Der Zuspieler ist allein zu Haus

Patrick Köder, der Kapitän des Fellbacher Zweitliga-Teams, ist bis zur Genesung seines Vertreters Felix Klaue der einzige Ballverteiler im Aufgebot – auch noch am Samstag im Heimspiel gegen die bayerischen Gäste vom TSV Grafing.


27.10.2017

Foto: Patricia Sigerist

Patrick Köder ist ein richtig guter Zuspieler. Einer der besten in der zweiten Bundesliga. Sein Passspiel erfüllt auf diesem Niveau höchste Ansprüche. Auch die souveräne Präsenz, die er sich in fünf Zweitliga- Jahren erarbeitet hat, kommt ihm und seinem Team zugute – derzeit noch ein bisschen mehr als üblich. Der Kapitän hat als Einziger beim SV Fellbach keine Sekunde der ersten vier Begegnungen versäumt. Doch dem 27-Jährigen blieb ungeachtet seiner Vorzüge in zentraler Rolle gar nichts anderes übrig, weil er in diesen ersten Saisonwochen auf seiner Position keinen Vertreter hat. Der Rückkehrer Felix Klaue, bis zum Frühjahr 2016 schon Partner und Konkurrent des Oeffinger Ballverteilers, muss wegen eines Handbruchs pausieren. Dem Fellbacher Trainer Thiago Welter fehlt die Wahl. Patrick Köder muss durchspielen. Felix Klaue kann ihm auch am Samstagabend (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) im Heimspiel gegen den TSV Grafing keine Aufgaben am Netz abnehmen.

Die Situation birgt aus Sicht der Volleyballer des SV Fellbach schon ein gewisses Risiko. Patrick Köder darf nichts passieren; andernfalls ist nicht ganz klar, was dann passieren soll. Thiago Welter weiß: „Wenn Patrick sich verletzt, haben wir ein Problem.“ Zwar hat Sebastian Mättig in der Vergangenheit bereits gezeigt, wie geschmeidig er zuspielen kann.

Dem Libero allerdings, mag er noch so umfassend ausgebildet sein, erlaubt das Regelwerk keinen Positionstausch.

Patrick Köder neigt lieber nicht zur Besorgnis. Er kann dabei an einen namhaften Vorgänger im Trikot des SV Fellbach denken. Simon Tischer, noch immer Kapitän des Erstliga-Tabellenführers VfB Friedrichshafen, hatte in der Saison 2000/2001 den Verbund des SVF zurück in die oberste Liga gelenkt; der junge Kerl mit der großen Begabung war dabei der einzige Zuspieler im Aufgebot (Rückhalt für den Notfall gab allerdings Marc Blaich, ein überaus vielseitiger Angreifer). Patrick Köder muss als Spielgestalter nicht so lange allein vorangehen.

Bisher hat er als einziger Zuspieler die Angelegenheiten im Sinne einer vernünftigen Auftaktbilanz geregelt. Der SV Fellbach hat zweimal gewonnen, auswärts zwar auch zweimal verloren – beim SV Schwaig und bei den Volleys Eltmann: Das sind aber vielleicht die zwei versiertesten Mannschaften der Liga. Nicht weit dahinter folgen nach Lage der Dinge die Volleyballer des TSV Grafing, die vor dieser Saison Julius Höfer vom Erstligisten TSV Herrsching hinzugewonnen haben. „Es wird nicht leicht sein, ihn zu stoppen. Die Grafinger haben aber auch andere Akteure, die sehr stark sind, beispielsweise den Zuspieler Fabian Wagner“, sagt Thiago Welter. Er hat zuletzt im Training das Augenmerk auf Spielelemente gelegt, die bis dahin noch nicht nach Wunsch funktioniert haben: die Ballannahme, Block und Abwehr. „Ich hoffe, dass wir stabiler auftreten können, und wenn wir das schaffen, haben wir gegen jeden Gegner gute Chancen – auch gegen den TSV Grafing“, sagt Thiago Welter.

Der Brasilianer muss nicht nur auf Felix Klaues Ballkontakt verzichten. Patrick Pfeffer hat sich eine Hüftverletzung zugezogen und wird deshalb gegen die Gäste aus Bayern nicht mit hinlangen können. Tim Holler, der deutsche Beachvolleyball-Meister beim SVF, ist im Urlaub in der Türkei. Alle anderen wollen sich nach den drei Trainingseinheiten während der Woche am Samstagvormittag noch ein letztes Mal auf das Geschehen am Abend vorbereiten, auf das zweite Heimspiel dieser Zweitliga-Runde. Mit Patrick Köder, dem Zuspieler, der ein richtiger guter ist in der zweiten Liga, aber gerade ein bisschen allein zu Haus.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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