Der Zweitligist spielt eine Etage höher

Der Landesliga-Vertreter TSV Flacht verliert in der dritten Runde des Verbandspokalwettbewerbs gegen den SV Fellbach erwartungsgemäß mit 0:3 Sätzen - und freut sich über die Rekordkulisse von knapp 300 Zuschauern.


15.01.2013

Der Spuk ist nach fast genau einer Stunde Spielzeit vorbei. Wer tatsächlich an einen Satzgewinn für den TSV Flacht geglaubt hat, muss schon ein grenzenloser Optimist oder ein fanatischer Anhänger der Mannschaft sein. Der Zweitligist SV Fellbach hat die Pokalaufgabe beim TSV Flacht am Freitag Abend wie erwartet in drei Durchgängen ohne Probleme mit 25:10, 25:17 und 25:8 gelöst und steht nun in der Runde der letzten acht.

Aber was heißt da Spuk? Für die Flachter Mannschaft war es das sportliche Erlebnis schlechthin. Noch nie hatten sie bei einem Volleyballspiel so viele Zuschauer - unter anderem auch die Weissacher Bürgermeisterin Ursula Kreutel, die vom Landkreistag in Berlin nach kurzem Zwischenstopp zuhause direkt in die Halle eilte, um von Mitte des zweiten Satzes an mit der heimischen Mannschaft mitzufiebern. Noch nie war der TSV in einem Pflichtspiel gegen einen solch hochklassigen Gegner angetreten. Und auch wenn es manchmal nicht unbedingt danach aussah - der nahm die ganze Angelegenheit doch einigermaßen ernst. SV-Trainer Diego Ronconi schlürfte zwar während des Einspielens seiner Schützlinge auf der Tribüne noch gemütlich einen Kaffee. Doch das hatte keineswegs etwas mit Überheblichkeit zu tun, sondern vielmehr mit der Philosophie des Coaches. 'Meine Arbeit passiert unter der Woche in der Halle, jetzt ist die Mannschaft dran.'

Viele Lücken lässt der Zweitligist SV Fellbach den Gastgebern beim Pokalspiel in Flacht nicht. Foto: Andreas Gorr

Mit Ausnahme des Liberos Stephan Peéry und des Mittelblockers Daniel Wolfram hatte Fellbach alles an Bord, was auch in der zweiten Liga aufschlägt. In Längenangaben heißt das: in Flacht standen nur zwei Akteure auf dem Feld, die unter 1,90 Meter maßen. Libero Stephan Strohbücker fehlt mit 1,89 Meter ein Zentimeter, bei Marvin Klass, in der vergangenen Runde noch bei Erstligist TV Rottenburg am Ball, sind es drei. Kein Wunder also, dass der Gast manchmal eine Etage höher spielte als die Schützlinge von Trainer Markus Kliche. Vor allem wenn der wuchtige Zwei-Meter-Mann Raimund Abele von hinten zum Sprung ansetzte, ging ein Raunen durch das Publikum, und es war klar: Dagegen ist kein Flachter Kraut gewachsen.

Der TSV kam überraschend gut ins Spiel, drehte einen 0:3-Rückstand sogar in eine 5:4-Führung. Doch die Nervosität war wohl noch nicht ganz abgeschüttelt, wie einige Aufgaben ins Netz bewiesen. Fellbach zog auf 10:5 davon. Und als Abele die TSV-Annahme mit seinen krachenden Sprungangaben vor scheinbar unlösbare Probleme stellte, war der Satz früh entschieden. Erst im zehnten Versuch donnerte Abele den Ball ins Netz, es hieß 20:6. Mit dem 25:10 war der Durchgang nach 17 Minuten beendet. Im zweiten Satz machte sich Bruder Leichtfuß im Fellbacher Lager breit. Bis zum 9:11 hielten die Gastgeber mit, hatten dabei Glück mit zwei Netzrollern, provozierten aber auch mehrmals einen Einer-Block beim Gegner und kamen so zum Erfolg. Eng wurde es für Fellbach nicht, mit dem 17:25 nach 24 Minuten erzielte der Landesligist aber einen Achtungserfolg.

David hatte Goliath gereizt und bekam dafür die Quittung. 0:10 und 4:21 lauteten die Zwischenstände in Durchgang drei - erst dann ließ es der Zweitligist wieder ein klein wenig lockerer angehen und gestattete Flacht vier weitere Punkte zum 8:25.

Das Gute an der schnellen Niederlage: Der TSV Flacht hatte vermeintlich Kraft gespart für das Landesliga-Punktspiel am Samstag beim SV Remshalden. Ein Sieg sollte her, um möglicherweise noch in den Kampf um Platz zwei eingreifen zu können. Daraus wurde jedoch nichts. Der TSV zog in drei Sätzen (19:25, 18:25, 23:25) den Kürzeren. Fellbach erging es in der zweiten Liga nicht besser. Der Aufsteiger verlor in Mainz ebenfalls mit 0:3 (15:25, 21:25, 22:25).

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Andreas Klingbeil.

 

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