Diesmal geht der Lehrmeister leer aus

Thiago Welter lenkt die Zweitliga-Mannschaft des SVF zu einem überzeugenden 3:0-Erfolg gegen den SSC Karlsruhe um den guten Bekannten Diego Ronconi, früher Trainer in Fellbach und Ausbilder seines Gegenübers beim schwäbischen Sieger.


18.12.2017

Der Angreifer Valters Lagzdins ( linkes Foto) und der Libero Sebastian Mättig (oben rechts) überzeugen beim 3:0-Erfolg gegen den SSC Karlsruhe mit Präsenz und Präzision. Der Fellba- cher Trainer Thiago Welter (unten rechts) registriert eine starke Vorstellung seines Teams und gewinnt erstmals gegen seinen ehemaligen Ausbilder Diego Ronconi. Fotos: Patricia Sigerist

Dieser Abend hat Thiago Welter richtig gut gefallen. Seine Mannschaft, konsequent auch in den entscheidenden Momenten, wollte am Samstag in der zweiten Bundesliga den Gästen vom SSC Karlsruhe nicht einen Satz überlassen. Und nach dem überzeugenden 3:0-Erfolg (25:19, 27:25, 27:25) der Volleyballer des SV Fellbach hat der 29-Jährige die Glückwünsche des Lehrmeisters vergangener Tage entgegennehmen dürfen. Diego Ronconi, Trainer und Trainerausbilder in Baden, blieb mit dem SSC Karlsruhe diesmal an seiner ehemaligen Wirkungsstätte ohne Erfolgserlebnis: gegen die ehemaligen Spieler in der Gäuäckerhalle I – und gegen den ehemaligen Schüler in Durlach, der dort im Jahr 2014 unter Leitung des nun 53-Jährigen die B-Lizenz erworben hatte. „Mein erster Sieg als Trainer gegen Diego freut mich schon“, sagte Thiago Welter mit einem Schmunzeln.

Vor etwas mehr als zwei Monaten war Diego Ronconi auch schon zurück nach Fellbach gereist, damals hatte sich der starke Aufsteiger aus Karlsruhe im Pokalgeschehen mit 3:0 über den Ligakonkurrenten hinweggesetzt. Am Samstag gewann nicht weniger verdient: das Team des Gastgebers. „Die Jungs entwickeln sich, sie werden immer besser“, sagte Jan Lindenmair. Thiago Welters namhaftem Assistenten, vor ein paar Jahren noch Cheftrainer der Erstliga-Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart, hat dieser Abend ebenfalls richtig gut gefallen: „Das war schön, die Leistung hat gepasst. Auch die Spielerwechsel haben super funktioniert, daran sieht man, wie intakt die Mannschaft ist.“ So kam etwa der 21-jährige Außenangreifer Manuel Harms spät im zweiten Durchgang bei einem 14:17-Rückstand des SV Fellbach aufs Feld und half ganz entschieden und ganz entscheidend mit, den Satzausgleich zu verhindern. „Wir haben unsere kleinen Chancen nicht genutzt – das Ergebnis ist bekannt“, sagte Diego Ronconi, wollte damit aber die Fellbacher Überlegenheit gar nicht anzweifeln: „Der Unterschied war größer, als es die Zahlen ausdrücken.“

Die Volleyballer um den Kapitän und Spielmacher Patrick Köder waren den Gästen des SSC Karlsruhe bei der zweiten Pflichtspielverabredung der beiden Teams sowohl in der Offensive als auch in der Defensive voraus: entschlossener, zielstrebiger. Der Hauptangreifer Valters Lagzdins, erneut der herausragende Akteur in der Halle, ging dabei ebenso voran wie der Hauptverteidiger Sebastian Mättig, der ohne Unterlass mit Präsenz und präziser Zuarbeit auffiel. In der Ballannahme, seiner ersten Aufgabe, hatten die Fellbacher vor den 450 Zuschauern ebenso Vorteile wie im Aufschlagspiel. Hier wie da hatte der erst 20-jährige Tin Tomic bemerkenswerte Anteile. „Wir hatten zuletzt zwei Wochen lang wirklich sehr gut trainiert, und das haben die Jungs im Spiel umgesetzt“, sagte Thiago Welter, der mit seinem Verbund vor der kurzen Weihnachtspause nach dem achten Saisonsieg am SSC Karlsruhe und seinem Vorvorgänger und Ausbilder Diego Ronconi vorbei auf den achten Tabellenplatz vorgerückt ist. Die Hinrunde wird der SV Fellbach erst im nächsten Jahr abschließen, am 7. Januar bei der TG Rüsselsheim II.

Der SSC Karlsruhe hat die erste Saisonhälfte in der Gäuäckerhalle I bereits beendet. Nicht so wie von Diego Ronconi erhofft, der sich beim SV Fellbach nach sechs erfolgreichen Jahren 2015 mit dem Zweitliga-Titel verabschiedet hatte und seither in der badischen Heimat dem ambitionierten Aufsteiger vorsteht, im Zuge eines Hallenneubaus spätestens im Jahr 2021 in die erste Bundesliga klettern will. „Dass wir besser spielen können, ist klar. Aber man muss das in Relation sehen, weil man immer nur so gut spielen kann, wie es der Gegner erlaubt“, sagte der frühere Erstliga-Trainer. Der Gegner hat am Samstag nicht so viel erlaubt. Deshalb hat Thiago Welter, mittlerweile auch A-Lizenz-Inhaber, dieser Abend ungleich besser gefallen als seinem Lehrmeister vergangener Tage. SV Fellbach: Lagzdins, Köder, Tomic, Nadale, Leipert, Harms, Mättig, Jalowietzki, Filo, Koch, Holler, Klaue, Pfeffer, Schön.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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