Bundesliga: Ein Abschlussfest in Rot und Blau

Der Zweitliga-Tabellenführer SV Fellbach beendet das Jahr 2015 an diesem Samstagabend mit dem Heimderby gegen die zuletzt sechsmal sieglosen Gäste vom TSV G. A. Stuttgart, die trotz meist respektabler Vorstellungen ganz hinten stehen.


18.12.2015

Das jüngste Heimderby hat Stephan Strohbücker besonders gut gefallen. Nicht das Spiel, obschon ein Spitzenspiel, hob sich damals im Februar ab vom Rest. Der spätere Meister SV Fellbach rauschte nahe- zu ungestreift über den Tabellenführer hinweg. Den Nachbarn vom TSV G. A. Stuttgart ging das an diesem Abend viel zu schnell, weshalb der Abend aus Sicht des Teammanagers auch viel zu schnell vorbei war. Stephan Strohbücker hätte ihn gern noch länger ausgekostet mit Blick auf die Kulisse.

Mehr als 750 Zuschauer waren bei den Volleyballern in der Gäuäckerhalle I, so viele wie zuletzt in Erstliga-Zeiten um die Jahrtausendwende. „So dürfte es regelmäßig sein“, sagt der Vordenker hinter der Fellbacher Mannschaft, die zehneinhalb Monate nach dem Rekordbesuch seit der Rückkehr in die zweite Bundesliga im Jahr 2012 aufs Neue die Gäste aus Stuttgart begrüßen wird. Das Heimspiel an diesem Samstag, 20 Uhr, ist allerdings – anders noch als im Vorjahr – kein Spitzenspiel.

Mit ihren Leistungen in der zweiten Liga haben sich die Fellbacher eine Basis auf- und die dann ausgebaut. Sie haben sukzessive zugelegt, auch an versiertem Personal, und sich vom Abstiegskandidaten zum Meister entwickelt: von Platz neun über Platz sechs auf Platz eins. Auch jetzt sind sie trotz erheblicher Personalprobleme wieder vorn. Parallel zum sportlichen Fortschritt haben sie an Rückhalt auf der Tribüne hinzugewonnen. In dieser Runde haben sich, anders als zumindest noch in den ersten beiden Zweitliga-Jahren, stets mehr als 300 Zuschauer die Heimspiele angesehen, im Schnitt waren es rund 370.

Gegen den TSV G. A. Stuttgart rechnet Stephan Strohbücker unbedingt mit einem saisonalen Höchstandrang, ungeachtet dessen, dass der lokale Gegner diesmal nicht als Erster daherkommt, sondern als Letzter. „Beim Derby zählt der Tabellenplatz nichts“, sagt der Teammanager. Beim Derby zählt im besten Fall schon das Erlebnis, darauf will er hinwirken mit seiner Arbeitsgruppe im Hintergrund. So erhält am Samstag, ein kleines Beispiel, dank Sponsorenhilfe jeder ein Freigetränk, „der Farbe bekennt“ (Strohbücker), also entweder in Rot oder in Blau erscheint, den Farben des SV Fellbach und des TSV G. A. Stuttgart. Ein buntes Volleyball-Fest soll es werden zum Auftakt der Rückserie und zum Ab- schluss vor der kurzen Weihnachtspause. „Wir hoffen auf eine volle Halle – die Jungs haben sich das verdient“, sagt der Fellbacher Trainer Markus Weiß.

Sein Team um den Kapitän Marvin Klass trennen 21 Punkte von der Nachbarschaft aus der Landes- hauptstadt, mehr Abstand findet sich nicht in dieser Liga. Bleibt indes abzuwarten, was davon auf dem Spielfeld zu sehen sein wird. Die Stuttgarter haben zuletzt zwar sechsmal nacheinander dem Gegner den finalen Treffer überlassen; angefangen hat diese zweite Negativserie – nach dem einen Saisonsieg gegen den ASV Neumarkt (3:1) mit der 1:3-Niederlage am 8. November im Hinspiel gegen den SV Fellbach. Der Letzte hat sich dabei meist jedoch konkurrenzfähig präsentiert. Erst recht am vergangenen Spieltag, als den Stuttgartern um Stefan Schmid, Sergej Henkel und den Trainer Srdjan Veckov (alle früher beim SVF) bei der FT Freiburg nach drei vergebenen Matchbällen eine weitere die vierte – 2:3-Niederlage unterlief. „Sie zeigen aufsteigende Tendenz. Im Moment fehlt ihnen ein Er- folgserlebnis, dann wird auch das Selbstbewusstsein wieder wachsen“, sagt Markus Weiß.

Eben das hat seine Mannschaft nach bereits zehn Saisonsiegen. Die Fellbacher haben die Widrigkei- ten in diesen Monaten als Teil der Aufgabe angenommen – und fast immer Lösungen gefunden. Auch am Samstagabend steht – wie quasi während der gesamten Hinrunde – Valters Lagzdins wegen seiner Fußblessur nicht zur Verfügung: der beste Angreifer der Liga. Florian Sellner kann erneut wegen sei- ner Knieverletzung nicht mitwirken, Tim Holler und Yannick Harms sind an diesem Wochenende in Beachangelegenheiten beim Champions Cup in Ägypten. „Für uns geht es darum, unter diesen Bedingungen weiterhin konzentriert zu spielen“, sagt Markus Weiß.

Damit er – wie der Teammanager Stephan Strohbücker – in jeder Hinsicht Gefallen findet am nächsten Heimderby.

Info Auch für die zweite Vertretung des SV Fellbach beginnt, allerdings nach einer mäßigen ersten Saisonhälfte, die Rückrunde. Der Regionalliga-Siebte tritt am Samstag (20 Uhr, Achertalhalle) beim Letzten TV Kappelrodeck an. Das Hinspiel entschied der SVF II Anfang Oktober mit 3:1 für sich.

 

Thomas Rennet Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...