Bundesliga News - Nur Fußball spielen können sie nicht

Überraschender 3:2-Erfolg gegen die davor viermal in Serie siegreichen Gäste der TG Rüsselsheim: Die Akteure des SV Fellbach gewinnen ein sehr abwechslungsreiches, aber auch sehr merkwürdiges Spiel in der zweiten Bundesliga.


19.11.2012

Nach dem merkwürdigen zweiten Durchgang hat Robert Jetschina mit Grund zur Skepsis sinniert: 'Wie das jetzt nur wieder herumreißen?' Der fachkundige Tribünengast in der Gäuäckerhalle I war - bei aller Skepsis in diesem Moment - selbst mal einer, der aus guter Gewohnheit Spiele herumgerissen hat. Er ist quasi ein Experte für das Herumreißen von Spielen. Deshalb hat dem 48-Jährigen, den die Fans zu seiner Zeit in der zweiten und in der ersten Bundesliga mit eigener Strophe besangen ('Robert pack' die Keule aus') der weitere Verlauf des Geschehens ganz besonders gut gefallen. Die Volleyballer des SV Fellbach haben am Samstag nach dem Einbruch im zweiten Satz ebenso wieder den Umbruch geschafft wie nach dem Einbruch im vierten Abschnitt. Sie haben auch nach der neuerlichen Schwächephase das Spiel wieder herumgerissen und die TG Rüsselsheim in der zweiten Liga am Ende tatsächlich und etwas überraschend mit 3:2 (25:23, 16:25, 25:14, 16:25, 15:9) besiegt.

Die Ausgangslage war aus Sicht des Gastgebers ja gar nicht vielversprechend. Der ambitionierte Gegner hatte zuletzt in der zweiten Bundesliga auf eine hübsche Serie bestanden und viermal in Folge gewonnen. Und beim morgendlichen Aufwärmtraining vor dem Abendspiel zog sich dann auch noch Marvin Klass, der zentrale Spieler des SV Fellbach, eine Verletzung zu. Die Volleyballer hatten am Vormittag nicht nur Aufschlag und Annahme trainiert, sondern auch ein bisschen Fußball gespielt. Es ist offenbar keine gute Idee, wenn Volleyballer Fußball spielen. Marvin Klass stieß mit dem Kapitän Sasa Stanimirovic ('Plötzlich stand er da') zusammen und erlitt bei der Kollision eine starke Oberschenkelprellung. 'Marvin war wirklich sehr angeschlagen, er konnte kaum springen', hat der Trainer Diego Ronconi hinterher berichtet. Dennoch hat der 24-Jährige durchgehalten. Und in den drei Sätzen, die der SV Fellbach für sich entschied, hat Marvin Klass auch durchgespielt. In den beiden von Fellbacher Schwächephasen zerzausten Sätzen dazwischen erhielt der an sich Unersetzbare willkommene Erholungspausen.

Marvin Klass (Mitte) und seine Fellbacher Teamgefährten bejubeln den 3:2-Sieg gegen die TG Rüsselsheim. Foto: Patricia Sigerist

Für Diego Ronconi waren die eigenen Schwächephasen trotz der erschwerten Rahmenbedingungen eher rätselhaft: 'Ein Mysterium.' Sehr gelegen kamen ihm in diesem Zusammenhang die Rüsselsheimer Schwächephasen. Der Gegner, spielerisch vielleicht einer der besten in der zweiten Bundesliga, schlug die freundlichen Angebote zur Übernahme des Geschehens ebenso freundlich aus. Nach einem starken Auftaktsatz hat der SV Fellbach im zweiten Abschnitt bei einer 12:7-Führung das Spiel aus den Händen gegeben und bis zum Satzende überhaupt nur noch vier Punkte erzielt. Doch die Mannschaft der TG Rüsselsheim büßte ihre Dominanz danach ebenso beiläufig wieder ein, so wie im vierten Durchgang der Gastgeber seine Dominanz wieder einbüßte. Es war ein sehr abwechslungsreiches Spiel mit dem steten Hang zur Anarchie. Verlass war auf nichts. 'Wir sind besser, aber wir müssen das auch zeigen', sagte der Gäste-Trainer Luis Ferradas. Sonst passiert, was am Samstagabend in Fellbach passiert ist: Die Seriensieger der TG Rüsselsheim sind zwar der Papierform nach besser, nicht mehr aber auf dem Spielfeld.

Den Unterschied ausgemacht hat im Tiebreak der Jüngste auf diesem Spielfeld. Bei einem 7:8-Rückstand gelang dem 18-jährigen Lars Lückemeier nach solider Ballannahme auch selbst der Punkt im Angriff. Danach gelang ihm, an diesem Abend mit Raimund Abele eh schon der beste Angreifer des SVF, auch alles Weitere. Mit eigenem Service richtete er hinreichend Konfusion an auf der anderen Seite des Netzes und gab seinem Team auf diese Weise die Chance, davonzuziehen. Nach seiner Aufschlagserie stand es 14:8. Wenig später besiegelte der Rüsselsheimer Zuspieler Tobias Böing mit einem Aufschlag in entlegene Regionen der Halle den Fellbacher Erfolg. Zur Freude der meisten der 150 Zuschauer, die längst nichts mehr auf den Sitzen gehalten hatte. Und zur Freude auch von Robert Jetschina nach zwei wechselhaften Stunden mit starkem Abschluss: 'Die Jungs machen das gut.' SV Fellbach: Lückemeier, Klass, Abele, Köder, Nadale, Wolfram, Peéry, Stanimirovic, Hainich, Lepthin, Oefner, Haas, Strohbücker.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.


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