Diego Ronconi findet mit der Enduro seine Mitte

Bericht in der Stuttgarter Zeitung: Der Trainer des Regionalliga-Tabellenführers SV Fellbach, 47, redet vor dem Beginn der zweiten Saisonphase am Samstagabendgegen die Gäste des VC Offenburg über die Entwicklung seiner Mannschaft und andere Leidenschaften. Von Thomas Rennet


11.01.2012

Herr Ronconi, Sie sind ein leidenschaftlicher Motorradfahrer. Haben Sie Ihre Enduro bayerischer Herkunft, die mit den 110 Pferden unterm Sattel, auch schon von ihrem Wohnort Bühl nach Fellbach gelenkt?

Die Neue habe ich noch nicht so lange, die haben wir erst im November dieses Jahres angeschafft. Mit der Alten bin ich jedoch im Sommer häufiger ins Training gefahren. Nach 108 000 Kilometern seit 2004 bekommt sie nun ihr Gnadenbrot.

Etwa 150 Kilometer sind es von Bühl nach Fellbach - ob auf dem Motorrad oder im Auto. Sie betreiben einen gewaltigen Aufwand, um als ehemaliger Profitrainer in der Freizeit das Regionalliga-Team des SV Fellbach zu trainieren. Ist Volleyball für Sie die faszinierendste Nebensache - faszinierender noch als Motorradfahren?

Na ja, es gibt schon einige Nebenbeschäftigungen, die es mit Volleyball aufnehmen können. Motorradfahren gehört sicher dazu, es ist für mich eine Art Meditation, wann immer ich unausgeglichen bin, bringt mich eine Stunde Motorradfahren wieder in meine Mitte - wetterunabhängig. Es gibt aber auch andere Projekte, die mich zeitlich einbinden: Zurzeit bauen wir etwa eine Outdoor-Sauna im Garten, in naher Zukunft werden wir möglicherweise noch Nachwuchs in Form eines Berner-Sennen-Welpen bekommen. Und schließlich ist da noch der eigene Sport - Tennis, Skifahren, Squash -, der leider oft zu kurz kommt.

Im Hobby Volleyball trifft es sich gut, dass sich Aufwand und Einsatz vermehrt in den Fakten spiegeln. Vor dem Beginn der zweiten Saisonphase am Samstag um 20 Uhr gegen den VC Offenburg führen Sie mit dem Team des SVF die Regionalliga an. Der passende Moment für ein positives Fazit - oder?

Das sieht ganz gut aus. Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme, wir haben noch acht Spiele vor uns. Das Team entwickelt sich weiter, wenngleich sich nicht alle Spieler im gleichen Tempo entwickeln. Aus meiner Sicht sehr positiv ist auch die wahrnehmbare Entwicklung im Unterbau der Abteilung des SV Fellbach - hier werden die Weichen für die nahe Zukunft gelegt.

Es war sportlich aber noch nicht alles gut. Ab und an hatte die Mannschaft viel Mühe und zu ihrem Glück Jonas Hanenberg und Alexander Walkenhorst. Ohne die neuen Fachkräfte mit Erstliga-Erfahrung wäre die feine Zwischenbilanz kaum denkbar!?

Alex war von vornherein ein Teil unseres Konzepts für die laufende Saison, dass schließlich noch Jonas dazugekommen ist, war ein Glücksfall für uns. Allerdings wären andere Teams ohne ihre stärksten Spieler auch nicht da, wo sie jetzt stehen. Insgesamt ist die Regionalliga in diesem Jahr stärker als in den vergangenen Jahren.

Wie es jetzt ausschaut, sind Sie mit den Fellbacher Spielern auf einem guten Weg, das Saisonziel zu erreichen: die Qualifikation für die dritte Liga, die im Sommer bei den Volleyballern eingeführt wird.

Wir haben sechs Punkte Vorsprung auf die Plätze, die nicht zum Einzug in die dritte Liga berechtigen. Aber wie gesagt, es ist eine Momentaufnahme. Die Spiele im Januar werden für uns richtungweisend sein, danach werden wir mehr wissen. Wichtig ist es für uns, dass wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung arbeiten.

Fast könnten Sie mit Blick auf den Stand der Dinge mehr noch wollen. Der SV Fellbach ist Erster. Und der Erste darf am Schluss auch diesmal auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga hoffen. Das wäre doch was für Sie, der Sie, allein in Freiburg, schon viele Jahre lang Trainer in der zweiten Liga waren?

Das ist noch ein weiter Weg. Wir sollten noch nicht so weit vorausdenken. Auf der einen Seite kenne ich mich auf diesem Spielniveau ganz gut aus, auf der anderen Seite ist der finanzielle und organisatorische Aufwand für die Abteilung und die Spieler nicht zu unterschätzen.

Können Sie Ihren Einsatz in der Volleyballabteilung des SV Fellbach denn überhaupt auf Dauer fortsetzen oder - im Falle eines Zweitliga-Aufstiegs - gar erhöhen?

Grundsätzlich ist alles möglich. Ich persönlich plane immer mittelfristig, am liebsten in Zeiträumen von zwei bis drei Jahren. Allerdings habe ich gerade im Sport die Erfahrung gemacht, dass Visionen allein nicht genügen, der Plan und dessen praktische Umsetzung sind entscheidend. Sollte es tatsächlich so weit kommen, werden wir uns zusammensetzen und prüfen, was machbar ist.

Die neue Enduro bayerischer Herkunft wird womöglich eh schon zu wenig ausgefahren. Wann ist denn mal wieder eine Tour in Enduro-Gebiet geplant, etwa in die italienisch-französischen Seealpen?

Weite Touren werde ich während meines Engagements im Volleyball wohl nur für den Urlaub planen können. Eventuell steht für 2012 Schottland auf dem Programm. Aber verlängerte Wochenendtouren sind immer drin - vielleicht auch mal wieder in die italienisch-französischen Seealpen. Wobei wir bei uns zu Hause in Baden mit Schwarzwald und Vogesen für Kurztrips ganz gute Bedingungen haben.


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Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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