Fast schon groteske Personalmisere

Der SV Fellbach verliert bis auf Weiteres auch Tin Tomic und mit 2:3 das Auswärtsspiel bei der FT Freiburg, damit bereits zum siebten Mal nacheinander in der zweiten Bundesliga.


12.12.2016

Foto: Patricia Sigerist

Kann das denn wahr sein? Tin Tomic zog sich am vergangenen Mittwoch im Training einen Meniskusriss am rechten Knie zu, als er die versprengten Bälle einsammelte! Nach dem Missgeschick steht jetzt auch sein Name auf jener Ausfallliste, die dem SV Fellbach in dieser Zweitliga-Saison die Spieler nimmt und den Meister binnen Wochen in einen Abstiegskandidaten verwandelt hat. Am Samstag, bei der FT Freiburg, konnte Tin Tomic ebenso nicht hinlangen wie Patrick Köder. Wie Timo Koch. Valters Lagzdins musste sich weitgehend heraushalten. Ebenso der Kapitän Marvin Klass aufgrund seiner Schulterprobleme. Die verbliebenen Fellbacher Volleyballer hätten, zumal nach einer 2:1-Satzführung, ihre Niederlagenserie dennoch beenden können, mussten am Ende aber doch, zum siebten Mal nacheinander, dem Gegner zum Sieg gratulieren. „Das war ein Auf und Ab“, sagte der Trainer Markus Weiß nach dem 2:3 (25:22, 18:25, 25:23, 21:25, 8:15). „Wir haben ganz ordentlich gespielt, dabei aber immer wieder zu viele direkte Punkte abgegeben.“

Irgendwie kommt bei den Volleyballern des SV Fellbach derzeit zusammen, was in dieser Weise eigentlich nicht zusammenkommen kann. Vor rund drei Wochen erst, nach dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten TV/DJK Hammelburg (2:3), hatte sich der Hauptangreifer Valters Lagzdins eine Handgelenksblessur zugezogen, als er während der Aufräumarbeiten den Versuch unternahm, den umgekippten Schiedsrichterstuhl abzufangen. So etwas passiert vermutlich nie wieder in der Gäuäckerhalle I – wie vor wenigen Tagen die Knieverletzung des jungen Tin Tomic beim Bälleeinsammeln. Bei den Schlagmännern des SVF fügen sich solche Vorkommnisse gerade ins Gesamtbild. „Wenn du Pech hast, dann richtig“, sagte Markus Weiß und flüchtete sich mit Blick auf den kaum zu fassenden Vorfall am vergangenen Mittwoch und die Zwangspause für den bedauernswerten Junior Tin Tomic, 19, in Zynismus: „Wir trainieren jetzt einfach nicht mehr, dann kann nichts passieren.“

Nach allem, was man weiß, werden die Fellbacher auch in Zukunft Volleyball spielen, Bälle einsammeln und hinterher aufräumen. Trainer und Team, davon ist auszugehen, werden ihre Bemühungen fortsetzen.

„Was sollen wir machen? Wir müssen die Situation so nehmen, wie sie ist“, sagte Markus Weiß: „Diejenigen, die da sind, müssen das Beste daraus machen.“

Am Samstagabend hat ja gar nicht viel gefehlt zum ersten Sieg seit dem 22. Oktober (3:1 gegen den TSV Grafing). Nach der ganz schwachen Vorstellung zuletzt beim 0:3 gegen die TG Mainz-Gonsenheim war der gepeinigte Meister wieder konkurrenzfähig. „Wir haben eine Reaktion gezeigt“, sagte Markus Weiß. Dabei half der Beach-Profi Yannick Harms erstmals wieder seit dem Erfolg gegen den TSV Grafing als Außenangreifer. Philipp Arne Bergmann, später auch zum wertvollsten Akteur des SV Felbach gekürt, übernahm auf seine krachende Art den verwaisten Schmetterpart von Valters Lagzdins. Auch der Nachwuchsblocker Johannes Leipert, 19, wusste zu überzeugen. Die Gäste hatten überhaupt viele gute Szenen, die Freiburger aber halt noch ein paar mehr. Denn das kommt ja zur fast schon grotesken Fellbacher Personalmisere hinzu: Die Gegner in dieser Zweitliga-Saison sind seit jenem 22. Oktober durchaus und durchweg stark genug, auch ein widerstandskräftiges Restehäuflein in den roten Trikots zu bezwingen.

Wie das weitergehen soll? An diesem Montag wird Marvin Klass nach einer Magnetresonanztomografie Konkretes über seine hartnäckigen Schulterbeschwerden erfahren. Überdies werden Spezialisten in Pforzheim diese Woche darüber befinden, ob für den Zuspieler Patrick Köder eine Schulteroperation tatsächlich unumgänglich ist. Und Tin Tomic steht am Donnerstag der erforderliche Eingriff am rechten Knie bevor. SV Fellbach: Bergmann, Harms, Hanenberg, Leipert, Bura, Jalowietzki, Mättig, Filo, Nadale, Lagzdins, Winter, Klass, Tomic.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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