Ein Publikumsliebling mit tierischem Charme

Die Verantwortlichen des SV Fellbach schauen dem Saisonabschluss gegen den VC Dresden wie auch der nächsten Zweitliga-Saison entspannt entgegen. Der Kader des Tabellenvierten bleibt wohl weitgehend beisammen – und Rudi Rudeltier tänzelt weiter.


18.04.2017

Foto: Heiko Potthoff

Er kam im Vorjahr ins Team, und längst ist der Neue, ein Toptransfer aus Fernost, nicht mehr wegzudenken beim SV Fellbach. Einen wie ihn haben die Volleyballer gebraucht. Der Neue im Fellbacher Trikot ist so geschmeidig wie athletisch und immer in Bestform. Er schlägt Salti und tanzt so lässig wie früher der Fellbacher Rock-’n’-Roll-Weltmeister Oliver Zeitvogel. Er kann prima mit Kindern umgehen und hat eh alle in der Halle auf seiner Seite. So ist er binnen kurzer Zeit zum Publikumsliebling avanciert.

„Eine starke Neuverpflichtung, definitiv ein Saisongewinner“, sagt Stephan Strohbücker. Der Mann hinter der Mannschaft hatte den haarigen Hauptdarsteller vor rund zwölf Monaten herbeibestellt, seit Beginn der am Samstagabend mit einem Abschlussfest und dem Heimspiel gegen den VC Dresden auslaufenden Zweitliga-Runde gibt der Import in der Gäuäckerhalle I auf hohem Niveau den Unterhaltungskünstler. Rudi Rudeltier heißt er und ist mit seiner Wolfs- schnauze und dem nur scheinbar tapsigen Auftreten gleich mal hineingegroovt in die erste Maskottchen-Liga des Landes.

Rudi Rudeltier wird die Fellbacher auch nach der Sommerpause mit tierischem Charme an den Heimspielabenden unterstützen. Voraussichtlich wird von Herbst an dann auch wieder David Wolfer das Wolfsgewand überstreifen – nicht wegen seines Namens, sondern weil er sich mit seinem schweißtreibenden Engagement als Raub- und Rudeltier, mit Überschwang und Überschlag, mit seinem Taktgefühl nicht nur bei den Tanzeinlagen rasch ziemlich unersetzlich gemacht hat.

Die Volleyballer unterm unvollendeten Tower können in diesen Tagen die Zukunft planen. Für den Meister 2015 und 2016 ging es beim nächsten Titelversuch nicht so hoch hinaus wie er- wünscht. Verletzungssorgen hatten das Topteam der vergangenen beiden Jahre in der wohl stark und ausgeglichen wie nie besetzten Liga weit zurückgeworfen, Abstiegssorgen kamen auf. Doch seit Wochen schon präsentiert sich die Mannschaft um den Kapitän Marvin Klass im Stile des Topteams, das sie war und in guter Verfassung wieder ist. Vor dem Saisonfinale gegen die Gäste aus Dresden ist sie mit vier Siegen nacheinander auf den vierten Tabellenplatz vorgerückt. Am Ende der fünften Zweitliga-Saison seit dem Aufstieg 2012 – und der elften des SV Fellbach überhaupt – kann Rudi, der Tanzwolf, nun mal entspannt schauen, wen er da noch länger im roten Rudel anspornen kann. „Die Gespräche mit den Spielern laufen weitestgehend positiv“, sagt Stephan Strohbücker: „Das Gros der Mannschaft wird zusammenbleiben.“ Bisher gehören offiziell allerdings lediglich Jan Jalowietzki, 21, und Johannes Leipert, 19, dem Zweitliga-Kader 2017/2018 an. Die jungen Zugänge des Vorjahres, die in Oeffingen Tür an Tür in einer Wohngemeinschaft leben, hatten mit dem SV Fellbach bereits bei ihrer Ankunft in der Stadt eine weiterführende Verbindung in sportlichen Angelegenheiten vereinbart.

Zunächst drängt die Abteilung nun aber die Suche nach einem Teammanager. Stephan Strohbücker und Alma Hönow, seine Nachfolge- rin, können das Amt nicht mehr bekleiden; sie treten aus beruflichen Gründen kürzer. Zudem benötigen die Verantwortlichen ein aktualisier- tes Konzept für die erste Vertretung. 2017 schließt ein Zyk- lus ohne den Aufstieg, mit dem er im Ideal- fall hätte enden sollen. Der SV Fellbach hat diesmal auf den Spielfeldern der zweiten Liga die Voraussetzung dafür nicht schaffen können; in finanzieller Hinsicht wäre der Sprung in die höchste Etage der Volleyballer aber ohnehin nicht realisierbar. „Die erste Bundesliga ist ein Stück weg“, sagt Stephan Strohbücker. Dafür reicht das Budget nicht trotz der Fortschritte. „Wir stehen absolut gut da“, sagt der 34-Jährige. Dabei steigen für die Etablierten auch die Anforderungen in der zweitobersten Spielklasse, so fordert die Volleyball-Bundesliga (VBL) vom SV Fellbach mittlerweile eine Halbtagsstelle im Zweitliga-Management. Doch die Anforderungen ganz oben sind ungleich höher, ohne einen nicht zu geringen sechsstelligen Betrag braucht man da gar nicht erst anzukommen. „Wir haben die Meisterschaften an der einen oder anderen Stelle zwar versilbern, aber nicht vergolden können“, sagt Stephan Strohbücker.

Daher sind nun neue Ziele zu formulieren. „Wir wollen ein attraktives Zweitliga- Team bleiben, den Strukturvorteil der Nähe zu Stuttgart nutzen und die Ausbildung von Spielern vorantreiben“ darunter sollen die Ansprüche am Volleyball-Standort Fellbach nicht sinken. Dafür wollen die Ab- teilungsvorderen ihre Akteure trotz anderweitiger Belastungen gewinnen. Auch Marvin Klass, in der vorhergehenden Saison der Beste der Liga, oder Yannick Harms, den derzeit viele für den Besten der Liga halten. Sie sollen auch künftig Spaß haben in Fellbach. Mit ihrer Mannschaft. Und mit Rudi Rudeltier, dem tänzelnden Begleiter.

 Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...