Durch den Schmerz hindurch

Wie der Fellbacher Zweitliga-Kapitän Marvin Klass und seine Teamgefährten die nur selten beschwerdefreie Saison noch zu einem nahezu unbeschwerten Ende bringen wollen.


10.03.2017

Marvin Klass hat unlängst sehr pointiert beschrieben, wie er die Abende in kurzen Hosen durchhält. Analytisch wie ein externer Beobachter hat er über Interna der ganz persönlichen Art berichtet, über seine Leidensgeschichte im sportlichen Alltag. Der Kapitän des Volleyball-Zweitligisten SV Fellbach hat an jenem Tag erzählt, wie er für gewöhnlich eine Dreiviertelstunde lang „durch den Schmerz hindurch trainieren muss“, ehe der Körper im besten Fall den Widerstand mitsamt dem Versuch einstellt, Warnsignale zu senden. Im Anschluss kann Marvin Klass dann zwar nicht unbeschwert, mitunter aber immerhin ziemlich beschwerdefrei sein Schlagwerk verrichten. Der 28-Jährige, seit Jugendtagen schon hochklassig am Netz, wühlt sich, erst von Leisten, dann von Schulter- und Rückenproblemen gepeinigt, durch eine weithin vergnügungsarme Saison. Und der Anführer, in der vergangenen Runde der beste Spieler der gesamten Liga, steht da – wie in erfolgreicheren Zeiten – für das ganze Team. Der Meister 2015 und 2016 musste in diesen Monaten durch den Schmerz hindurch. Wühlt sich durch eine lange vergnügungsarme Saison. Und ob die abstiegsgefährdeten Fellbacher beschwerdefrei, gar unbeschwert am Ziel ankommen werden, entscheidet sich erst in den abschließenden Begegnungen. Vorneweg am Samstag (19 Uhr, Jahnsporthalle) beim TSV Grafing.

Fünf Begegnungen hat die Mannschaft des SV Fellbach noch vor sich, verteilt bis zum 22. April. Sie braucht vielleicht zwei weitere Siege, höchstens drei. Am Samstag in Bayern kommen die Akteure um den Trainer Markus Weiß dabei sechs Wochen vor Saisonende an eine Weggabelung. Es ist nicht die erste, und es wird noch nicht die letzte sein. Doch der Tabellenneunte kann den direkt dahinter platzierten TSV Grafing auf einen Holperpfad schicken oder selbst wieder in die unerwünschte Richtung abdriften. Er kann der saison- übergreifenden Ligazugehörigkeit bereits recht nahe kommen oder dem Abstieg sehr viel näher.

 

„Uns erwartet eine Herausforderung. Die Grafinger haben ein großes Repertoire an Spielern und können auf ihr Publikum zählen“, sagt Markus Weiß. „Wir wissen aber, wie wir dagegenzuhalten haben. Die Chance auf einen Sieg ist da: Wir können unsere Ausgangslage weiter verbessern.“ In dieser Begegnung. Aber dafür bleibt nicht nur diese Begegnung.

„Wie auch in den folgenden Spielen liegt es an uns, Punkte zu sammeln. Je mehr Punkte wir dabei im März sammeln, umso entspannter wird der April“, sagt Markus Weiß. Im März trifft der SVF, zwei Wochen nach dem Gastspiel in Grafing, auch noch daheim auf die FT Freiburg. Zwei Gelegenheiten, dem April sein Schreckenspotenzial – weitgehend – zu nehmen.

 

Im Januar und Februar konnten die Fellbacher den Abwärtstrend nach ausufernder Verletzungs- und Niederlagenserie stoppen und zumindest mal wieder drei Spiele für sich entscheiden. Zuletzt, ein Rückschlag, unterlagen sie dem Nachbarn TSV G. A. Stuttgart mit 2:3, aber die Abstiegsplätze wissen sie nun schon seit fast sechs Wochen knapp hinter sich. „Das Team steht so weit gut da“, sagt Markus Weiß. Er hat wieder ein starkes Dutzend beisammen, das gemeinsam die Aufgaben angehen kann. Auch Tibor Filo tastet sich nicht einmal zwei Monate nach einer Menikusoperation im Training wieder heran: „Wir werden ihm die entsprechende Zeit geben, damit er für das Saisonfinale vielleicht wieder richtig fit sein kann.“

Den Abschluss bilden die Reisen nach Rüsselsheim (1. April), nach Hammelburg (8. April) und das Heimspiel gegen den VC Dresden am 22. April. Erst danach kann sich voraussichtlich Marvin Klass regenerieren. Bis dahin will er in kurzen Hosen durchhalten, auch wenn, wie gerade wieder, die Schulterbeschwerden zunehmen. An jenem Abend, als er in aller Nüchternheit den Schmerz beschrieb, der ihn hartnäckig begleitet, sagte der Kapitän des SVF auch noch das:

 

„Wenn es so bleibt, kann ich die Saison zu Ende spielen.“

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach erwartet in der Regionalliga am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) den SSC Karlsruhe II.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung



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