Bundesliga - Nur am Samstag für ein starkes Finale gut

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach setzt sich gegen den TSG Grafing mit 3:0 durch. Der Aufsteiger kann dann aber am Sonntagnachmittag das Niveau vom Vorabend nicht bestätigen und verliert gegen die FT Freiburg mit 1:3. - Thomas Rennet


26.10.2012

Und zum erhebenden Ende erheben sich die Zuschauer. Das geschätzte Ritual haben die Besucher bei den Zweitliga-Heimspielen des SV Fellbach in der Gäuäckerhalle I schon zweimal ausgiebig pflegen können. Auch am Samstagabend haben sie aus guter Gewohnheit ihre Sitzplätze aufgegeben und die letzten Kraftanstrengungen der Volleyballer des SVF beim 3:0-Erfolg (32:30, 25:18, 27:25) gegen den TSV Grafing im Stehen begleitet. Es war der zweite Heimsieg für den Aufsteiger. Den dritten Heim- und vierten Saisonsieg hat die Mannschaft um den Trainer Diego Ronconi dann ein paar Stunden später verpasst. Denn gestern Nachmittag haben die Fellbacher das Niveau vom Vorabend nicht bestätigen können und gegen die Gäste der FT Freiburg mit 1:3 (25:23, 22:25, 10:25, 22:25) verloren.

Es ist der Abschluss, auf den es ankommt. Michael Jordan, der beste Basketballer und vielleicht auch der beste Sportler aller Zeiten, war in den entscheidenden Situationen unwiderstehlich. Das deutsche Fußball-Nationalteam, in diesem Fall gar nicht wie Jordan, war kürzlich beim 4:4 gegen die Auswahl Schwedens in den letzten Minuten wie weggetreten. Die Volleyballer des SV Fellbach waren zumindest bei ihren ersten beiden Heimspielen in der zweiten Bundesliga für ein starkes Finale gut. Zum Auftakt in der Gäuäckerhalle I hatten sie vor rund drei Wochen den Mitaufsteiger TGM Mainz-Gonsenheim vor allem am Satzende dominiert. Und am Samstagabend überstanden sie gegen den TSV Grafing acht Satzbälle unbeschadet: vier im ersten und vier im dritten Durchgang. Dazu gehört auch ein bisschen Glück und ein bisschen unfreiwillige Unterstützung des Widersachers. So hat Jörg Fredersdorf vom TSV Grafing gleich den allerersten Satzball mit einem Aufschlagfehler vergeben. Doch oft lassen sich Glück und gegnerische Fehler auch erzwingen. Zum Beispiel mit der ungerührten Art, in der Marvin Klass - nach einem 20:24-Rückstand im dritten Abschnitt - sein Team trotz des drohenden Satzverlusts mit druckvollen Sprungaufschlägen zurück ins Spiel brachte. Die Volleyballer des SV Fellbach wendeten zur Freude der 150 Zuschauer auch diesmal das Geschehen, wenig später führte ein Aufschlag des agilen Blockspezialisten Valentino Nadale tatsächlich zum 3:0-Erfolg.

Der TSV Grafing ist zwar mit den namhafteren Einzelspielern angetreten. Armin Dewes, 2,12 Meter groß, hat Meistertitel und Pokalsiege in Deutschland und Belgien wie auch Länderspiele in seiner Vita stehen. Dejan Stankovic und Renaud Doue haben ebenfalls schon die erste Liga bereichert. Doch auf den Außenpositionen ist der SVF stärker besetzt - an elementarer Stelle also; dort, wo auf dem Spielfeld zuallererst über die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft befunden wird. Marvin Klass und Lars Lückemeier, obwohl in der Ballannahme gar nicht mal an ihrem Limit, waren und sind den Grafinger Pendants voraus. Dazu kam der athletische Fellbacher Diagonalangreifer Raimund Abele, der - im Zusammenspiel mit dem Passgeber Patrick Köder - wesentlich mehr Impulse setzen konnte als sein Gegenüber Dejan Stankovic. Der frühere Profi ist 41 Jahre alt - und sollte, ein verwegenes Unterfangen, am Samstag zunächst noch die Hauptlast in der Offensive tragen.

Am Sonntag waren die Stammkräfte des SV Fellbach nicht mehr anhaltend in der Lage, die Last der Verantwortung zu tragen. Nach dem ersten Satz haben sie gegen die immer stärker auftrumpfenden Gäste der FT Freiburg zusehends abgebaut. 'Die Batterien waren ein bisschen leer', sagte Diego Ronconi. Im dritten Durchgang verließen Raimund Abele, Patrick Köder und Lars Lückemeyer das Spielfeld. Doch Hilfe kam nicht. Markus Hainich, Sasa Stanimirovic und Alexander Haas - bei seiner Premiere - konnten nicht helfen. 'Wir haben im Moment nicht die Bank dafür', sagte der Fellbacher Trainer. Die Freiburger Volleyballer ließen sich an diesem Tag nicht mehr aufhalten - auch nicht mehr im vierten Satz, als Raimund Abele, Patrick Köder und Lars Lückemeier wieder ins Geschehen eingriffen. Die Gäste, die am Samstagabend noch gegen den TuS Durmersheim mit 0:3 verloren hatten, waren in Abwehr und Angriff besser. Und die 130 Besucher am Sonntag erhoben sich deshalb nicht schon vor, sondern erst nach dem letzten Schlagabtausch.

SV Fellbach: Klass, Lückemeier, Abele, Nadale, Köder, Wolfram, Peéry, Stanimirovic, Hainich, Lepthin, Oefner, Haas, Haag, Strohbücker.


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