Betrübliche Personal- und Tabellensituation

Nach zuletzt sieben Niederlagen in der zweiten Bundesliga erwartet das auf den achten Platz zurückgefallene Rumpfteam des SV Fellbach zum Auftakt der Rückrunde und zum Abschluss des Jahres am Samstag den Tabellendritten SV Schwaig.


16.12.2016

Foto: Patricia Sigerist

Ganz oben findet sich Jonas Hanenberg mit der Nummer 1. Viel weiter unten folgt Yannick Harms mit der Nummer 18. Dazwischen stehen seitens der Gäste elf andere Namen im Spielbericht der Zweitliga-Begegnung bei der FT Freiburg (2:3). Nimmt man Timo Koch hinzu, der in der Datensammlung als Offizieller geführt wird, war der SV Fellbach am vergangenen Wochenende mit 14 Spielern auf Reisen. Das klingt gut: nach einem proppenvollen Kader und reichlich Alternativen. Doch diese Statistik hat nichts gemein mit dem realen Sachverhalt. Da war bloß wieder eine Krankenstation auf Tour: Gut geht bei den Fellbacher Volleyballern gerade nicht viel, weil es etlichen Spielern gar nicht gut geht. Gesundheitsprobleme dieser Größenordnung vermag auch der Meister 2015 und 2016 nicht wegzustecken. Und an der betrüblichen Personalsituation, längst ja auch eng verbunden mit einer betrüblichen Tabellensituation, hat sich für den Trainer Markus Weiß und seine Mannschaft vor dem Heimspiel am Samstagabend (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) gegen den drittplatzierten SV Schwaig nichts geändert.

Dass der SV Fellbach trotz seiner Patientenansammlung am Rande des Geschehens nach wie vor ein geschlossenes Bild abgibt, liegt am lange gewachsenen Selbstverständnis. „Das Team kann man auch verletzt unterstützen“, sagt der Kapitän Marvin Klass, der das selbst seit September schon viel öfter hat machen müssen, als ihm lieb sein kann. Der 28-Jährige, der fast jede Minute der vergangenen Saison auf dem Spielfeld verbrachte, muss in dieser Runde ausdauernd pausieren. Erst hat er eine Leistenoperation hinter sich gebracht, und noch immer quälen ihn heftige Schulterbeschwerden. Marvin Klass muss deshalb am Samstag gegen den SV Schwaig zum wiederholten Mal in dieser Runde neben Markus Weiß auf dem roten Trainersofa Platz nehmen. Und zuschauen. Wie Timo Koch. Wie Patrick Köder. Wie Tin Tomic. Andere sind angeschlagen. Wie Valters Lagzdins. Wie Yannick Harms. Die Aufzählung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Kann zwar gut sein, dass zum Abschluss des Volleyball-Jahres gegen den SV Schwaig die Gesunden und die Kranken beim SV Fellbach wieder vereint den Spielberichtsbogen schmücken. Die offizielle Mannschaftsstärke womöglich sind es wieder elf, zwölf oder mehr Leute dokumentiert aber nicht die Stärke der Mannschaft. Sondern den Zusammenhalt der Mannschaft.

Achtmal hat der gepeinigte Meister in der Hinrunde verloren, die er vor sechs Tagen bei der FT Freiburg (2:3) abschloss. In der vorherigen Saison waren insgesamt nur vier Niederlagen zusammengekommen. Zu groß ist nun der Qualitätsverlust in Training und Spiel. So groß, dass sich die Fellbacher Volleyballer bis auf Weiteres von Aufstiegs- zu Abstiegskandidaten gewandelt haben. Seit dem 22. Oktober (3:1 gegen den TSV Grafing) warten sie auf einen Erfolg. Siebenmal schon haben sie nach jenem Abend der Zweitliga-Konkurrenz den letzten Punkt zugestehen müssen. Darunter fiel vor 20 Tagen auch die Begegnung beim SV Schwaig, die der SV Fellbach nach einer 9:6-Führung im fünften Satz unglücklich mit 13:15 dem Gegner überließ. Drei Wochen später schauen die Franken bereits zum Rückspiel vorbei. „Unser Team wird alles versuchen, und ich denke, wir können dem SV Schwaig mindestens einen, wenn nicht sogar drei Zähler abnehmen. Wir ha- ben einen engen Kader zusammen, bei dem jeder weiß, dass er an sein Maximum gehen muss“, sagt Markus Weiß vor dem Zweitliga-Ausklang 2016. Viel hat ja trotz aller personellen Beinträchtigungen auch in den vergangenen Wochen nicht gefehlt. Vier der sieben Spiele seit Ende Oktober hat der SV Fellbach mit 2:3 verloren.

Etwa in Schwaig. „Wir haben dort gezeigt, dass wir diesen Gegner gerade schlagen können. Wir müssen aber Druck ausüben“, sagt Markus Weiß. Von Anfang bis Ende. Dabei müssen alle, die beim SV Fellbach dazu in der Lage sind, mithelfen. Von der Nummer 1 bis zur Nummer 18. Von Jonas Hanenberg bis Yannick Harms.

Info Die zweite Mannschaft des SV Fellbach ist zweimal gefordert. An diesem Freitag, 20 Uhr, tritt sie im württembergischen Pokalwettbewerb bei der SG Waldenburg an. 24 Stunden später beginnt am Samstag die abschließende Regionalliga-Begegnung des Jahres bei der TSG Heidelberg-Rohrbach.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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