Einer wird im April noch zum großen Verlierer

Der SV Fellbach unterliegt in Freiburg mit 2:3. Unveränderte Ausgangslage im Zweitliga-Abstiegskampf.


25.03.2013

Es sah im fünften Satz fast danach aus, als könne den Volleyballern des SV Fellbach tatsächlich eine Überraschung gelingen. Sie lagen am Samstagabend mit 6:4 vorne, und eine erfahrene Mannschaft hätte wohl zumindest bis zum Schluss ihre Siegchancen gewahrt. Doch die Gäste vergaben in aller Eile ihre gute Ausgangsposition und ließen - einmal im Abschwung - den Gegner gleich auch noch davonziehen. Der Aufsteiger blieb fünf Ballwechsel lang ohne Punkt und in der entscheidenden Phase wieder mal ohne den in dieser Klasse erforderlichen Standard. Auf der anderen Seite erledigten die Schlagmänner der FT Freiburg ungerührt ihre Aufgaben. Sie haben die Erfahrung für die finalen Momente auf diesem Niveau. 'Da stehen uns ungefähr 50 Jahre zweite Bundesliga gegenüber', sagte der Fellbacher Trainer Diego Ronconi nach der 2:3-Niederlage (17:25, 20:25, 25:18, 25:19, 9:15).

Der A-Lizenz-Inhaber kennt die Akteure der FT Freiburg zum Großteil ja noch. Er war von 1997 bis 2006 Trainer beim Gastgeber - und bei den Volleyballern im Breisgau fast schon das, was zu jener Zeit der Stadtgelehrte Volker Finke bei den Fußballern war. Sascha Helwig war bereits unter Diego Ronconis Anleitung in der zweiten Bundesliga am Ball. Ebenso Marcus Gensitz. Oder auch Bernhard Steiert. Die drei haben zusammen rund 30 Jahre in der zweiten Liga absolviert. 'Sie haben solche Situationen wie im fünften Satz schon 100-mal erlebt', sagt der Trainer in Fellbach und Trainerausbilder in Baden. Seine Spieler können da nicht mithalten. Aus dem Team, das am Samstag den Versuch unternahm, in Freiburg zu bestehen, hatten vor dieser Saison allein Marvin Klass und Jonas Hanenberg schon in der zweiten (wie auch ersten) Bundesliga mitgemischt.


Es hätte dennoch besser laufen können für Diego Ronconi bei der Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte. Die FT Freiburg unterhält zwar eine ständige Vertretung in der zweiten Bundesliga, der im Mittelfeld etablierte Verbund ist aber durchaus angreifbar. Zumal bei einem 4:6-Rückstand im fünften Abschnitt. Doch um das auszunützen, muss der Gegner besser angreifen, als es die abstiegsbedrohten Gäste am Samstagabend in den abschließenden Spielminuten taten. Da brachte der Fellbacher Hauptangreifer Raimund Abele samt seinen Nebenleuten vor den 350 Zuschauern keinen Ball mehr auf den gegnerischen Boden; das lag auch, aber nicht nur an der Freiburger Defensivstärke.

Für Diego Ronconi und die ihm Anvertrauten um den wie stets aufmerksamen Libero Stephan Peéry hätte das Wochenende aber auch schlechter laufen können. Nach zwei schwachen Durchgängen haben die Fellbacher sich in Freiburg aufgerappelt und zwei starke Sätze angefügt. 'Wir haben mal wieder Volleyball gespielt', sagte der Trainer. Maßgeblichen Anteil an der vorübergehenden Wende hatten zwei, die er im zweiten Satz eingewechselt hatte: Jonas Hanenberg - und Tim Holler. Letzterer war aufgrund des Fehlens der Außenangreifer Lars Lückemeier und Alexander Haas aus der zweiten Formation aufgerückt. Der Neuling, 21, rechtfertigte seine Beförderung und zeigte trotz des größtmöglichen Mangels an Zweitliga-Erfahrung über weite Strecken eine couragierte und mithin bemerkenswerte Leistung. 'Sehr, sehr gut' fand Diego Ronconi die Vorstellung der 2,01 Meter langen Nachwuchskraft, wie er in Freiburg überhaupt vielversprechende Ansätze sah: 'Da waren gute Sachen dabei.' Darauf will der Trainer in den nächsten Tagen aufbauen - im Hinblick auf das vielleicht vorentscheidende Heimspiel am Samstag, 6. April, gegen den TSV Zschopau.

Zwei Spieltage stehen noch aus. Vor dem vom Abstieg befreiten Talentschuppen der VYS Friedrichshafen (4:44 Punkte) kann der TSV Zschopau (6:38) der Gang nach unten nicht mehr vermeiden. Dazu kommt nach Lage der Dinge nur noch ein weiterer Ligakonkurrent, der dieses sportliche Schicksal teilen wird. Bei drei Kandidaten: Der SV Fellbach (mit dem Vorteil des besten Satzverhältnisses), der TSV Grafing und der TSV Niederviehbach weisen jeweils 14:30 Punkte auf. Alle drei haben am Wochenende verloren, nur einer von ihnen wird am Ende zum Verlierer - zum großen Verlierer allerdings in der zweiten Liga Süd. SV Fellbach: Köder, Wolfram, Nadale, Klass, Hanenberg, Peéry, Holler, Abele, Hainich, Oefner, Lepthin, Stanimirovic, Strohbücker.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.

 

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