Der Meister will sich wieder aufrappeln

Nach zuletzt zwei Niederlagen in der zweiten Bundesliga reisen die von Verletzungssorgen gepeinigten Fellbacher am Samstag zum fidelen Aufsteiger VC Dresden. Jan Jalowietzkis Verletzung ist nicht so schlimm wie befürchtet.


11.11.2016

Foto: Patricia Sigerist

Frank Bleydorn ist der Neutralität verpflichtet. Aber ein bisschen Mitgefühl darf man in seinem Amt schon mal haben mit einer Mannschaft wie der des SV Fellbach. „Es müsste einen Weg geben, dass jemand, der zweimal Meister wird, dann auch nach oben kommt“, sagt der Pressesprecher der Volleyball-Bundesliga (VBL). Diesen Weg allerdings gab es für den Meister nicht – trotz der sportlichen Qualifikation. Zu hoch sind für den SVF bis dahin die finanziellen Anforderungen in der obersten Spielklasse. Doch jetzt sind die Fellbacher, nach zwei famosen Jahren, auch auf den Spielfeldern der zweiten Bundesliga ein gutes Stück weg vom Aufstieg. Mit zwei Niederlagen nacheinander sind sie, von Verletzungsproblemen gepeinigt, auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen. Nur wenn sie den Negativtrend am Samstagabend (20 Uhr, Gymnasium Bürgerwiese) beim fidelen Aufsteiger VC Dresden aufhalten, irgendwie, dürfen sie in absehbarer Zeit noch auf Anschluss hoffen.

Der Heimspielabend vor sechs Tagen hatte dann doch entschieden zu viel von einem Tiefschlag für die Gastgeber. Mit dem Misserfolg gegen den unbesiegten Tabellenführer Volleys Eltmann (1:3) hatten sie angesichts der Personalmisere ja rechnen müssen. Doch im vierten Satz blieb zu allem Ungemach noch Jan Jalowietzki nach einer Abwehraktion mit einem Aufschrei am Boden liegen. Die Mannschaftsärztin Georgia Sarantou musste den Patienten direkt und minutenlang auf dem Spielfeld versorgen. Bestürzung allenthalben. Das sah richtig schlimm aus – ist nun aber in der Tat doch nicht so schlimm wie befürchtet. Der 20-Jährige mit dem großen Kämpferherzen hat sich keinen Kreuzbandriss zugezogen, sondern lediglich eine Kapselzerrung, die ihm eine Zwangspause von drei bis sechs Wochen auferlegt. Jan Jalowietzki wird sich bald wieder aufrappeln und in dieser Saison noch oft hart zuschlagen können.

Die (halbwegs) gesunden Fellbacher Teamgefährten müssen auch erst einmal wieder auf die Beine kommen – möglichst schnell. Am Samstagabend wartet die nächste komplizierte Aufgabe. „Wir müssen nach vorne schauen“, sagt der Trainer Markus Weiß. Zur nächsten Begegnung beim VC Dresden und generell in der zweiten Liga. „Wir wollen so lange wie möglich um einen Platz unter den besten drei kämpfen“, fügt der 33-jährige A-Lizenz-Inhaber hinzu. Den Volleys Eltmann, die sich wie sonst bloß noch die Fellbacher dem Vorlizenzierungsverfahren der VBL unterzogen haben, fehlen derzeit wohl ebenfalls die Voraussetzungen für die erste Spielklasse. Nur diese beiden Vertreter der zweiten Bundesliga Süd dürfen den Aufstieg überhaupt in Betracht ziehen kommt denn doch noch ein nicht zu geringes sechsstelliges Budget zusammen. Allerdings braucht es auch mit Vorlizenzierung zumindest einen dritten Platz. Der Vierte darf nicht mehr in die erste Liga. „Wir wollen uns die theoretische Chance erhalten“, sagt Markus Weiß.

Den ersten Schritt dahin soll das verbliebene Häuflein in Dresden hinbekommen. Neun Akteure aus dem 14-köpfigen Kader kann der Trainer Markus Weiß noch auf das Spielfeld beordern. Timo Koch und Patrick Köder sind mit Schulter- beziehungsweise Knieverletzung ebenso außen vor wie Yannick Harms und Jan Jalowietzki, die am Samstag als Assistenten mit in den Osten der Republik reisen. Der Blocker Jonas Hanenberg ist geschäftlich verhindert. Für die eine oder andere Position haben die Gäste überhaupt keine Alternative im Aufgebot. Der Diagonalangreifer Valters Lagzdins zum Beispiel wird in Dresden ohne Hintermann auflaufen, ebenso der Zuspieler Christian Bura und der Libero Sebastian Mättig sowieso. Die verbliebene Kleingruppe will trotz allem den Gastgeber bremsen. „Das ist ein junger, mutiger Aufsteiger, der mit einem schnellen Spiel sehr gut den Gegner unter Druck setzen kann“, sagt Markus Weiß. „Wir werden jedoch Paroli bieten und zeigen, dass wir auch unter diesen Bedingungen noch zu den Topmannschaften gehören.“ Der Meister 2015 und 2016 hat immer noch was vor in dieser Saison, auch wenn es nach Lage der Dinge keinen Weg mehr gibt zum Titel 2017.

Info Dreimal hat das zweite Team des SV Fellbach zuletzt gewonnen und sich in der Regionalliga auf den dritten Platz vorgearbeitet. Am Samstag (19.30 Uhr, Uni-Halle) können die Volleyballer um den Trainer Philipp Arne Bergmann die Serie beim USC Freiburg fortsetzen.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Regionalligameister: 2012

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