Bundesliga: Erst sind die Gäste unter-, dann überlegen

Der Zweitliga-Tabellenführer SV Fellbach setzt sich zum Auftakt 2016 bei den zunächst zu starken Schwaiger Schlagmännern nach einem 0:2-Rückstand, einigen Umstellungen und einer entschlossenen Aufholjagd noch mit 3:2 durch. Thomas Rennet


11.01.2016

Die versiertesten Volleyballer der Republik haben am Wochenende in Berlin die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Sie waren gut, andere waren noch etwas besser. Vor fast 20 Jahren hatten die versiertesten Volleyballer der Republik in München auch noch in der Olympiahalle die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Damals sahen wir zwei Fachkräfte des SV Fellbach mit dem Nationalteam um die USA-Tickets kämpfen: den Zuspieler Michael Dornheim und seinen kongenialen Partner Holger Werner, den Blocker mit der famosen Ballannahme. Sie waren gut, andere waren noch etwas besser: die Supertechniker aus dem zerrissenen Jugoslawien, später Bronzemedaillengewinner in Atlanta. Von der deutschen Auswahl ist der SV Fellbach gerade noch weit entfernt, nicht mehr so weit von der Rückkehr in die erste Bundesliga nach dem Abstieg 2002.

Im nächsten Jahr wollen die Fellbacher nach oben. Schon jetzt sind sie gut, andere sind nicht besser in der zweithöchsten Spielklasse. Am Samstagabend ist dem Meister bereits wieder der zwölfte Saisonsieg gelungen – allerdings erst nach einem 0:2-Rückstand und entschlossener Aufholjagd. Am Ende des Tages hat sich die schwäbische Reisegruppe beim SV Schwaig noch mit 3:2 (19:25, 17:25, 25:19, 25:14, 15:9) behauptet und bis auf Weiteres auch auf dem ersten Tabellenplatz. „In Summe bin ich zufrieden, klar – wir haben das Ding gedreht. Und wir haben uns dabei nicht ins Ziel gewürgt“, sagte Markus Weiß, 32, der Trainer des SV Fellbach.

Die Gastgeber hatten lange richtig stark gespielt. Zu stark auch für den Tabellenführer, der in den ersten beiden Sätzen nicht ins Geschehen fand. „Schade, wir müssen lernen, gleich da zu sein“, sagte Markus Weiß, der nach dessen ansprechender Vorstellung im Testspiel davor gegen den TV Rottenburg (2:3) erstmals in der zweiten Bundesliga Tin Tomic, den Jüngsten im Aufgebot mit 18, in die Startformation beordert hatte. „Seine Leistung war okay. Aber er muss noch Erfahrungen sammeln, und das hat er an diesem Abend gemacht.“

Angesichts der Überlegenheit der Schwaiger Schlagmänner hat der Fellbacher Trainer allerdings ein paar Veränderungen vorgenommen und dem später erneut zum wertvollsten Akteur gekürten Kapitän Marvin Klass („Er hat sich aufgeopfert“) erfahrene Spielpartner zur Seite gestellt: Der von einer Fußblessur genesene Hauptangreifer Valters Lagzdins kam ebenso wie Jonas Hanenberg oder Yannick Harms zur raschen Neubewertung der Lage. Die drei mit Erstliga-Vergangenheit halfen dann – gemeinsam auch mit dem Zuspieler Felix Klaue tatkräftig mit, das Bild an diesem Abend zu wandeln. Die von Michael Raddatz (früher beim SV Fellbach) angeleiteten und zunächst geschickt ein- und aufgestellten Franken waren nach ihrer 2:0-Führung nicht mehr über-, sondern unterlegen. „Der Spirit bei uns war ein anderer, und wir haben auch druckvoller aufgeschlagen“, sagte Markus Weiß.

Spätestens mit dem 2:2-Ausgleich waren die Gäste kaum mehr aufzuhalten. Die Volleyballer des SV Schwaig haben in dieser Saison zwar bereits dem Tabellendritten TV/DJK Hammelburg und dem Tabellenzweiten L. E. Volleys aus Leipzig Niederlagen aufgezwungen, sie hatten vor diesem ersten Heimspiel der Rückserie aber auch schon sechsmal mit 2:3 verloren. „Diese Bilanz ist nicht besser geworden“, sagte Markus Weiß trocken. „Eine Blockade“ hat Michael Raddatz bei seiner Mannschaft vor dem letztmöglichen Abschnitt einer Begegnung ausgemacht. Man kann es in diesem Fall am Samstag aber auch so deuten: Sein Team war gut, doch die anderen waren nach der Umstellung vom dritten Satz an besser. SV Fellbach: Klass, Nadale, Howe, Koch, Köder, Mättig, Tomic, Harms, Lagzdins, Hanenberg, Klaue, Winter, Sellner.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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