Den Jungen eine Chance

Der SV Fellbach steht am Samstagabend der Reisegruppe der FT Freiburg gegenüber. Beide wollen sich in der zweiten Liga behaupten und mit begabten Kräften fortentwickeln.


17.11.2017

Foto: Patricia Sigerist

Gerhard Schröder war Bundeskanzler und Rudi Völler Bundestrainer, Sachverwalter im Rumpelfußballland des Jahres 2001. Damals kletterten Männer im Dress der FT Freiburg fernab von Putin und Rudis Ramelow in die zweite Bundesliga der Volleyballer. Sie kamen, um zu bleiben. Sie sind immer noch da: Mittlerweile absolvieren die Freiburger ihre 17. Zweitliga-Saison nacheinander – das ist eine bemerkenswerte Konstanz, ein bemerkenswerter Rekord. Und die Affenbande, so bezeichnen die Freiburger Fans ihr Team, wird nicht müde. Der altehrwürdige Zweitligist erneuert sich ohne Unterlass selbst, kommt deshalb immer wieder frisch daher: Am Samstag reist der Verbund aus Baden als Tabellenvierter zum Abendspiel (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) beim SV Fellbach, der nach dem Aufstieg 2012 auch längst wieder zum geschätzten Stamm der zweiten Bundesliga gehört. Der Meister 2015 und 2016 ist nun in gewisser Weise auf dem Freiburger Weg, will sich ebenfalls auf gewohntem Terrain, irgendwo zwischen Grafing und Gonsenheim, behaupten und mit jungen Kräften fortentwickeln.

Die FT Freiburg kam in der zweiten Bundesliga seit 2001 bis vor Kurzem mit exakt zwei Trainern aus. Der erste war Diego Ronconi, später beim SV Fellbach und jetzt beim Ligakonkurrenten SSC Karlsruhe. 2006 übernahm Wolfgang Beck als Spielertrainer die Verantwortung. Seit dieser Saison lenkt Jakob Schönhagen („Meine Stärke: reden, meine Schwäche: zu viel reden“) die Freiburger Mischung aus Alt und Jung. Der 28-Jährige war vorher Libero. Sein Nachfolger auf dieser Position ist sein Vorgänger als Trainer: Wolfgang Beck, mit 39 immer noch ein Guter in der Ballannahme. Wechselspiele nach Freiburger Façon.

Thiago Welter ist beim SV Fellbach ebenfalls der dritte Zweitliga-Trainer – seit dem Aufstieg 2012. Der 29-Jährige trat im Sommer das Erbe an von Diego Ronconi (bis 2015) und von Markus Weiß (bis 2017). Und auch der Brasilianer hat wie Jakob Schönhagen den Auftrag, junge Spieler heranzuführen, damit sie möglichst rasch in Positionen hineinwachsen können, die ältere bekleiden oder bekleidet haben. Die FT Freiburg profitiert dabei von der Arbeit des hauptamtlichen Jugendleiters Daniel Raabe. „Wir haben im Zweitliga-Kader gerade acht Spieler unter 21 Jahren “, sagt Jakob Schönhagen: „Das ist der Lohn dieser Arbeit.“ Der SV Fellbach hat keine vergleichbare Basis, die Mannschaft übt nach den Erfolgen der vergangenen Jahre mit dem Management dahinter aber schon auch ihre Anziehungskraft auf junge Akteure aus. So fanden Tin Tomic, 20, Jan Jalowietzki, 21, Johannes Leipert, 20, Daniel Schön, 17, oder zuletzt Manuel Harms, 21, und Patrick Pfeffer, 22, in die Fellbacher Formation. Die Erfahrenen braucht es mithin sowohl in Fellbach als auch in Freiburg. Bei den Gästen gibt vorneweg der Außenangreifer Marcus Gensitz, 30, Halt, der schon in der zweiten Liga aufschlug, als seine Mitspieler Luc Hartmann oder Tom Kaufhold noch im Kindergarten spielten. Beim SV Fellbach geht Valters Lagzdins voran. Der ehemalige Erstliga-Angreifer war nicht nur zuletzt beim 3:0-Erfolg in Delitzsch überragender Akteur in der Halle.

„Valters hat in dieser Saison noch kein einziges schwächeres Spiel gemacht“, sagt Thiago Welter. So kann der 27-Jährige wie Patrick Köder, 27, oder Valentino Nadale, 29, die Begabten führen und mit heranführen. Etwa Manuel Harms und Daniel Schön. „Manuel hat diese Woche hervorragend trainiert. Auch Daniel könnte dieses Mal eingesetzt werden. Er hat im Training bewiesen, was er kann“, sagt Thiago Welter, der gemeinsam mit seinem Freiburger Pendant Jakob Schönhagen all die vorhergehenden Lehrgänge, Mühen und Aufgaben bewältigt und die A-Lizenz erworben hatte.

Beide setzen sich nun dafür ein, dass ihre Teams noch lange in der zweiten Liga mitmischen werden. Auch dann noch womöglich, wenn einmal Angela Merkel nicht mehr Bundeskanzlerin sein wird und Joachim Löw nicht mehr Bundesfußballlehrer.

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach sieht sich am Samstag bereits um 13.30 Uhr den Gästen des TV Radolfzell gegenüber. Dabei hofft das Team um den Trainer Michael Dornheim in der Gäuäckerhalle I auf eine Premiere: auf den ersten Saisonsieg in der dritten Liga nach bislang sechs Niederlagen.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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