Drittliga-Akteure vor verschlossenen Türen

Die Mannschaften aus Stuttgart und Fellbach kommen nicht in die Halle.


18.11.2019

Foto: Patricia Sigerist

Es war am Samstag kurz vor 16 Uhr, als das dritte Frauenteam des SV Fellbach in die entscheidende Phase der Begegnung mit dem Spitzenreiter SV Esslingen II kam. Da betrat Max von Berg, Trainer der Fellbacher A-Klasse-Volleyballerinnen, die Gäuäckerhalle II und nahm auf der Bank der Gastgeberinnen Platz. Fortan dirigierte der 21-Jährige vom Spielfeldrand die SVF-Spielerinnen. Überraschte Gesichter allerseits, was war da los? Denn eigentlich sollte just zum Zeitpunkt des Eintreffens Max von Bergs die Partie der Fellbacher Drittliga-Volleyballer beim TSV G. A. Stuttgart angepfiffen werden. Mit am Start dort, in Stuttgart, nicht in Fellbach, so der Plan: Max von Berg. War etwa ein Double in der Gäuäckerhalle II zu sehen, verbarg sich irgendwo unentdeckt eine versteckte Kamera? Nein, weit gefehlt. Es war tatsächlich der echte Max von Berg, der in Fellbach ankam. Er konnte sich der Betreuung der SVF-Volleyballerinnen widmen, da er in Möhringen nicht zum Ball greifen durfte.

Das Kräftemessen der SVF-Männer mit dem Konkurrenten aus Stuttgart war ausgefallen. Zwar waren alle Beteiligten pünktlich vor Ort, um in der Möhringer Rembrandthalle um drei Tabellenpunkte zu ringen. Doch es fehlte ein kleines, ein wichtiges, ein unentbehrliches Detail: der Zugang zur Sportstätte. Daniel Holzäpfel, Teammanager der Volleyballer des TSV G. A. Stuttgart, war sprachlos, schluckte lange, um dann feststellen zu müssen: „Es ist etwas schiefgelaufen, denn die Stadt Stuttgart hat – ohne uns zu informieren – kurzfristig die Nutzung der Sporthalle storniert. Die zuständigen Hausmeister waren so nicht befugt, die Halle aufzuschließen.“ So blieb der versammelten Gemeinschaft von Stuttgarter und Fellbacher Volleyballern samt den Schiedsrichtern Adrien Böttner und Daniel Lenz nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge, also ohne sportliches Tagwerk, wieder von dannen zu ziehen. Es war ein Ärgernis: für die einen mehr, für die anderen weniger.

Am unerfreulichsten war der Spielausfall wohl für Malte Stiel. Der Stuttgarter Außenangreifer war eigens für das Lokalderby aus Zürich angereist – und hatte dabei sicher nicht mit einer verschlossenen Sporthalle gerechnet. Doch egal, ob großes oder kleines Ärgernis, mehr soll daraus am Ende nicht werden. Denn bereits vor Ort signalisierten die Volleyballer des SV Fellbach, dass für sie nichts anderes als eine Nachholbegegnung in Betracht käme. Jan Lindenmair, der Fellbacher Trainer, sagte: „Es gibt nicht viel zu besprechen. Wir wollen das Spiel nachholen. Denn es war offensichtlich eine organisatorische Panne. Das kann passieren, es soll nichts am grünen Tisch entschieden werden.“ Bereits am Samstagabend wurde vom Volleyballverband eine Neuansetzung anberaumt. Einem weiteren Anlauf für diese Begegnung – mit offener Hallentür – sollte also nichts im Wege stehen.

Ein gutes Stück nach 19 Uhr gingen am Samstag dann in der Fellbacher Gäuäckerhalle II die Lichter aus. Die A-Klasse-Volleyballerinnen des SVF – mit Zutritt zur Sporthalle – hatten zuvor gegen die SV Esslingen II und anschließend auch gegen den TSV Leinfelden gewonnen. Von kurz vor 16 Uhr an war auch ihr Trainer Max von Berg an der Seitenlinie dabei.

Uwe Abel   Fellbacher Zeitung


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