Fast alle sehen sich wieder – in der zweiten Liga

Der Wiederholungsmeister SV Fellbach beendet am Samstagabend beim Absteiger ASV Dachau die Saison. Den Aufstieg wird der Verein – Stand Donnerstag – wegen der finanziellen Anforderungen auch diesmal nicht wahrnehmen. Thomas Rennet


01.04.2016

Christopher Howe (rechts) wechselt sich beim SV Fellbach nach dem Spiel selbst aus und kehrt zurück nach Kanada. Foto: Patricia Sigerist

Das bis dahin letzte Erstliga-Spiel des SV Fellbach datiert vom 23. März 2002. Damals glitten die Volleyballer mit einer 0:3-Niederlage beim VC Bottrop hinaus aus der Saison und hinein in die zweite Bundesliga, aus der sich ihre Nachfolger dann zwei Jahre später ebenfalls für lange Zeit verabschieden sollten: bis 2012. Nun hätten sich die Fellbacher am Netz zwar wieder den Einzug unter die Besten ihrer Branche verdient, so schnell werden sie in der höchsten Spielklasse aber nicht auftauchen. Nach 2015 hat die Mannschaft um den Kapitän Marvin Klass zwar auch 2016 vorzeitig den Meistertitel in der zweiten Bundesliga Süd feiern dürfen, der Aufstieg allerdings fällt nach letztem Kenntnisstand am Donnerstag erneut aus. Der SV Fellbach hat in den vergangenen Monaten viele Rahmenbedingungen für die erste Liga schaffen können, nicht aber im vorgegebenen Zeitbudget die finanziellen. Deshalb lässt der Verein die Frist für einen Lizenzantrag an diesem Freitag verstreichen. „Du kannst nur das ausgeben, was du auch hast“, sagt der Teammanager Stephan Strohbücker.

Die Anforderungen sind für den SV Fellbach – zumindest jetzt – zu hoch. Die Dachorganisation der Volleyball-Bundesliga (VBL) erwartet ganz oben einen Mindestetat von 200 000 Euro. Zudem auf dem Weg der Professionalisierung hauptamtliche Stellen in Management und Trainerteam, deren Zahl im Verlauf der Jahre anzusteigen hat. Das sind nicht nur für den SV Fellbach knackige Voraussetzungen in einer Sportart, in der Großsponsoren die Ausnahme sind. Für manche waren und sind sie zu knackig. Der VSG Coburg/Grub, jüngstes Beispiel, hat die VBL vor wenigen Wochen in zwei Strafrunden insgesamt neun Punkte abgezogen, weil sie ihre Wirtschaftlichkeit nicht bis zum Ende der Erstliga- Saison nachweisen konnte; die Mannschaft aus Oberfranken steigt nach drei Jahren wieder ab. Und Norbert Vollmer, der Geschäftsführer des Dauer-Erstligisten TV Rottenburg, kritisiert in krachender Diktion die wachsenden Kosten infolge der VBL-Vorgaben: „Für uns ist das kein Masterplan, sondern ein Desasterplan.“

Stephan Strohbücker („Wir müssen schauen, was wir noch besser machen können“) will beim SV Fellbach die Entwicklung im und hinter dem Team weiter voranbringen – in bekannter Spielklasse.

„Die Planung für die nächste Zweitliga-Saison läuft“, sagt der Trainer Markus Weiß. Vor der nächsten hat der Wiederholungsmeister an diesem Samstag (19 Uhr, Georg-Scherer-Halle) beim Absteiger ASV Dachau aber erst einmal noch mit der laufenden Runde zu tun. „Wir wollen zum Abschluss auch in Dachau gewinnen – anders als im Vorjahr“, sagt Marvin Klass. Denn damals unterlag der eben gekürte Champion zum Ausklang just beim bayerischen Traditionsverein mit 1:3. Das soll nicht wieder vorkommen, auch wenn der Beach- Profi Yannick Harms (Trainingslager in der Türkei) beim Gastspiel in der Peripherie Münchens fehlen wird. Ansonsten sind wohl alle mit in der Halle beim ASV Dachau.

Auch Tim Kreuzer, der nach vier Jahren in Fellbach zum SSC Karlsruhe wechseln wird. Und Christopher Howe, der in seine kanadische Heimat zurückkehren wird (wir haben berichtet). Die anderen des Fellbacher Aufgebots werden sich voraussichtlich schon im Juni wieder sehr oft abends treffen – zur Vorbereitung auf die kommende Zweitliga-Saison.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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