Ganz viel Potenzial und noch wenig Konstanz

Der Meister SV Fellbach hat zum Zweitliga-Auftakt gegen die uneingeschränkt wehrhaften Gäste vom SV Schwaig gute und schlechte Szenen, gewinnt die Begegnung am Schluss aber noch mit 3:2.


28.09.2015

Felix Klaue ( links) führt beim SV Fellbach zunächst gekonnt Regie, in dieser Szene passt er auf Florian Sellner. Foto: Heiko Potthoff

Der neue Trainer hat mit seinen Spielern schon am Tag vor dem Ligastart gepunktet. Zur internen Saisoneröffnungsfeier mit Sponsoren und Freunden an der Neuen Kelter haben die Männer im Mittelpunkt selbst als emsige Grillmeister gewerkelt und ihre eigenen Salatkreationen zum Büfett vereint. Markus Weiß, der neue Trainer, hat - zugegeben - dank der Unterstützung seiner Ehefrau Sarah mit einem Nudelsalat italienischer Art geglänzt, der sich wie sein Gurkensalat und das gesamte Angebot restloser Beliebtheit erfreute. Zum Zweitliga-Auftakt konnten die Volleyballer des SV Fellbach noch nicht so vorbehaltlos überzeugen wie mit ihren kulinarischen Künsten, gepunktet haben sie aber auch am Samstagabend vor den 350 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I. Der Meister hat zuweilen bereits bei erster Gelegenheit wieder sein umfängliches Potenzial präsentiert, aber auch viel Raum gelassen für Steigerungsmöglichkeiten, weshalb er am Schluss über den 3:2-Erfolg (25:22, 22:25, 25:21, 17:25, 15:11) und die zwei Punkte gegen uneingeschränkt wehrhafte Gäste vom SV Schwaig froh sein durfte.

Das Potenzial des SV Fellbach hat in den ersten eineinhalb Sätzen allein schon der Blick auf jene Spieler offenbart, die da zur späteren Verwendung im entlegenen Halleneck tänzelten. Vielleicht war das die versierteste Zweitliga-Ersatzreihe aller Zeiten. Valters Lagzdins, zuletzt der Beste überhaupt in dieser Spielklasse. Yannick Harms, als etablierte Fachkraft aus der ersten Bundesliga wieder in Fellbach eingetroffen. Tim Holler, Beach-Ass mit (inter)nationaler Reputation. Patrick Köder, hoch veranlagter Zuspieler. Und Christopher Howe, sprunggewaltiger Zugang aus Kanada.
Alle haben dann in den weiteren dreieinhalb Sätzen irgendwann Zeichen bekommen für ihren persönlichen Saisonstart, dennoch aber ist der SV Fellbach um die erste Heimniederlage in der zweiten Bundesliga seit dem 5. April 2014 - gegen den SV Schwaig! - fast nicht herumgekommen. 'Im fünften Satz sind das zwei, drei Situationen, da können wir die Punkte machen, dann gewinnen wir. Wir machen sie aber nicht und verlieren', sagte Michael Raddatz, der Trainer der Gäste, der selbst kurz vor der Jahrtausendwende für den SV Fellbach in der ersten Bundesliga geschmettert hatte. Sein Team aus dem Frankenland war nahe dran am Auswärtssieg bei den Fellbacher Volleyballern, auch weil die noch ein Stück weg sind von dem, was sie in der Rückrunde der vergangenen Serie geboten haben. 'Uns fehlt noch die Konstanz, aber das ist ja auch unser erster Spieltag', sagte der Kapitän Marvin Klass, der hinterher - von Oberbürgermeister Christoph Palm - die Auszeichnung zum wertvollsten Akteur des Abends erhielt, obschon er selbst wegen Krankheit und beruflicher Belastung um Konstanz gerungen hatte.
Wie die unerfahreneren Kräfte an seiner Seite: Timo Koch, 23, Florian Sellner, 20, Pascal Winter, 20, oder Felix Klaue, 22. Sie alle wussten zunächst und auch länger zu gefallen. Zumindest bis zur 13:8-Führung im zweiten Abschnitt. Dann gelangen dem Gegner um Perica Stanic elf Zähler in Serie. Und der Gastgeber kam von jenem Weg ab, der ihn selbst gegen diesen Konkurrenten zu einem 3:0-Erfolg hätte führen können. 'Man sieht eben, wir sind in einem Prozess', sagte Markus Weiß.
Probleme gehören zu diesem Prozess. Gegen den SV Schwaig ließen sie sich spät noch beheben. Im fünften Durchgang war Marvin Klass nach famosem Beginn und einem zwischenzeitlichen Tief wieder ganz bei sich und seinem Team. Dabei hatte er, noch immer nicht wirklich gesund, in der Woche vor dem Samstagmorgen nicht trainieren können. An seiner Seite stand nun auch Yannick Harms, zuverlässig wie ein zweiter Kapitän. Obwohl er erst Ende der Woche von seinem Beach-Aufenthalt in China zurückgekehrt war, wo er mit Philipp Arne Bergmann, in der vergangenen Saison selbst noch im Trikot des SV Fellbach am Netz, bei einem Turnier der Weltserie am Dienstag in der Qualifikation ausgeschieden war. Bis zur Ankunft aus Xiamen hatte Yannick Harms noch nicht ein einziges Mal mit den Fellbacher Hallengefährten trainiert. Verantwortung hat er beim Erstkontakt dennoch wie selbstverständlich übernommen, jener 21-Jährige, der Volleyball spielt wie sonst eher selten einer mit 21.
'Der SV Fellbach hat eine Topmannschaft', sagte Michael Raddatz und war dann trotz Niederlage doch ganz zufrieden mit dem Mitbringsel, das er für die zwei Sätze einpacken durfte: 'Ein Punkt hier in Fellbach ist für uns ein Pluspunkt.' SV Fellbach: Klass, Nadale, Mättig, Klaue, Winter, Koch, Sellner, Lagzdins, Harms, Howe, Köder, Holler.

 

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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