Aufsteiger auch ohne Aufstieg

Noch schmerzt die Hinspielniederlage: Der im November unterlegene Verfolger SV Fellbach erwartet am Samstagabend den Tabellenführer TSV G. A. Stuttgart zum Derby und Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga.


06.02.2015

Zweiter Anlauf: Die Fellbacher wollen sich diesmal gegen die Stuttgarter Nachbarn durchsetzen. Foto: Patricia Sigerist

Sie sind so etwas wie die Aufsteiger der Saison - der eine ein bisschen mehr, der andere ein bisschen weniger. Auch wenn sie weder aufgestiegen sind noch aufsteigen werden. Der TSV G. A. Stuttgart, im Vorjahr als Drittletzter erst durch die Hintertür wieder in die zweite Bundesliga geschlüpft, ist jetzt wie der SV Fellbach, 2014 Sechster, unter den Besten angekommen. Die Stuttgarter Volleyballer, unlängst noch Hinterbänkler, logieren nun auf dem ersten Tabellenplatz. Die Ligagefährten aus der Nachbarstadt folgen auf dem dritten Rang. Sie haben allerdings ein Spiel weniger ausgetragen und sind so gesehen gar nicht wirklich schlechter. Eben das wollen sie, zumal nach der 1:3-Niederlage vom Hinspiel, am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) beweisen. Höchste Zeit für Teil zwei des schwäbischen Derbys, das mithin zum Spitzenspiel avanciert ist.
Vier Mannschaften haben sich vorne ein wenig abgesetzt. Außer den Teams aus Stuttgart (34 Punkte) und Fellbach (31 Punkte) sind das zwei etablierte Vertreter der Liga. Der GSVE Delitzsch (33 Punkte) fügte nach dem Titel 2012 einen dritten und einen vierten Platz an. Der Verbund der TG Rüsselsheim (30 Punkte) war zuletzt Vierter und Zweiter. Die Akteure um den argentinischen Trainer Luis Ferradas sind auch die Einzigen, die in dieser Runde tatsächlich aufsteigen können. Denn nur die TG Rüsselsheim hat sich im Herbst dem Vorlizenzierungsverfahren der Volleyball-Bundesliga (VBL) unterzogen; die anderen wollen und dürfen nun auch nicht mehr den Weg zu den Branchenbesten antreten. Die Hessen, momentan auf dem vierten Platz, müssen am Ende allerdings zumindest den dritten Rang erreichen, damit sie sich als alleinige Bewerber am Aufstieg versuchen können. 'Der SV Fellbach ist erst wieder im dritten Jahr in der zweiten Liga', sagt Diego Ronconi mit Blick auf die hohen Anforderungen ganz oben: 'Man muss Stein für Stein aufbauen, wer weiß, was sich dann entwickelt.'
Zunächst entwickelt sich diese Saison prächtig. Die Volleyballer des SV Fellbach um den vorbildlichen Kapitän Marvin Klass und den vortrefflichen Hauptangreifer Valters Lagzdins steigen auch ohne Aufstiegschance innerhalb der Liga auf - und den Trend wollen sie am Samstagabend fortsetzen. Die Chancen sind nicht so schlecht. Mag da auch der Tabellenführer kommen. Der Tabellenführer kommt allerdings ohne Malte Stiel. Der beste Stuttgarter, der wesentlichen Anteil hat am rasanten Aufschwung in dieser Zweitliga-Runde, spielt gerade Beachvolleyball in Ägypten. 'Ich bin am Samstag in der zweiten Bundesliga nicht dabei', sagt Malte Stiel.
Diego Ronconi will das nicht beruhigend finden. Er muss schauen, dass es seine Akteure nicht beruhigend finden, wenn beim Gegner der vielleicht stärkste Außenangreifer in der zweithöchsten Spielklasse fehlt. 'In dem Moment, in dem wir die Stuttgarter unterschätzen, wird es ganz, ganz gefährlich', sagt der Fellbacher Trainer. Auch ohne die versierte Gegenwehr von Malte Stiel. Schon im Hinspiel - mit dem 24-Jährigen als Anführer auf Stuttgar ter Seite - hatte die schlagende Verbindung des SV Fellbach nach Diego Ronconis Einschätzung unbewusst erwartet zu gewinnen 'und sich zu wenig damit beschäftigt, was man tun muss für den Erfolg'.
Dem will er vor dem Wiedersehen entgegenwirken. Und bei diesem Unterfangen kommt es dem 50-jährigen A-Lizenz-Inhaber nicht ungelegen, dass die Stuttgarter Schlagkräfte zuletzt fast ohne Beteiligung ihres Besten - Malte Stiel war nur am Schluss mit auf dem Spielfeld - die Volleys Eltmann deutlich mit 3:0 in die Schranken wiesen. Auch der Rest des nächsten Widerparts taugt in der zweiten Liga. Die Stuttgarter sind ja nicht nur wegen Malte Stiel die Aufsteiger der Saison - ein bisschen mehr auch noch bis dahin als die Fellbacher. Um den Aufstieg geht es dabei nicht.
Malte Stiel steht dem Stuttgarter Team nicht zur Verfügung.

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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