Fehler zur Unzeit verhageln die Aussichten

Weil der Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach Selbstvertrauen und Konstanz fehlen, rauscht sie gegen den Tabellendritten GSVE Delitzsch von einem Hoch ins nächste Tief und nach der 1:3-Niederlage gar hinab auf einen Abstiegsplatz.


16.01.2017

Foto: Heiko Potthoff

Als die Papierflieger von der Tribüne nach unten trudelten, stand und grübelte Markus Weiß bei Marcel Frisch an dessen mobilem Arbeitsgerät. Der Cheftrainer durchsuchte mit dem Statistiker des Volleyball-Zweitligisten SV Fellbach das digital angesammelte Zahlenmaterial in aller Eile nach neuen Erkenntnissen. Nach Lösungen für den weiteren Spiel- verlauf. Doch ihre Bemühungen, die Bemühungen ihrer Mannschaft haben am Samstag vor den 300 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I ein Ergebnis nicht verhindern können, das nur einer kleinen Reisegruppe aus Sachsen zu gefallen vermochte. Nach dem Gewinnspiel der Dance Academy des SV Fellbach in der Pause – samt dem dazugehörigen Papierflugverkehr – hat der Gastgeber zwar einen Satz gewonnen, aber das Spiel gegen den GSVE Delitzsch mit 1:3 (19:25, 23:25, 26:24, 21:25) verloren. Es war tatsächlich schon die neunte Niederlage nacheinander der Meister der beiden vergangenen Jahre trudelt in der zweiten Bundesliga immer weiter nach unten.

Die beiden Männer im roten Vereinstrikot saßen auf den Besucherplätzen und gaben alles, was sie zu geben in der Lage waren. Auf dem Spielfeld können sie den Takt nicht mehr vorgeben, auf der Tribüne können sie das schon noch. Der Kapitän Marvin Klass und der Zuspieler Patrick Köder, sein kongenialer Partner in den erfolgreichen Fellbacher Zweitliga- Jahren, trommelten am Samstagabend mit einiger Schlag- kraft für ihr Team. Das Engagement der verletzten Anführer war vorbildlich wie ein paar Meter weiter auch das Engagement ihrer Mannschaftsgefährten in kurzen Hosen. Allein: Die Leistung des SV Fellbach war – bei aller Leidenschaft – auch an diesem Tag nicht gut genug für den ersten Sieg in dieser Zweitliga-Saison seit dem 22. Oktober (3:1 gegen den TSV Grafing). „Wenn du einen Gegner wie diesen bezwingen willst, musst du ordentlich auftreten. Das haben wir nicht getan – zumindest nicht über das gesamte Spiel hinweg“, sagte Markus Weiß.

Die Fellbacher hatten durchaus sehenswerte Szenen. In diesen Situationen rissen sie das Publikum mit. Doch in aller Regelmäßigkeit rissen sie das eben Erschaffene gleich wieder ein. Fehler zur Unzeit verhagelten die Aussichten. Im ersten Abschnitt wollte den Verunsicherten bereits das Service nicht auf einem Niveau gelingen, das in der zweiten Liga Konkurrenzfähigkeit erlaubt. Im zweiten Durchgang verpuffte eine fein eroberte 18:14-Führung, weil am Ende der Libero Sebastian Mättig und der Außenangreifer Yannick Harms die Ballannahme nicht mehr geregelt bekamen. Und nach dem Satzgewinn mit Matthias Welsch, dem Zuspieler der zweiten Mannschaft, für den indisponierten Christian Bura ließen die gerade noch Aufstrebenden wieder etwas nach. Diese kleinen Rückschläge wirbeln beim SV Fellbach, so ist das seit Wochen, direkt wieder alles durcheinander. „Das Selbstvertrauen ist nicht groß, darüber müssen wir nicht reden“, sagte Markus Weiß. Und das macht eben den Unterschied aus zu einem Widersacher wie dem GSVE Delitzsch. „Wir sind eine Wettkampfmannschaft“, sagte dessen Kapitän Maik Winkler. „Wir gehen in jedes Spiel mit dem Wissen: Wenn wir gut spielen, können wir was holen.“ So wie am Samstag in Fellbach: Der GSVE Delitzsch um den gewieften Zuspieler und Aufschläger Felipe Pardini Glaser, der zum wertvollsten Akteur des Abends gekürt wurde, hat gut gespielt. Konsequent. Und vor allem konstant: Dem Tabellendritten sind ungleich weniger Unzulänglichkeiten unterlaufen als dem Gastgeber, der viel zu oft von einem Hoch ins nächste Tief rauschte.

Tief hinabgerauscht sind die Fellbacher – nach davor anhaltendem Hoch – auch in der zweiten Liga. Sie sind jetzt auf einem Abstiegsplatz angekommen. „Wir müssen durch schwere Zeiten“, sagte Markus Weiß. Mit durch diese schweren Zeiten soll aufgrund des unabsehbar langen Ausfalls von Patrick Köder (Schulterblessur) auch in den nächsten Wochen Matthias Welsch, der nach seinem Einstand im Zweitliga-Verbund von Gäste-Trainer Frank Pietzonka offiziell zum Besten unter den Verlierern erkoren wurde. Er soll mithelfen zu vermeiden, dass die Zweitliga-Volleyballer des SVF nicht noch vollends nach unten in die dritte Liga trudeln. SV Fellbach: Harms, Hanenberg, Lagzdins, Jalowietzki, Leipert, Bura, Mättig, Welsch, Bergmann, Koch, Nadale, Winter.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 


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