Hauptrolle für den zweiten Hauptangreifer

Philipp Arne Bergmann setzt sich an der Seite seiner neuen Teamgefährten mit 3:0 gegen die FT Freiburg durch. Das Fellbacher Team zeigt im Verlauf der Begegnung zusehends mehr von dem Potenzial, über das es in dieser Zweitliga-Runde verfügt.


21.10.2014

Haudraufundschluss: Philipp Arne Bergmannn steigert sich gewaltig und ist am Ende von den Freiburger Gästen nicht mehr aufzuhalten. Foto: Patricia Sigerist

Valters Lagzdins hatte zum Auftakt in nun heimischer Umgebung exakt eine Ballberührung. Beim Stand von 12:16 durfte er im ersten Satz zum Service aufs Spielfeld. Der 25-Jährige entschied sich für einen Sprungaufschlag mit gedrosseltem Tempo, der Punkt ging an den Gegner. Die Szene war, zugegeben, eher unwesentlich für den Spielverlauf am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I. Aber es ist dann doch ziemlich bemerkenswert, dass der Volleyball-Zweitligist SV Fellbach diesen ersten Satz an diesem Tag und dieses erste Heimspiel in dieser Saison für sich entscheiden konnte, ohne dabei - abgesehen von der einen Ballberührung - die Unterstützung seines namhaftesten Protagonisten in Anspruch zu nehmen. Die Fellbacher Schlagmänner gewan nen vor 230 Zuschauern mit 3:0 (25:23, 25:23, 25:15) gegen die bis dahin unbesiegte FT Freiburg, weil sie noch mehr Akteure in ihren Reihen haben, die in der zweiten Bundesliga eine wesentliche Rolle spielen können. Und weil sie einen zweiten Hauptangreifer in ihren Reihen haben, der sein Handwerk sehr handfest beherrscht. Philipp Arne Bergmann war an diesem Abend nicht ohne Grund, quasi zur Krönung seines Tagwerks, auch der Matchball vorbehalten.

Haudraufundschluss.

Wolfgang Beck war da schon rechtschaffen sauer und auch hinterher anhaltend am Granteln. 'Wir schenken doch den Fellbachern das Spiel, wir sind selber schuld an der Niederlage', grummelte der Spielertrainer der FT Freiburg. Sein Ärger lässt sich unbedingt nachvollziehen. Das Freiburger Team war im ersten Durchgang auch ohne den böse verletzten Klassespieler Marcus Gensitz, der sich wenige Tage davor im Training einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, das konstantere, behielt die Führung aber dann doch nicht bis zum Satzgewinn. 'Wir haben gebraucht, bis wir ins Spiel gekommen sind', sagte Diego Ronconi, der Cheftrainer der SV Fellbach. Danach allerdings hat der Gastgeber mit dem eingewechselten Tim Kreuzer die Wende erzwungen und ungleich mehr gezeigt von dem Potenzial, über das er in dieser Zweitliga-Runde verfügt.

Nach seiner Hereinnahme bildete Tim Kreuzer, fit und bärtig wie nie beim SV Fellbach, nicht selten und auch beim Satzball im ersten Abschnitt mit Markus Hainich eine vitale Wand, an der die Freiburger Angriffe zerschellten. Letzterer, mit 33 der Teamälteste, hat nachher auch die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler seiner Mannschaft erhalten. Die Nebenleute wie Tim Kreuzer ließen ihn nach dem Spätstart aber nicht alleine Gegenwehr leisten. Philipp Arne Bergmann, der ebenso wie Valters Lagzdins Erstliga-Erfahrungen aufweisen kann, steigerte sich nach unglücklichem Beginn gewaltig. Der zweite neue Schlagmann, der diesmal der erste war, profitierte dabei vom Entwicklungsprozess des Zuspielers Patrick Köder auch in dieser Begegnung. Die Pässe des 24-Jährigen gerieten im Spielverlauf immer genauer und geschickter für seine Adressaten. Auch jene zu Marvin Klass, der so zusehends besser gegen den Freiburger Block bestehen konnte. Die Ballannahme organisierte der Kapitän an der Seite des starken Liberos Sebastian Mättig eh nahezu fehlerlos. So kam der Fellbacher Sieg trotz des mühseligen Einstiegs nicht ganz unerwartet. 'Wir können das noch besser, aber ein 3:0 gegen die FT Freiburg ist okay', sagte Diego Ronconi, bis 2006 selbst neun Jahre lang Trainer des Gegners und in dieser Funktion direkter Vorgänger von Wolfgang Beck.

Fürs Erste durften die Volleyballer des SV Felbach zufrieden sein nach dem Erfolg zur Heimpremiere, dem zweiten im dritten Saisonspiel und dem ersten überhaupt im fünften Anlauf gegen die FT Freiburg seit dem Aufstieg 2012. Philipp Arne Bergmann durfte erstmals in der Gäuäckerhalle I einen Sieg in der zweiten Bundesliga feiern. Ebenso wie Valters Lagzdins, der Hauptangreifer, der in dieser Saison gewiss auch noch Hauptrollen besetzen wird. SV Fellbach: Klass, Köder, Nadale, Hainich, Bergmann, Mättig, Kreuzer, Koch, Lagzdins, Heermann, Klaue, Sellner, Winter, Peéry.

Fellbacher Zeitung, Thomas Rennet


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