Frank Bachmann wartet auf den Gegenbesuch

Die Zweitliga-Mannschaft um den Trainer Markus Weiß fährt am Samstag zu den L. E. Volleys nach Leipzig. Und in absehbarer Zeit wollen die Fellbacher auch mal in der Hauptstadt beim deutschen Meister Berlin Recycling Volleys vorbeischauen.


07.10.2016

Foto: Patricia Sigerist

Frank Bachmann war zu Besuch. 38 ist er mittlerweile. Familienvater. Ein Schwabe in Berlin. Vor wenigen Tagen hat er in der Heimat vorbeigeschaut und bei der Gelegenheit auch in der Gäuäckerhalle I. Dort, wo er vor knapp zwei Jahrzehnten erste Erstliga-Erfahrungen und -Erfolge gesammelt hat. Frank Bachmann („Einfach schön, mal wieder hier zu sein“) hat sich den 3:1-Sieg der Volleyballer des SV Fellbach gegen die TG Rüsselsheim II angesehen. „Es würde mich freuen, wenn sie es schaffen, noch ein drittes Mal den ersten Platz in der zweiten Liga zu erreichen und der Verein dann den Aufstieg realisieren kann“, sagte der Tribünengast mit der bemerkenswerten Vita. Er ist dem Spitzensport bis heute eng verbunden, während die Fellbacher seit zwei Jahren erst wieder ganz oben anklopfen. Im nächsten Jahr würden sie gern durch die Tür treten zu den Branchenbesten. Dazu brauchen sie bis dahin mehr Sponsoren, zuallererst aber auch in dieser Saison den einen und anderen Sieg mehr. Vorneweg jenen an diesem Samstagabend (19 Uhr, Sporthalle Brüderstraße) bei den L. E. Volleys in Leipzig.

Vor knapp 20 Jahren bestand die komplette Stammsechs des SV Fellbach aus Nationalspielern: Michael Dornheim, Dirk Oldenburg, Holger Werner, Christian Metzger, Stjepan Masic (Bosnien) und Ben Hardy (Australien). Frank Bachmann war damals in der zweiten Reihe, aber als Jüngster mit den Älteren im Jahr 1998 bereits deutscher Vizemeister. Die Einführung der Liberoposition im Volleyballsport (1999) eröffnete dem Abwehrspezialisten glänzende Perspektiven: Frank Bachmann, zur Aus- und Fortbildung insgesamt vier Jahre lang auch beim TSV Schmiden, verteidigte nach der Jahrtausendwende auf höchster Ebene: in Wuppertal, in Mendig, in Trento, in Eltmann und in Berlin. Er war noch drei weitere Male deutscher Vizemeister und absolvierte 57 Länderspiele. Seine letzte Station als Spieler hat er nach dem Karriereende nicht wieder verlassen: Frank Bachmann arbeitet im Management der Berlin Recycling Volleys; er betreut nun hauptberuflich die etwa 90 Sponsoren des Champions.

 Seine Nachfolger in der Hauptstadt können sich ganz auf ihre sportlichen Aufgaben konzentrieren. Auch Frank Bachmann selbst war früher stets fokussiert und in der Ballannahme nahezu unüberwindbar: ein geschmeidiger Fels. Seine Nachnachnachfolger in Fellbach können sich nur am Abend auf ihre sportlichen Aufgaben konzentrieren sofern sie denn gesund sind und Beruf oder Studium das auch erlauben. Da darf, nach zwei Meistertiteln in der zweiten Bundesliga, auch mal was aus den Fugen geraten zumal in der Ballannahme, wenn der Kapitän Marvin Klass nach einer Leistenoperation nicht mit hinlangen kann. Doch nach der überraschenden 0:3-Niederlage zum Auftakt beim TSV G. A. Stuttgart hat der Beachprofi Yannick Harms den Verbund gegen die TG Rüsselsheim II wieder stabilisiert nicht nur in der Ballannahme. Der 22-Jährige, ein Backnanger wie Frank Bachmann, übernahm auf mitreißende Art direkt und fast ohne Hallentraining den Part des Anführers.

Yannick Harms, am Wochenende frei von Beachpflichten, kann am Samstag mit nach Leipzig reisen. Bei dem einen oder anderen Teamgefährten wird sich allerdings erst kurzfristig entscheiden, ob er überhaupt in eines der Fahrzeuge klettert. „Die Lage hat sich leider nicht verbessert“, sagt der Trainer Markus Weiß: „Am Mittwoch hatten wir nur vier Spieler aus der ersten Mannschaft im Training.“ Ein nicht geringer Teil des Zweitliga-Aufgebots ist gesundheitlich angeschlagen, krank zu Hause. Die Ausgangslage könnte unbedingt besser sein. Das trifft jedoch auch auf die Gastgeber in Leipzig zu, die zum Auftakt daheim der TGM Mainz- Gonsenheim mit 0:3 unterlagen und angesichts ihrer Personalprobleme noch nach dem Saisonstart in der zweiten Liga im weltweiten Datennetz dringend Verstärkung suchen: einen Zuspieler und weitere Spieler, bitte schön.

So haben die Fellbacher Volleyballer mit Yannick Harms wohl durchaus vernünftige Chancen auf den zweiten Saisonsieg. Nur bei anhaltendem Erfolg bleibt ihnen ja auch die reelle Hoffnung, in der kommenden Runde selbst mal Frank Bachmann und die Berlin Recycling Volleys in der Hauptstadt besuchen zu können.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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