Wehmut nach spektakulärem Finale

Der SV Fellbach gewinnt zwar zum Abschluss dieser Saison in der zweiten Bundesliga gegen den VC Dresden mit 3:0, muss aber fortan ohne Marvin Klass auskommen. Der Kapitän beendet für viele überraschend seine Karriere.


24.04.2017

Patricia Sigerist

Nach einer Saison, geprägt von einer anhaltenden Verletztenmisere und einer langen Niederlagenserie, hatten die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach zuletzt sowohl gesundheitlich als auch sportlich Stabilität gewonnen. So ging auch am Samstagabend das finale Kräftemessen der Runde gegen den VC Dresden mit 3:0 (25:19, 25:15, 25:20) an die SVF-Akteure – der achte Sieg in den vergangenen neun Partien. Damit verteidigten die Hausherren den vierten Platz im Endklassement. Bitter für die Gäste aus Dresden: Am letzten Spieltag rutschten sie noch auf einen Abstiegsplatz und müssen, wie auch ihre Konkurrenten des TSV G. A. Stuttgart, fortan in der dritten Liga aufschlagen.

Auf Seiten des SV Fellbach hätte man rundum zufrieden sein können. Alles prima zum Ausklang der Saison. Durchatmen, Lachen und Feiern. Es hätte ein so schöner Abend werden können. Doch wenige Minuten nach dem Ende der Partie wurde die Stimmung getrübt. Wer kennt das nicht von runden Geburtstagen. Die obligatorischen Gedichte werden vorgetragen, Dankesreden und Lobeshymnen werden angestimmt. So dachten wohl auch viele der 350 Zuschauer in der Gäuäckerhalle I, als sich die Fellbacher Volleyballer erneut auf dem Feld versammelten. Ein paar nette Worte hier, ein Überraschungspaket dort. Das übliche Prozedere eben, wenn zum Ende einer Saison – wie bei den großen Feiern zum Geburtstag – das Dankesagen und das Verabschieden ansteht. Vieles wirkt da wie Routine. Man kennt es eben.

Doch am Samstagabend kam es ganz anders. Zunächst gingen die Worte von Stephan Strohbücker, dem Mann hinter der Mannschaft, an Jonas Hanenberg, den Mittelblocker mit herausragenden Qualitäten. Er wird fortan kürzertreten, die Wochenenden sollen endlich der Familie gehören. Soweit, so gut. Doch dann war da noch ein Abschiedsgeschenk. Ein Abschiedsgeschenk – für Marvin Klass. Und so wurde es plötzlich ganz still. Damit hatte niemand gerechnet. Peng. Das saß. Der langjährige Kapitän der Fellbacher Volleyballer wurde verabschiedet.

Künftig wird der 28-Jährige nicht mehr das SVF-Trikot in der zweiten Liga tragen. „Nach 15 Jahren Leistungssport merke ich, dass es mir immer schwerer fällt, mit vollem geistigen und körperlichen Einsatz zu trainieren“, sagte Marvin Klass. „Wenn man jedoch nicht mehr aus innerer Überzeugung 100 Prozent bringen kann, dann ist es unfair gegenüber der Mannschaft, weiterzumachen.“ Marvin Klass, ein Sportsmann durch und durch, zieht also fair und ehrlich einen Schlussstrich.

Vernünftig aus seiner Sicht – ein echter Niederschlag jedoch für die Mannschaft des SVF. Denn das Fellbacher Sport Ass des Jahres 2015 ist aus dem Kader eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2012 wechselte der Erstligaspieler nach Fellbach. Er war der Garant, dass sich das gerade in die zweite Liga aufgestiegene Team den Klassenverbleib sichern konnte. Und auch in den Jahren danach stand Marvin Klass für starke Leistungen und Kontinuität. Starke Leistungen und Kontinuität, die sich auf die gesamte Mannschaft übertrugen und zu zwei Meisterschaften in der zweiten Liga führten. So blieb am Samstag bei vielen Zuschauern trotz dem gelungenen sportlichen Finale ein großes Stück Fassungslosigkeit und Ungläubigkeit zurück. Dabei hätte es zum Abschluss ein so schöner Abend werden können.SV Fellbach: Hanenberg, Koch, Welsch, Jalowietzki, Klass, Lagzdins, Mättig, Nadale, Leipert, Winter, Bura, Köder, Harms, Bergmann.

Uwe Abel   Fellbacher Zeitung


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