Besser noch als der geilste Club der Welt

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach besiegt auf hohem Niveau den starken Aufsteiger TSV Herrsching mit 3:2. Timo Koch, der Spieler des Tages, lässt sich vom mächtigen Block der Gäste nicht beeindrucken.


21.10.2013

Der Fellbacher Angreifer Timo Koch (rechts) ist am Samstag nicht aufzuhalten und lässt sich von Stephan Peéry und Valentino Nadale (links) feiern. Foto: Holger Strehlow

Der TSV Herrsching ist nach optimistischer Selbsteinschätzung der geilste Club der Welt. Darauf verweisen die fidelen Volleyballer aus Bayern etwa 250-mal auf ihrer Seite im globalen Datennetz. Doch zuweilen findet auch der starke Zweitliga-Aufsteiger einen Gegner, der, um im Duktus zu bleiben, noch ein bisschen geiler ist. Für den Moment, für den Abend. Nach einem sehenswerten Spiel durften am Samstag die Akteure des SV Fellbach mit den 350 Zuschauern den Sieg feiern. Mit dem 3:2-Erfolg (25:20, 22:25, 25:19, 22:25, 15:8) fügten die Schlagmänner um den Zuspieler Patrick Köder und den Libero Stephan Peéry in ihrem ersten Heimspiel den Gästen vom TSV Herrsching die erste Saisonniederlage zu.

Es war am Ende dann doch nicht der Tag der Herrschinger Schmetterriesen wie Patrick Steffen oder Roy Friedrich. Die beiden, zusammen 4,07 Meter groß, hatten in der vergangenen Saison noch in der ersten Bundesliga mitgeprügelt. Sie schlugen am Samstag sehr hart auf die Bälle ein, mussten aber feststellen, dass die Bälle immer wieder auch auf ihrer Seite einschlugen. Es war am Ende nicht einmal der Tag des ehemaligen Nationalspielers Sebastian Prüsener. Der 31-Jährige brachte sein Team zwar immer wieder schlau ins Spiel, musste aber immer wieder und bis zuletzt die Antworten des Gastgebers registrieren. Nicht zuletzt die Antworten eines eher unscheinbar wirkenden Diagonalangreifers.

Denn es war der Tag des Timo Koch. Der 21-Jährige, ungleich schmächtiger und kleiner als die Herrschinger Hünen wie Patrick Steffen oder Roy Friedrich, hatte in der vergangenen Saison noch mit der zweiten Mannschaft des SV Fellbach in der Regionalliga gespielt. Am Samstag kam er in Abwesenheit von Raimund Abele Mitte des ersten Durchgangs als Diagonalangreifer aufs Spielfeld. Fortan prägte er auf seine Weise das Geschehen. Mit schnellen Beinen und mit schnellem Armzug. Timo Koch ließ sich vom mächtigen Block des Konkurrenten nicht beeindrucken - und in den allermeisten Fällen auch nicht aufhalten. Ihm glückten, glänzend in Szene gesetzt von Patrick Köder, all die lösbaren Aufgaben. Ebenso nach Turbulenzen im Spielaufbau die an sich eher unlösbaren. Dass der Tag bis zum Ende der Bemühungen seiner bleiben würde, ließ sich spätestens im vierten Satz erahnen. Nach vorübergehender Konfusion in den Reihen des SVF konnte Timo Koch den Ball beim Stand von 7:6 nur noch übers Netz schubsen. Der Ball blieb am Netz hängen - und plumpste auf der anderen Seite auf den Boden. 'Wenn's mal läuft', sagte Timo Koch nach den finalen Volltreffern in ungewohnter Rolle und lachte. 'Der Timo ist der Spieler des Tages', sagte der Trainer Diego Ronconi.

Timo Koch ist einer von vier Neuen im Team aus der zweiten Vertretung des Vereins. Tim Holler, Tim Kreuzer und Felix Klaue gehören auch noch zu den internen Aufsteigern. Auswärtige Zugänge hat der SVF nicht verpflichtet, aber das war offenbar ja gar nicht nötig. Die jungen Kräfte vitalisieren den Zweitliga-Verbund. Und sie erhöhen das Niveau. Tim Hol ler, 22, zum Beispiel hat am Samstag für sei ne Möglichkeiten gar nicht so gut gespielt, wie er sich das wünscht. Aber eben doch noch ganz gut. Der Gegner hatte sich intensiv auf ihn vorbereitet und eingestellt; allein das ist ein Kompliment für Tim Holler.

Auf den Diagonalangreifer Timo Koch konnte sich der Gegner nicht vorbereiten und einstellen; den gab es in der zweiten Liga so noch nicht. 'Der Kader hat jetzt mehr Tiefe', sagte der Assistenztrainer Jens Otterbach. Mehr Qualität. Lars Lückemeier zum Beispiel, in der vorherigen Zweitliga-Runde neben Marvin Klass der Garant für den Klassenverbleib, kam nach Kurzauftritten erst im vierten Abschnitt dauerhaft - für Tim Holler - ins Geschehen. Der 19-Jährige hatte dann im Tiebreak maßgeblichen Anteil am bereits vierten Sieg des Fellbacher Teams, das in mehreren Spielelementen zugelegt hat: Aufschlag, Angriff - und auch Block. Nicht von ungefähr hat Jonas Hanenberg, am Samstag wie sein Positionsgefährte Valentino Nadale blendend aufgelegt, per Block den Matchball verwandelt.

'Wir sind ein Aufsteiger. Wir können jetzt nicht erwarten, dass wir jedes Spiel gewinnen', sagte der Ex-Nationalspieler Sebastian Prüsener vom TSV Herrsching, dem nach optimistischer Selbsteinschätzung immer noch geilsten Club der Welt. SV Fellbach: Klass, Köder, Hanenberg, Nadale, Holler, Koch, Peéry, Lückemeier, Kreuzer, Klaue, Hainich

Quelle: Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung

 

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