Der Meister schaut wieder wie ein Meister aus

Das Zweitliga-Team des SV Fellbach um den überragenden Außenangreifer Yannick Harms zeigt gegen den zähen Konkurrenten FT Freiburg eine weithin starke Vorstellung, setzt sich mit 3:1 durch und von den Abstiegsplätzen weiter ab.


27.03.2017

Foto: Heiko Potthoff

Es war dann genug. Die Widerstandskraft der FT Freiburg verlor ihren Einfluss auf das Geschehen, obschon es gerade noch so ausgesehen hatte, als könne sie den Volleyballern des SV Fellbach an diesem Samstagabend anhaltende Schwierigkeiten bereiten. Doch Patrick Köder fand im vierten Satz einen Weg, den eben noch aufdringlichen Gästen Distanz aufzuzwingen. Er fand Yannick Harms, und er fand ihn ohne Unterlass. Der Zuspieler erhielt ein paar Mal nacheinander Gelegenheit, den überragenden Nebenmann im Angriff einzusetzen. Für die Formation aus Freiburg war das ausgesprochen ungeschickt, weil gegen einen wie Yannick Harms all die Widerstandskraft einfach verpufft. Ein aussichtsloses Unterfangen war das gegen den Außenangreifer mit dem schnellen Armzug, der zuweilen im Flug innezuhalten scheint, um sich den Block auf der anderen Seite des Netzes ein wenig aus der Nähe anzuschauen. Und ein aussichtsloses Unterfangen war das dann, einmal wieder im Hintertreffen, in den verbleibenden Spielminuten auch gegen nun aufs Neue entfesselte Hausherren. Das Fellbacher Zweitliga-Team ließ sich den Vorsprung im vierten Abschnitt vor den 440 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I nicht mehr nehmen, hat sich so gegen den überaus zähen Konkurrenten am Ende mit 3:1 (25:14, 25:21, 23:25, 25:21) durchgesetzt – und dabei weiter von den Abstiegsplätzen abgesetzt. Noch fehlt der Mannschaft um den Trainer Markus Weiß letzte Gewissheit. Theoretisch kann sie nach wie vor in die dritte Liga durchfallen, sie ist drei Spieltage vor dem Saison ende allerdings ganz schön weit entfernt von diesem Szenario. Der Tabellenachte ist vom TSV G. A. Stuttgart gar nicht mehr einzuholen. Der Nachbar wird um den Abstieg nicht herumkommen, weil er lediglich die Stützpunkttalente der VYS Friedrichshafen hinter sich weiß, die ungeachtet der Resultate Erfahrungen in dieser Liga sammeln. Auf den TSV Grafing hat der SV Fellbach sieben Punkte Vorsprung, auf die

L. E. Volleys aus Leipzig und auf den VC Dresden sind es fünf. Einer der drei Konkurrenten wird nach Lage der Dinge nach unten durchgereicht, dem SV Fellbach kann das nur noch passieren, wenn das Geschehen überaus seltsame Wendungen nimmt. Markus Weiß hat nach Verletzungs- und daraus resultierender Niederlagenserie bis Mitte Januar in diesen Wochen keine Lust mehr auf überaus seltsame Wendungen. Er will sie mit seinem Verbund ohne weitere Zeitverzögerung ausschließen: nächsten Samstag, 19.30 Uhr, bei der TG Rüsselsheim II, „einem direkten Konkurrenten“. Der punktgleiche Aufsteiger wird wohl auch nicht absteigen; wer in Hessen gewinnt, steigt definitiv nicht ab.

Die Mannschaft des SV Fellbach hat nun ja wirklich keine Ähnlichkeit mehr mit einer Mannschaft, die in der zweiten Bundesliga demnächst untendurch sein soll. Der Meister 2015 und 2016 wollte sich auch in dieser Saison oben einfinden, die Begleitumstände haben das nicht erlaubt. Doch mittlerweile schaut der Meister immer öfter und immer ausdauernder wieder aus wie ein Meister. Am Samstag mussten die Männer um den Kapitän Marvin Klass und den Hauptangreifer Philipp Arne Bergmann ihre starke Vorstellung nur für kleine Schwächephasen unterbrechen. Die kleine Schwächephase im dritten Durchgang war allerdings groß genug, um die unentwegt lauernden Gäste ins Spiel zu bringen. „Die Leistungsdichte in der zweiten Bundesliga ist enorm“, sagte Markus Weiß. Und die FT Freiburg, derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, ist seit 2001 ein Teil dieser zweiten Bundesliga. Immer präsent in jeder Hinsicht und immer darauf aus, ein noch so unscheinbares Tief des Gegners zu nutzen. Die Volleyballer des SVF haben ihr Tief überwunden. In der zweiten Liga. Und auch jenes am Samstagabend, das die Gäste zum Anlass nehmen wollten, das Geschehen in ihre Richtung zu lenken. Doch es war dann genug. Das Heimteam torpedierte den Widerstand. Patrick Köder fand im vierten Satz einen Weg, und Yannick Harms, der später aus den Hän- den der Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull die Me- daille für den wertvollsten Akteur des Abends erhalten sollte, fand mit schnellem Armzug eine Lösung. SV Fellbach: Klass, Köder, Harms, Bergmann, Nadale, Leipert, Mättig, Lagzdins, Hanenberg, Koch, Jalowietzki, Welsch.

 

Thomas Rennet Fellbacher Zeitung


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