dem Kapitän Patrick Köder, 27, und dem Angreifer Timo Koch, 26. Die beiden sind überaus loyale Spieler beim SV Fellbach, stecken aber ebenfalls schon im Berufsleben. „Für die meisten ist es einfach schwierig, den Beruf oder auch das Studium mit Zweitliga-Volleyball in Einklang zu bringen“, sagt der Trainer Thiago Welter. Mit dem Thema hat der Chefanleiter wie der Chefplaner Jonas Hanenberg – im Übrigen ja auch selbst – zu schaffen. Der SVF braucht eine neue Generation an begeisterungs- und steigerungsfähigen Spielern, die gehobenen Zweitliga-Standard anstreben will. „Unser Ziel muss es sein, das Ganze wieder aufzubauen“, sagt Thiago Welter: „Irgendwann können wir vielleicht ja wieder nach oben schauen.“

Zunächst allerdings müssen die Fellbacher von Herbst an danach schauen, dass sie in etwa die 13 Siege der vergangenen Saison zusammenbekommen werden.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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