Ein neuer Anfang in der zweiten Bundesliga

Die Mannschaft des SV Fellbach bezwingt am Samstag den Mitaufsteiger TGM Mainz-Gonsenheim - 3:0.


03.10.2012

Von Thomas Rennet, aus der Fellbacher Zeitung.


Manchmal sind halt zwei Anläufe erforderlich. Wenn zum Beispiel, wie am Samstag im zweiten Satz, Jonas Hanenberg den Ball noch nicht beim Gegner auf den Boden bringt und Lars Lückemeier unerschüttert die zweite Chance nutzt. Zwei Anläufe haben die Volleyballer des SV Fellbach auch benötigt, um in der zweiten Bundesliga anzukommen. Nach dem schwachen Einstand sieben Tage zuvor beim Titelverteidiger GSVE Delitzsch (0:3) ist ihnen bei zweiter Gelegenheit ein etwas anderer Vortrag gelungen - und vor allem: der erste Saisonsieg. Der Verbund um den Cheftrainer Diego Ronconi hat am Samstagabend vor 400 Zuschauern den Mitaufsteiger TGM Mainz-Gonsenheim mit 3:0 (25:23, 27:25, 25:16) bezwungen.


Um 21.26 Uhr hat Raimund Abele den Ball ein letztes Mal in die Mainzer Spielhälfte gewütet. Das Ende einer lange ausgeglichenen Begegnung, ein neuer Anfang in der zweiten Bundesliga. Der Diagonalangreifer besiegelte auf seine Weise nach achtjähriger Abstinenz den ersten Erfolg einer Mannschaft des SV Fellbach in der zweiten Bundesliga - exakt seit dem 20. März 2004, als das damalige Team mit einem 3:2-Sieg in Lohhof letzte Lebenszeichen vor dem Abstieg entsandte. Beim Neubeginn in der Gäuäckerhalle I stand der Ausgang des Geschehens schon vor dem finalen Volltreffer nicht mehr infrage. Die Schlagwerker des SV Fellbach hatten sich im dritten Durchgang abgesetzt und am Ende noch ungefährdet durchgesetzt - die SVF-Fans konnten Abeles Abschluss jedenfalls schon sehr entspannt begleiten.


Der stark verbesserte Angreifer, der am Samstagabend im zweiten Durchgang noch zwei Satzbälle abwehren konnte, gehört zu dem großen Teil der Spieler beim SV Fellbach, die schon lange für den Aufsteiger auflaufen. Diego Ronconi hat mit den Abteilungsverantwortlichen im Sommer keinen neuen Kader komponiert. Gegen die TGM Mainz-Gonsenheim waren nur zwei der Fellbacher Akteure auf dem Spielfeld Zugänge. Und dennoch ist die Mannschaft jetzt eine ganz andere - eben wegen dieser beiden Zugänge. Die Außenangreifer Marvin Klass, 23, und Lars Lückemeier, 18, liefern die Grundlagen, ohne die das Team nicht wettbewerbsfähig sein könnte in der zweiten Bundesliga. 'Nur die beiden können die Last tragen', sagt Diego Ronconi. Bei Marvin Klass und Lars Lückemeier ist in der Ballannahme und meist auch in der Offensive die Verantwortung deponiert; und bei ihnen ist sie gut aufgehoben. Der ehemalige Erstliga-Spieler und sein hochbegabter Kompagnon haben am Samstag fast in jeder Situation Souveränität ausgestrahlt. Mal war es eine eher beiläufige, mal eine höchst auffällige Souveränität. Lars Lückemeier hat in der entscheidenden Schlussphase des vielleicht entscheidenden Eingangssatzes jeden noch so schwierigen Angriffsball verwertet. Der gerade erst 18-Jährige, auf den Sandfeldern unter freiem Himmel eines der größten Talente im Land, war der Beste an diesem Abend.
Und das Beste daran ist aus Sicht des SVF, dass Lars Lückemeier an Tagen wie diesen mit Marvin Klass auch die Nebenleute besser machen kann. Die Klasse hat am Samstag abgestrahlt: auf den Zuspieler Sasa Stanimirovic, auf den Libero Stephan Peéry, auf den Diagonalangreifer Raimund Abele sowie auf die Mittelmän ner Jonas Hanenberg und Daniel Wolfram.

Im dritten Abschnitt hat sich dann verbreitet Souveränität eingestellt, auch weil der Blockspezialist Valentino Nadale gleich unverzagt hinzukam.
'Der Sieg ist wichtig, aber wir dürfen ihn nicht überbewerten', sagt Diego Ronconi. 'Das war nicht unser bestes Spielniveau, und von der Leistung der Gäste war ich überrascht.' Der SVF-Trainer rechnet im weiteren Verlauf der Runde mit konsequenterer Konkurrenz. Nicht unbedingt aber am kommenden Samstag.

Drei Tage nach einem Testspiel am Mittwoch (20.15 Uhr, Scharrena) gegen den TSV G. A. Stuttgart treten die Fellbacher um 19.30 Uhr bei den VYS Friedrichshafen an. Bereits am Sonntag sind sie um 15 Uhr in der Hardtsporthalle beim TuS Durmersheim gefordert. Den nächsten Erfolg in der zweiten Liga soll diesmal schon der erste Anlauf einbringen.

SV Fellbach: Klass, Lückemeier, Stanimirovic, Abele, Hanenberg, Wolfram, Peéry, Nadale, Köder, Oefner, Lepthin, Hainich, Strohbücker.

 


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