Ein Meistertreffen der etwas anderen Art

Der SV Fellbach erwartet am Samstag die L. E. Volleys aus Leipzig unter ungewöhnlichen Vorzeichen: Die Zweitliga-Topteams der vergangenen drei Jahre müssen in der laufenden Saison schauen, dass sie nicht in die dritte Liga durchgereicht werden.


17.02.2017

Foto: Patricia Sigerist

Zwei aus dem Zweitliga-Süden haben in den vergangenen drei Jahren tatsächlich Eintrittskarten für die erste Spielklasse erworben, nun schmettern die Mannschaften aus Herrsching (seit 2014) und Rüsselsheim (seit 2015) auf höchstem Niveau. Die Besten waren sie nicht, aber der Konkurrenz zumindest im Hinblick auf die Rahmenbedingungen voraus.

Deshalb kletterten die Bayern zu ihrer Zeit vom dritten und die Hessen vom zweiten Tabellenplatz aus ganz nach oben. Zweitliga-Meister waren andere: die L. E. Volleys aus Leipzig (2014) und der SV Fellbach (2015, 2016). Am Samstag reisen die Schlagmänner aus dem Osten des Landes zum nachfolgenden Titelgewinner. Das Treffen der Meister am Abend (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) hat allerdings nicht viel von einem Meistertreffen, die Vorzeichen sind so ungewöhnlich wie gewöhnungsbedürftig: Die Topteams der vergangenen drei Jahre müssen in der laufenden Volleyball-Saison schauen, dass sie nicht in die dritte Liga durchgereicht werden.

Die L. E. Volleys lassen im Abstiegskampf wenig unversucht, und sie sind dann auch mal wenig anspruchsvoll bei der Wahl ihrer Freunde: Unterstützung bekommen sie in der Not jetzt halt auch vom Teufel, ihrem neuen Maskottchen in der Brüderhölle, wie sie ihre Heimstätte nennen. Es ist ja eh schon der Teufel los. In dieser Liga. Auch in Leipzig. Da haben die Volleyballer aus Sachsen nach einem Fehlstart sieben Begegnungen hintereinander für sich entschieden, insgesamt mittlerweile acht. Und doch sind sie die Abstiegssorgen mitnichten los. Da geht es ihnen wie dem SV Fellbach. Die gebeutelten Männer um den Trainer Markus Weiß präsentieren sich trotz ihrer schier endlosen Verletzungs- und nach ihrer schier endlosen Niederlagenserie seit knapp einem Monat wieder gestärkt und stark verbessert, das spiegelt sich aber nicht in der Tabelle. Am spielfreien Wochenende zuletzt sind sie erneut auf jenen elften Tabellenplatz zurückgefallen, der am Schluss im April die Falltür zur dritten Liga bedeutet. Die L. E. Volleys aus der ehemaligen Volleyball-Kapitale haben einen Platz davor einen Punkt mehr, aber auch schon eine Begegnung mehr absolviert.

 

Personalsorgen haben die beiden Teams in der zweiten Bundesliga nach unten gerissen. Beide haben im Verlauf der Runde Lösungen gefunden für ihre Probleme und können nun bei Gelegenheit wieder so Volleyball spielen, als wären sie erneut Titel- und keine Abstiegskandidaten. Eine Gewähr für die Aufenthaltsverlängerung ist das nicht; derzeit ist kaum absehbar, wer sich da unten tatsächlich und noch vor dem Saisonfinale am 22. April wieder  herauswinden kann.

Niemand von Platz sechs an (TG Rüsselsheim II) darf sich sicher sein. Im September wird nach Lage der Dinge zumindest einer in der dritten Liga aufschlagen, der in der zweiten Liga sehr viele Punkte gesammelt hat viel zu viele Punkte an sich für den Abstieg. „Wir haben zuletzt nur unsere Ausgangslage verbessert aber definitiv nichts erreicht. Gegen die L. E. Volleys aus Leipzig haben wir die nächste Chance, die Ausgangslage zu verbessern“, sagt Markus Weiß, der Trainer des SV Fellbach, in ausgewiesener Nüchternheit. 

Bei den Gästen um den Zuspieler Predrag Bicanin ist zuletzt Jannik Kühlborn nach langer Zwangspause für ein paar Momente aufs Spielfeld zurückgekehrt. Der 24-Jährige bildete vor drei Jahren mit Sebastian Hähner das stärkste Außenangriffsduo der Liga. Zwei Jahre später bildeten der Fellbacher Kapitän Marvin Klass und Yannick Harms ein noch stärkeres. Die beiden haben auch in diesen Tagen viel Positives beigetra- gen zum Aufschwung, Marvin Klass hat sich dabei aber wegen seiner Schulterblessur auf den Liberopart beschränken müssen. Patrick Köder, ein weiterer Meisterspieler mit langer Leidenszeit, wird nach dem Herantasten im Regionalliga- Team nun wohl erstmals wieder in den Zweitliga-Kader rücken seit Anfang Dezember.

 

Es kann gut passieren, dass die Zuschauer in der Gäuäckerhalle I am Samstag ein Zweitliga-Spiel von ausgesuchter Qualität erleben werden. Es kann aber schon auch passieren, dass einer der Meister der vergangenen Jahre ein paar Wochen später um den Abstieg nicht herumkommen wird.

InfoDie Volleyballer der Zweitvertretung des SV Fellbach können sich die Zweitliga-Begegnung nicht anschauen: Die Regionalliga-Akteure treten am Samstagabend ebenfalls um 20 Uhr daheim an – nebenan in der Gäuäckerhalle II gegen den USC Freiburg.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung



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Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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