Ganz oben in der zweiten Bundesliga

Die Schlagmänner des SV Fellbach bezwingen binnen 22 Stunden in Bayern den TSV Grafing mit 3:1 und daheim die VYS Friedrichshafen mit 3:0. Damit übernehmen die Akteure um den Kapitän Marvin Klass die Tabellenführung.


04.11.2013

Der Fellbacher Kapitän Marvin Klass schlägt sich mit seinen Teamgefährten an die Spitze der zweiten Bundesliga. Foto: Holger Strehlow

Die Volleyballer des SV Fellbach führen die Tabelle der zweiten Bundesliga an! Erstmals seit dem 7. April 2001. Damals war ihnen mit 44:4 Punkten die Rückkehr in die erste Liga gelungen. Die Situation ist nicht wirklich zu vergleichen. Die Mannschaft kam erst im Vorjahr von unten, aus der Regionalliga, und sie dominiert gewiss nicht die Liga. 'Wir wissen das einzuschätzen', sagte der Libero Stephan Peéry gestern mit Blick auf die Tabelle. Andere, die L. E. Volleys aus Leipzig oder der TSV Herrsching, stehen an sich besser da, sie haben bis dahin nur weniger Spiele absolviert. Der SVF aber gehört nach zwölfeinhalb Jahren ganz offenbar wieder zu den Besseren in der zweiten Bundesliga. Davon zeugen auch die beiden jüngsten Erfolge. Am Samstagabend setzte sich das Team mit 3:1 (26:24, 27:25, 19:25, 25:21) beim TSV Grafing durch. Gestern Nachmittag fügten die Fellbacher zu Hause vor 230 Zuschauern einen 3:0-Erfolg (26:24, 25:22, 25:13) gegen die VYS Friedrichhafen hinzu.

Mit Gegnern aus Bayern treffen sich die Volleyballer des SV Fellbach gerade oft und gern. Sie haben in dieser Saison schon viermal gegen Mannschaften aus dem Freistaat gespielt - und viermal gewonnen! Sie haben auch dann gewonnen, wenn die Lage auf dem Spielfeld schwierig war. Wie am Samstagabend beim daheim bis dahin noch unbesiegten TSV Grafing. Nach vergnügter Anreise ( Stephan Peéry: 'Ich habe noch nie in einem so lustigen Team gespielt') sahen sich die Gäste einem ebenbürtigen Konkurrenten gegenüber, der seine Chancen hatte, dem Gegner eine vergnügungsfreie Heimfahrt zu bescheren. In den ersten beiden Abschnitten lagen die Akteure des TSV Grafing jeweils mit 24:23 vorn. Doch den Satzball konnten sie in beiden Fällen nicht verwerten. Danach bekamen die Fellbacher um den Kapitän Marvin Klass ihre Chancen - und nutzten sie. 'In den ersten beiden Sätze haben wir in der Schlussphase jeweils eine Schippe drauflegen können', sagte Stephan Peéry, der mit kühner Rettungsaktion selbst zur Punktlandung beitrug. Im dritten Durchgang konnte das gegen bereits enteilte Grafinger nicht mehr gelingen, dafür zog die Formation des SVF im vierten Abschnitt selbst davon. Drei Punkte hintereinander brachten ihr eine 13:9-Führung. Das war wegweisend. 'Wir haben unser Ding runtergespielt, das war gut', sagte Stephan Peéry. 'Das Spiel kann man ganz schnell auch mit 1:3 verlieren', sagte der Fellbacher Trainer Diego Ronconi: 'Aber wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen.'

Eben das hat seinen Verbund auch am Sonntag ausgezeichnet. Nach der späten Heimkehr aus Bayern hinterließ der Gastgeber zunächst noch keinen hellwachen Eindruck. Die Talente aus dem Bundesstützpunkt in Friedrichshafen schlugen sich flott dem Satzgewinn entgegen. Mal schlugen sie hart, mal sehr hart. Der 17-jährige Jan Jalowietzki etwa gab mit seinen Sprungaufschlägen Anlass für ein verbreitetes Raunen auf der Tribüne der Gäuäckerhalle I. Der SV Fellbach lag im ersten Satz deutlich zurück, mit 16:21, aber das war kein Grund, die Bemühungen zurückzustellen.

'Wir spielen auch in solchen Phasen einfach weiter. Und das ist eine Sache, die uns gut gelingt', sagte Diego Ronconi. Tim Kreuzer brachte die Fellbacher mit zwei Aufschlag-Assen wieder näher heran. Lars Lückemeier sezierte mit schnittigem Service vollends die Reihen der jungen Gäste. Es war fast zu spät in diesem ersten Satz, aber es war halt doch nicht zu spät an diesem Tag. Der SV Fellbach wehrte beim Stand von 21:24 drei Satzbälle ab - fünf Punkte später war der Satz tatsächlich vorbei.

In dem Maße, in dem der SVF ins Spiel fand, ließen die Teenager vom Bodensee nach. Auch die U-19-Nationalspieler wie Timon Schippmann oder Jan Jalowietzki. 'Wenn die Jungs aus Friedrichshafen sich nicht in einen Rausch spielen, wird es schwer für sie', sagte Diego Ronconi. Und der Rausch der Jungs aus Friedrichshafen war irgendwie vorbei nach der 24:21-Führung im ersten Abschnitt. Im zweiten Durchgang waren die Fellbacher dem Gegner knapp voraus, im dritten weit überlegen.

Mit dem sechsten Saisonsieg schlossen sie das Wochenende als Primus der zweiten Bundesliga ab. 'Aber wir bilden uns jetzt ganz bestimmt nichts auf die Tabellenführung ein', sagte der Trainer Diego Ronconi. Auch wenn es in der zweiten Liga die erste des SV Fellbach ist seit dem 7. April 2001. SV Fellbach: Klass, Köder, Abele, Holler, Nadale, Hainich, Kreuzer, Hanenberg, Lückemeier, Koch, Klaue, Peéry.


Quelle: Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


Ansprechpartner Presse


Presse & Öffentlichkeitsarbeit
SV Fellbach, Abteilung Volleyball
mail

Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

Ehemalige Fellbacher Volleyballsternchen:

Karlo Striegel, Frank Bachmann, Christian Pampel, Holger Werner,Alexander Haas, Alexander Walkenhorst, Goran Iliev, Matthias Pompe, Simon Tischer, Christian Metzger, Dirk Oldenburg, Michael Dornheim, Jörg Ahmann, Stepan Masic, Ronny Pietsch, Christian Kilgus, Dirk Taubert, Robert Jetschina, Ronald Rietz, Paul Duerden, Petri Sainio, Marc Blaich, Michael Raddatz, Adis Katanovic, Simo Hanaoui, Gregory Hansen, Jochen Schmid, Adis Katanovic, Edgar Tetsuekoue ...