Der dritte Titel und dann ab nach oben

Die Fellbacher Zweitliga-Männer wollen in der am Wochenende beginnenden neuen Saison die sportlichen und die organisatorischen Voraussetzungen für den Aufstieg ins Oberhaus schaffen.


16.09.2016

Foto: Ian Georg Strohbücker

Seit dem frühen Mittelalter bereits gibt es das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“. Dreimal musste ein Angeklagter seinerzeit vor der Volksversammlung erscheinen, ehe das Gericht ein Urteil über ihn fällen durfte. Dieser Ausflug in die Historie dürfte den Volleyballern des SV Fellbach und ihrem Trainer Markus Weiß völlig gleichgültig sein. Wichtiger ist für sie, dass dieses Sprichwort auch noch in der neuen Zweitliga- Saison Bestand hat. Diese beginnt für den SVF am Sonntag (16 Uhr, Hegelhalle in Vaihingen) mit dem Derby gegen den TSV G.A. Stuttgart. Nach 24 absolvierten Punktspielen soll die Runde dann Ende April mit dem dritten Zweitliga-Meistertitel in Serie und dem Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse enden, in der die Fellbacher letztmals in der Saison 2001/02 unterwegs waren.

 

Die deutlich schwerere Aufgabe für dieses Unterfangen hat dabei nicht die Mannschaft auf dem Feld, sondern das Team um Stephan Strohbücker, Vorstand Lizenzspielbetrieb, und die Abteilungsleiterin Alexandra Berger zu bewältigen. Die Chancen, dass die Fellbacher Männer erneut die meisten Punkte sammeln und abermals erfolgreich den Meistertitel in der Zweiten Bundesliga Süd verteidigen, schätzt Markus Weiß ziemlich hoch ein: „Es wird wohl einen Zweikampf mit Eltmann geben. Kleine Außenseiterchancen haben Freiburg und Hammelburg“, sagt der 33-Jährige.

Absolvieren die 14 Akteure vom „Roten Rudel“ ihre sportlichen Aufgaben nach Plan, dann wird es erst richtig spannend, denn dann müssen der Verein und die Abteilungsleitung sagen, ob es im dritten Anlauf gereicht hat, die finanziellen und die organisatorischen Voraussetzungen für den Aufstieg in Liga eins zu schaffen. „Uns ist bewusst, dass das eine Herkulesaufgabe ist, die schwerer ist als unsere sportliche. Trotzdem wären ich und die Spieler sehr enttäuscht, wenn es diesmal wieder nicht reicht“, sagt Markus Weiß, der deshalb den Fortgang der Bemühungen der Verantwortlichen soweit es ihm möglich ist, unterstützen will.

 

Direkten Einfluss hat Markus Weiß freilich nur auf das sportliche Geschehen auf dem Spielfeld. Und dafür hat er einen Kader zur Verfügung, der gegenüber dem Gewinn der beiden letzten Meisterschaften an Qualität noch einmal zugelegt hat. Der Kanadier Christopher Howe hatte die Rückkehr in seine Heimat rechtzeitig kundgetan, ansonsten haben die Fellbacher keinen Stammspieler und Leistungsträger verloren. Andererseits kommen in dem gebürtigen Bayer Johannes Leipert (19), der zuletzt in den USA am College unter- wegs war, in dem Friedrichshafener Jan Jalowietzki (20, zuletzt in Delitzsch) und in Christian Bura (22) vom Lokalrivalen und ersten Punktspielgegner TSV G.A. Stuttgart drei Nachwuchskräfte hinzu, die der Trainer behutsam entwickeln und im Hinblick auf den geplanten Aufstieg schon erstligatauglich machen will: „Sie haben alle viel Talent und auf ihren Positionen erfahrene Spieler vor sich, von denen sie lernen können“, sagt Markus Weiß.

 

Noch größere Hoffnungsträger als die drei Nachwuchstalente sind freilich der erst kurz vor Saisonbeginn verpflichtete „Königstransfer“ Tibor Filo und der „Rückkehrer“ Valter Lagzdins. Der 27-jährige Lette, langjähriger Kapitän des Erstligisten TV Bühl und in der Saison 2014/15 im Fellbacher Trikot einer der überragenden Spieler der zweiten Liga, fiel in der vergangenen Runde aufgrund einer Fußverletzung für die meisten Spiele aus. „Ich hatte ihn genau für ein komplettes Spiel auf dem Feld. Er ist natürlich noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber aufgrund seiner Fähigkeiten spätestens für die Rückrunde ein ungemein wichtiger Spieler“, sagt Markus Weiß.

 

Während der Beachprofi Yannick Harms in zwei bis drei Wochen wieder in der Halle angreifen kann, müssen die Fellbacher wohl noch bis Anfang November auf ihren Kapitän Marvin Klass (Leistenbruch) verzichten. Die Lücke stopfen soll unter anderem Tibor Filo. Der 15-malige slowakische Nationalspieler (Mittelblocker) spielte zuletzt sieben Jahre in den höchsten deutschen und österreichischen Klassen. „Wir sind auf allen Position sehr gut besetzt. Trotzdem wird die Runde kein Selbstläufer. Wenn wir Meister werden wollen, dürfen wir uns keine Schwächephase leisten“, sagt Markus Weiß.

 

 

Harald Landwehr   Fellbacher Zeitung


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