Der Meister will zum Aufsteiger reifen

Der SV Fellbach plant eine schrittweise Professionalisierung, um perspektivisch den Sprung von der zweiten in die erste Liga wagen zu können. Diese Saison beginnt für den Titelverteidiger mit einem Heimspiel am Samstag gegen den SV Schwaig.


25.09.2015

Foto:Ian Georg Strohbücker

Jetzt geht es wieder los für die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach. Am Samstag (20 Uhr, Gäuäckersporthalle I) starten sie mit einer Heimpartie gegen den SV Schwaig in die neue Spielzeit. Die Hausherren um ihren neuen Trainer Markus Weiß gehen als amtierender Titelträger ins Rennen. Sie sind die Gejagten. Ein Rückblick - und Ausblick.
Hätten die SVF-Volleyballer vor einigen Monaten nicht nur die Meisterschaft in der zweiten Liga Süd gefeiert, sondern gleichzeitig auch ihr Aufstiegsrecht in Anspruch genommen, dann würden nun Mannschaften wie etwa der VfB Friedrichshafen den Fellbachern gegenüberstehen. Mannschaften, gespickt mit Spitzenvolleyballern, die regelmäßig international am Ball sind. Doch die Fellbacher haben sich bewusst dagegen entschieden. Zu schnell wäre es den Vordenkern um den Teammanager Stephan Strohbücker gegangen. Egal, ob in sportlichen, organisatorischer oder betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Oder anders gesagt: Die Fellbacher fühlten sich in ihrer Gesamtheit noch nicht reif für die höchste deutsche Spielklasse. Und möchten nun, in allen Bereichen, weiter reifen.
'Wir wollen Schritt um Schritt die Professionalisierung vorantreiben', sagt Stephan Strohbücker. Der Teammanager ist dabei zuständig für die Rahmenbedingungen. Markus Weiß, der Nachfolger von Diego Ronconi auf der Trainerbank, zeichnet für die sportliche Entwicklung verantwortlich. Der 32-jährige Familienvater aus Waiblingen, vom Regionalligisten MTV Ludwigsburg gekommen, will aufbauen auf die Basisarbeit, die in den zurückliegenden Jahren Diego Ronconi (nun bei Drittligisten SSC Karlsruhe) geleistet hat. 'Ich habe eine tolle Einheit vorgefunden', sagt Markus Weiß. 'Kompliment an meinen Vorgänger.'
Auf Basis dieser Einheit versucht der A-Lizenz-Trainer, das SVF-Spiel weiterzuentwickeln. Es soll reifen - in einem Jahr soll der Erstliga-Aufstieg als Ziel ausgegeben werden können. Dazu muss Markus Weiß vordenken: 'Wir gehen jetzt den nächsten Schritt und legen sportlich die Latte höher.' So trainieren die SVF-Spieler nun fünfmal in der Woche, zweimal mehr als bislang. Dazu wird Marcel Frisch, der Markus Weiß aus Ludwigsburg gefolgt ist, fortan die Spielanalysen durchführen. Papier und Stift haben dabei ausgedient. 'Mit ein paar Sekunden Verzögerung werden wir auf einem Tabletcomputer auf der Trainerbank das Spiel nachverfolgen können', sagt Markus Weiß. Quasi ein augenscheinliches Symbol der fortschreitenden Entwicklung beim SV Fellbach.
Rein spielerisch setzt Markus Weiß, die erste Liga immer im Hinterkopf, zum Beginn seiner Mission primär auf zwei Entwicklungsfelder. 'Wir haben keine großen Außenangreifer, müssen uns aber mittelfristig auf größere Blockspieler einstellen. Also werden wir über die Außenposition extrem schnell spielen', sagt der Coach. 'Und im Aufschlag gehen wir den Schritt zu reinen Sprungaufschlägen. Nur so kann man auf hohem Niveau die gegnerische Annahme in Bedrängnis bringen.'
Beim SVF-Trainer steht der perspektivische Ausblick ins Oberhaus im Fokus. Formal gilt die Parole, wohl mehr, weil so viele danach fragen: 'Das Saisonziel lautet Platz drei und besser.' Die Zusammensetzung der Mannschaft lässt Gutes erwarten mit den Zugängen Yannick Harms (CV Mitteldeutschland), Christopher Howe (University of British Colombia, Kanada) und Tin Tomic (MTV Ludwigsburg).
Am Samstag gilt es nun erstmals zu beweisen, wie weit der SVF mittlerweile gereift ist - auch der Fellbacher Oberbürgermeister Christoph Palm wird sich davon als Zuschauer überzeugen. Der SV Schwaig, mit einem 3:1 gegen die FT Freiburg in die Runde gestartet, ist ein echter Prüfstein. Die Gäste um den Trainer Michael Raddatz, einst für den SVF in der ersten Liga am Ball, gehören zum gehobenen Inventar der zweiten Liga Süd.

Uwe Abel, Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...