Hallenkind bleibt Hallenkind

Engagement ist Ehrensache: In den Sommerwochen stellen wir junge Sportler vor, die sich wie selbstverständlich für ihren Verein, für ihre Sache einsetzen. Heute: Stefanie Hofmann (20) aus der Volleyball-Abteilung des SV Fellbach.


21.08.2013

Flink wechselt Stefanie Hofmann am Netz die Seiten, je nach dem, welches Team aufschlägt. Die selbst erst 20 Jahre alte Trainerin der U-18-Volleyballerinnen des SV Fellbach fungiert beim Abschlussspiel als Schiedsrichterin und postiert sich deshalb immer neben dem Feld der annehmenden Mannschaft. 'Ich sehe so mehr und rücke der Aufschlägerin nicht so auf die Pelle - damit sie nicht noch nervöser wird', erklärt die Fellbacherin, die auch als stellvertretende Jugendleiterin fungiert.

Mittendrin statt nur dabei: Stefanie Hofmann (Dritte von links) trainiert beim SV Fellbach die U-18-Volleyballerinnen und fungiert auch als stellvertretende Jugendleiterin Foto: Gerhard Pfisterer

Sie hat das Ensemble 2008 selbst aufgebaut, damals noch in der Altersklasse U14. 'Irgendwie hatte ich von Anfang an den Wunsch, ein Nachwuchsteam zu trainieren und etwas hervorzubringen, weil es doch eine Weile ein bisschen eine Flaute in der Jugend gab', sagt Stefanie Hofmann. 'Im ersten Training stand ich mit zwei Mädels da.' Mittlerweile hat sie zwölf Spielerinnen zusammen und muss weitere Interessentinnen abweisen: 'Spielermangel haben wir bei den Mädchen gerade insgesamt nicht.'

Bei der ersten der insgesamt drei Übungseinheiten der U-18-Mädchen während der Sommerferien steht Stefanie Hofmann nur ein Rumpfaufgebot zur Verfügung. So kann sie aber schon auf die Einzelnen besser eingehen. 'Carina, wenn du früher springst, hast du bessere Chancen auf den Block', rät die Trainerin und schlägt kurz danach mit einem Lächeln die Hände über dem Kopf zusammen, als ein Ball unberührt auf den Boden tropft: 'Oh Mädels, da steht ihr alle drei drumrum.' Wenig später haben diese den Satz mit 7:15 verloren und acht Liegestützen sind angesagt - gemäß der Punktedifferenz. Spaß ist erlaubt und erwünscht, aber die kräftigende Strafe muss trotzdem sein.

Als eine Spielerin sich früher verabschieden muss, nimmt Stefanie Hofmann ihren Platz auf dem Feld ein. Die 1,72 Meter große junge Frau spielt selbst in der Bezirksliga für die zweite SVF-Formation, mit der anschließend noch eine Übungseinheit ansteht. 2000 hat sie mit Volleyball angefangen. 'Ich hatte da glaub' nicht groß eine andere Wahl - ich bin als Hallenkind aufgewachsen', sagt die 20-Jährige und lacht. Ihr Vater Werner Hofmann, der bis zu seiner Pension als Lehrer an der Fellbacher Auberlen-Realschule arbeitete, engagiert sich seit vielen Jahren in der Volleyball-Abteilung des SV Fellbach. Der 64-Jährige ist auch Mitglied des Vereinsvorstandes und beim zweiten Frauenteam ihr Trainer.

'Das harmoniert mittlerweile gut. Mit 14, 15 war das mal ein bisschen schwierig', sagt die Tochter. Ihr Papa sagt ihr einen 'eigenen Kopf' nach. Das leugnet sie nicht. 'Er muss schon vorsichtig sein, was er sagt. Weil wenn ich es falsch verstehe, fliegen daheim schon mal die Fetzen', sagt Stefanie Hofmann und lacht. 'Wir können stundenlang darüber fachsimpeln, was in der Abteilung los ist.' Volleyball hat es ihr einfach angetan. 'Ich mag, dass es ein Teamsport ist. Wenn man verliert, steht man nicht alleine da. Und wenn man gewinnt, ist es umso schöner', sagt sie. 'Ich wäre nicht der Typ für eine körpernahe Sportart - ich finde gut, dass noch ein Netz dazwischen ist.'

Seit 2008 wandelt sie als Trainerin auf den Spuren ihres Vaters. Das hat sie auch in beruflicher Hinsicht mal in Erwägung gezogen, sich dann aber dagegen entschieden und nach dem Abitur 2012 am Fellbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium ein Studium der Medienwissenschaften an der Hochschule der Medien in Stuttgart-Vaihingen begonnen. 'Mit Volleyball ist das aufgefangen, da kann ich zweimal die Woche Lehrerin sein. Das passt, das hätte ich mir glaub' nicht ein ganzes Leben lang vorstellen können', sagt Stefanie Hofmann. Sie geht darin auf: 'Wenn ein Training richtig gut war, kann es jeden noch so schlechten Tag ausgleichen. Das Coachen macht mir genauso viel Spaß, wie selbst zu spielen.'

Mit ihrem Vater besucht sie auch Fortbildungen, 2010 hat sie die C-Lizenz gemacht. 'Wenn man einen Trainerschein vorweisen kann, wird man schon mehr respektiert - vor allem, wenn man noch so jung ist', sagt die 20-Jährige. Doch sie bringt sich nicht nur als Trainerin ein. Seit April fungiert sie überdies als Stellvertreterin der Jugendleiterin Christine Hauser. Sie macht sich seit dem Beginn ihres ehrenamtlichen Engagements auch Gedanken um die großen Zusammenhänge ('Wir haben zu wenig Leute, die ein Traineramt übernehmen - das ist halt einfach Arbeit'), nicht nur um ihr eigenes Team. 'Ich hatte schon länger mit der Jugendleiterin eng zusammengearbeitet. Jetzt kann ich mal reinschauen und das dann möglicherweise einmal übernehmen', sagt Stefanie Hofmann.

Toni Pesch, der große Stücke auf sie hält, hätte nichts dagegen. 'Sie engagiert sich nicht nur in der Jugend, sondern bringt sich auch sonst noch ein. Wenn sie sagt, sie mache etwas, macht sie das und man kann sich darauf verlassen', sagt der Volleyball-Abteilungsleiter des SV Fellbach. Für Stefanie Hofmann ist das ganz selbstverständlich. 'Das ist mein Verein. Ich bin da reingewachsen, das ist mein Freundeskreis hier', sagt die Engagierte. Das hat auch bei der Wahl ihres Studienortes eine Rolle gespielt. 'Ein Vereinswechsel wäre etwas, was momentan für mich nicht infrage kommen würde.' Diese Verbundenheit mit dem Club lebt sie auch ihren U-18-Mädchen vor und versucht, sie damit anzustecken: 'Ich hoffe, dass möglichst viele von ihnen dem Verein lange erhalten bleiben werden.'


Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Gerhard Pfisterer.


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