Ein paar Widrigkeiten zu viel

Die Zweitliga-Mannschaft des SVF bekommt in Karlsruhe auch aufgrund der Personalprobleme keine Ruhe in ihr Spiel und ist bei den entfesselten Gastgebern um den überragenden Ex-Fellbacher Tim Kreuzer ohne Chance – 0:3.


09.04.2018

Tim Kreuzer (linkes Foto, rechts) ist von den Zweitliga-Volleyballern des SV Fellbach wie Johannes Leipert und Richard Peemüller (rechts) nicht zu bremsen. Fotos: Thomas Rennet

Das Maskottchen Karsten sah sich hart getroffen. Tim Kreuzer hätte den Mann im Känguru-Gewand fast umgeworfen, weil er ihm bei der Spielervorstellung so energisch wie entspannt gegen die Brust sprang. Auch hinterher hatten Karsten und sein Kumpel Kreuzer viel Grund zur guten Laune. Der Volleyballer trug am Samstagabend mit seiner sehr besonderen Ausstrahlung und seinem sehr besonderen Spiel nicht wenig dazu bei, dass sein Team wie Karsten, das Känguru, der letzten Begegnung bei den L. E. Volleys in Leipzig mit besten Aussichten auf den Ligaverbleib entgegenblicken kann. Der 25-Jährige leitete seine Nebenleute vom SSC Karlsruhe auf dem Spielfeld so energisch wie entspannt zu einem nie gefährdeten 3:0-Erfolg (25:18, 25:21, 25:14) gegen die Gäste des SV Fellbach, die sich ihrerseits schon vorher aller Abstiegssorgen in der zweiten Bundesliga entledigt hatten.

Tim Kreuzer war ganz offensichtlich und auch ganz offiziell der wertvollste Akteur des Abends. Der Gäste-Trainer Thiago Welter sprach ihm nach dem einseitigen Spielverlauf die Auszeichnung zu. Er musste darüber nicht lange nachdenken. „Tim ist ungemein vielseitig, und er spielt mit Köpfchen“, sagte der Zweitliga-Trainer des SV Fellbach. Einen wie ihn, mit geschmeidigem Selbstbewusstsein und geschmeidiger Spielkunst, hätte der 30-Jährige am Samstagabend in der Sporthalle des Otto-Hahn-Gymnasiums selbst gut gebrauchen können. Doch Tim Kreuzer hat das Fellbacher Trikot vor zwei Jahren ausgezogen. Zweimal, 2015 und 2016, hatte er mit dem einen oder anderen Gegenspieler dieses Samstags die Zweitliga-Meisterschaft gefeiert. Etwa mit Timo Koch. Oder mit Felix Klaue. Doch der ehemalige Weggefährte hilft nun, nach dem Regionalliga-Aufstieg als Spielertrainer mit dem zweiten Karlsruher Verbund, noch geschwind der ersten Formation des Vereins, rechtzeitig in Form zu kommen für die sommerübergreifende Zweitliga-Zugehörigkeit. Er stärkt die anderen; auf einmal haben auch die Volleyballer an seiner Seite wieder – samt dem gleichsam entfesselten Karlsruher Känguru – Selbstvertrauen.

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach allerdings konnte sich am Samstag nicht auf ein Niveau hochstemmen, das es ihr erlaubt hätte, dem SSC Karlsruhe in dieser Verfassung hartnäckig Paroli zu bieten. Thiago Welter sah sich mit den ihm Anvertrauten allerlei Widrigkeiten ausgesetzt, es waren dann doch ein paar zu viel. Mehrere angestammte Kräfte fehlten oder konnten keinen Beitrag am Netz leisten wie Valters Lagzdins, der sich nach seiner Knieoperation auch am Samstag darauf beschränken musste, mit der Abteilungsleiterin Alexandra Berger dem Cheftrainer Thiago Welter zu assistieren. Tin Tomic und Patrick Pfeffer waren gar nicht da, obschon ihre Namen auch in Karlsruhe auf Fellbacher Trikots standen. Auf jenen von Stephan Peéry und Moritz Hirning, die intern angesichts der Personalprobleme in der Zweitliga-Vertretung ebenso aufgerückt sind wie Richard Peemüller und Ole Lepthin. Kurz vor der Abreise hatte sich überdies der junge, aber doch schon mit stilprägende Außenangreifer Manuel Harms abgemeldet; er musste krank zu Hause bleiben. „Wir hatten am Donnerstagabend richtig gut trainiert – aber da war Manuel dabei“, sagte Thiago Welter.

 

Ohne den 21-Jährigen, am Samstagabend für eine Hauptrolle vorgesehen, und all die anderen im Ausstand bekam der SV Fellbach „keine Ruhe“ (Thiago Welter) ins Geschehen. „Wir waren zu hektisch“, sagte der Zuspieler Felix Klaue. Und Stephan Peéry, als Libero von Beginn an gefordert, fügte hinzu: „Wir haben unser Spiel nicht zusammengebracht.“ Anders als zuletzt in Mainz bei der TGM Gonsenheim; nach dem 13. Saisonsieg (3:0) war dem SV Fellbach der Ligaverbleib schon vor der Klassenfahrt zu Karsten nach Karlsruhe nicht mehr zu nehmen. Die beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen die Volleys Eltmann (14. April) und gegen die TG Rüsselsheim II (21. April) dürfen Spaß bringen. Sorgen können sie nicht mehr bringen.

Diego Ronconi und die Volleyballer des SSC Karlsruhe brauchen noch einen Punkt bei den L. E. Volleys in Leipzig, um auch die letzten Sorgen zu verscheuchen. Der Trainer, der von 2009 bis 2015 noch beim SV Fellbach vorangegangen war, hat nach dem Erfolg am Samstag nicht wenig Anlass zur Zuversicht: „Wir hatten die richtigen Spieler mit der richtigen Einstellung auf dem Feld, konzentriert und gleichzeitig locker.“ Einer, konzentriert und gleichzeitig locker wie ein Surfer, hat sich dabei besonders hervorgetan: Tim Kreuzer, Karstens Kumpel, in jeder Hinsicht bestens aufgelegt.SV Fellbach: Klaue, Koch, Filo, Leipert, Jalowietzki, Peemüller, Peéry, Mättig, Köder, Nadale, Hirning, Schön, Lepthin.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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