Bewährungsprobe in Bayern

Der Kapitän Patrick Köder reist am Samstag mit seinen Fellbacher Teamgefährten zum Zweitliga-Tabellenführer TSV Grafing.


09.02.2018

Auf geht’s, Jungs: Der SVF-Kapitän Patrick Köder feuert sein Team an. Foto: Patricia Sigerist

Kaum mehr als zwei Monate sind es in der laufenden Saison noch, und der TSV Grafing ist gerade in der zweiten Bundesliga Erster. In so gut wie allen anderen Ligen, sportartenübergreifend, wäre das Hintergrundrauschen nun wohl ein vernehmliches: Die Aufstiegschance wäre intern ein hübsches Thema, und ein bisschen schauen darf man zur Vorbereitung ja schon, was einen in der nächsthöheren Spielklasse erwartet. In Oberbayern allerdings plant niemand für die Oberklasse. Der Aufstieg ist kein Thema, die Verantwortlichen wissen zu gut, was sie in der nächsthöheren Spielklasse erwartet. Die strukturellen Anforderungen ganz oben sind auch für die Besten im zweitklassigen Süden zu hoch, weshalb sich der TSV Grafing dieser Tage ebenso wenig wie irgendein Konkurrent dem Vorlizenzierungsverfahren unterzogen hat. Es gibt keine Aufstiegsanwärter. Nur Titelanwärter. Der aussichtsreichste unter ihnen, neben dem fränkischen Widerpart SV Schwaig, sieht jetzt dem Heimspiel am Samstag (19 Uhr, Jahnsporthalle) gegen die Volleyballer des SV Fellbach entgegen.

Die Meisterschaftsaspiranten folgen bloß dem Trend der vergangenen Jahre. Schon im Frühling 2017 und 2016 sah der Erste wie der Zweite vom Weg in den Professionalismus ab. Zuletzt waren das die Volleys Eltmann und der SV Schwaig, davor der SV Fellbach und auch bereits die Volleys Eltmann. Vor bald drei Jahren immerhin hatte die TG Rüsselsheim tatsächlich erfolgreich den Versuch unternommen, die gewaltige Distanz zu überwinden: Der Verfolger der Fellbacher, die dem Titel 2015 direkt jenen im Jahr 2016 hinzufügen sollten, hat sich seither unter dem Namen United Volleys Rhein-Main nach den Marktführern aus Friedrichshafen und Berlin zur dritten Kraft im Volleyball-Land entwickelt. Ein versierter, aber vorerst doch letzter Abgesandter aus der zweiten Bundesliga Süd: Seither wird in dieser Klasse zwar vermehrt gut Volleyball gespielt, höchstens jedoch ab- und nicht mehr aufgestiegen.

Der SV Fellbach gehört – ein Stück hinter der bayerischen Doppelspitze – nach einem Umbruch zwar nicht mehr zu den sehr guten Mannschaften in der zweiten Liga, aber noch immer zu den guten. Elfmal hat der Tabellensechste seit September den abschließenden Punkt für sich beansprucht. Sechsmal erst war der Gegner am Ende vorn. Nicht von ungefähr geriet das Team um den Trainer Thiago Welter im Vergleich mit den bis dahin versiertesten Widersachern am deutlichsten ins Hintertreffen: Sowohl gegen den SV Schwaig als auch gegen TSV Grafing mussten die Fellbacher Volleyballer in der Hinserie eine 0:3-Niederlage hinnehmen, bekamen dabei in keinem Satz 20 Punkte zusammen. „Wir brauchen Aufschlagdruck. Dazu Konzentration und Disziplin im Block und in der Abwehr“, sagt Thiago Welter: „Wenn es uns gelingt, in diesen Spielelementen zu überzeugen, werden wir erst sehen, ob wir eine Mannschaft wie den TSV Grafing bezwingen können. Sonst nicht, da sie sich wenig Fehler erlaubt.“ Eine Bewährungsprobe: Die Gäste um die beiden Passgeber, den Kapitän Patrick Köder und Felix Klaue (Welter: „Ich bin froh, dass wir zwei starke Zuspieler mit komplett unterschiedlichem Stil haben“) werden am Samstag einen Sahnetag brauchen für eine Chance gegen den Ligaprimus. Der von Trainer Alexander Hezareh angeleitete Grafinger Verbund hat sich mit dem vorherigen Erstliga-Profi Julius Höfer, seit Sommer im Team, rasch entfaltet: War er davor nicht immer sorgenfrei mit Blick nach hinten, ist er jetzt allen anderen in der Liga voraus. Zum Aufstiegskandidaten macht das den Abstiegskandidaten vergangener Tage aber noch nicht.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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