Bundesliga News - Siegvorbereiter in den Farben des Verlierers

Die Mannschaft des SV Fellbach um den starken Libero Stephan Peéry setzt sich in der zweiten Bundesliga gegen den Mitaufsteiger TSV Niederviehbach mit 3:0 durch und steht nach dem ersten Saisondrittel ziemlich gut - mit 8:8 Punkten - da.


07.11.2012

Der Libero schaut im Volleyballsport zur raschen Identifikation anders aus als seine Teamgefährten. Und manchmal schaut er sogar aus, als habe ihn der Gegner eingeschleust. Stephan Peéry trug am Samstagabend ein rotes Trikot und eine schwarze Hose - die Farben des TSV Niederviehbach. Auf der anderen Seite des Netzes wäre der Libero des SV Fellbach überhaupt nicht aufgefallen. Mit einer externen Mitarbeit durften die bayerischen Gäste allerdings nicht rechnen. Stephan Peéry stand seinen Nebenleuten in Weiß zur Seite - und das mit der gewohnten Tatkraft. Der 26-jährige Abwehrspezialist zeigte wieder eine nahezu fehlerlose Vorstellung und hatte auch als verbaler Muntermacher einigen Anteil am wohl besten Saisonauftritt der Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach. Stephan Peéry gewann mit seinen Mitspielern, die ihn nur körperlich überragen, gegen den Mitaufsteiger TSV Niederviehbach mit 3:0 (25:19, 25:19, 26:24).

Der SV Fellbach hat nach dem Scheitern in der Aufstiegsrunde in Mainz zwar erst mit Verspätung das Ticket für die zweite Bundesliga erhalten. Jetzt aber, rund sechs Wochen nach Saisonbeginn, steht der Nachrücker mit 8:8 Punkten als bester Aufsteiger da. 'Wir sind voll im Soll', sagt der Abteilungsleiter Toni Pesch nach dem ersten Saisondrittel. Das liegt unbedingt und zuallererst an den versierten Zugängen Marvin Klass und Lars Lückemeier, nicht zuletzt aber auch an der gesamten Statik des Teams. Die vereinigten Spätaufsteiger, im Mai in Mainz noch arg zerrupft, fügen sich nun mit Marvin Klass und Lars Lückemeier zu einer Einheit im Gleichgewicht zusammen, die auch in der zweiten Liga gut genug ist für den einen oder anderen Sieg mehr.

 

Exemplarisch für das Gesamte steht der Libero Stephan Peéry. Der Kleinste, 1,82 Meter groß, muss zwar ein andersfarbiges Trikot überstreifen, übernimmt in seiner Mannschaft aber eine ganz zentrale Rolle. Die Widersacher halten es beim Aufschlag nicht selten für eine gute Idee, das Flugobjekt mit Nachdruck in sein Arbeitsgebiet zu schicken. Doch die Annahme, der noch unerfahrene Libero könne sich mal schwache Phasen in der Ballannahme leisten, entbehrt im Moment der Grundlage. Stephan Peéry hat sich in diese zweite Liga hineingearbeitet. Er ist auch mit rotem Trikot mittendrin. Selbst in den Satzpausen übt er noch und führt - ohne Ball - die Annahmebewegungen aus. Von seiner Leistungsbereitschaft, von seiner Konkurrenzfähigkeit profitiert die ganze Fellbacher Formation.

Das eine hängt auf dem Spielfeld mit allem anderen zusammen. Die gute Ballannahme des Verteidigungsexperten hat dem Zuspieler Patrick Köder am Samstag vor 150 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I Varianten eröffnet, die der 22-Jährige gern genutzt hat. Er hat in Serie Schnellangriffe über die Mitte initiiert; Valentino Nadale hatte so Gelegenheit, mit resoluter Dynamik zu überzeugen. Und Patrick Köder hat meist auch seinen Hauptschlagmann Raimund Abele wie seine Außenangreifer Marvin Klass und Lars Lückemeier in aussichtsreiche Position bringen können. Der Trainer Diego Ronconi war begeistert. Von den erfolgreichen Netzaktivitäten seines Teams ('Die Jungs haben sich selbst belohnt') und von dem an den Tagen davor noch kränklichen Passgeber Patrick Köder im Besonderen ('Er hat top gespielt'). Doch ohne die Basis kommen Patrick Köder, Valentino Nadale und die anderen im Angriffsgeschehen nicht wie gewünscht zum Zug. 'Stephan Peéry ist eine Bank', sagt Diego Ronconi.

Ausschlaggebend für den Sieg gegen den TSV Niederviehbach war auch die stark verbesserte Aufschlagquote des SV Fellbach - nicht nur Raimund Abele tat sich dabei hervor. An Tagen wie diesen kann auch mal ein Service wie dieses zum Ass avancieren: Markus Hainich hatte den Ball mit Rasenmähergeschwindigkeit auf den Weg geschickt, und wegen konsequenter Uneinigkeit beim Gegner tropfte dieser Ball dann sehr viel später ins gegnerische Feld. Und an Tagen wie diesen kann der SVF im dritten Durchgang dann auch einen 19:23-Rückstand aufholen. Markus Hainich verwandelte - nach einer Abwehraktion von Stephan Peéry - irgendwie den ersten Matchball. Die Volleyballer in rotem Trikot und schwarzer Hose waren geknickt. Nur der eine nicht, der mit seinen Teamgefährten in Weiß den vierten Saisonsieg bejubelte. SV Fellbach: Köder, Abele, Klass, Lückemeier, Nadale, Peéry, Hainich, Wolfram, Lepthin, Stanimirovic, Oefner.

Quelle: Bericht aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.


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