Herren 1: Der SVF zieht in die 2. Bundesliga ein

Der Regionalliga-Meister nutzt seine Chance und steigt auf. Die Planungen laufen auf Hochtouren. Beach-Profi Alexander Walkenhorst will bleiben.


17.06.2012

Von Thomas Rennet, aus der Fellbacher Zeitung vom 09.06.2012.

Am 3. April 2004 war der SV Fellbach zum bis dahin letzten Mal in der zweiten Bundesliga vertreten. Die besten Volleyballer des Vereins unterlagen an jenem Abend mit 1:3 bei der TG Rüsselsheim und damit abschließend auch im Abstiegskampf. Seither ist der SV Fellbach, der sechs der sieben Jahre von 1995 bis 2002 der ersten Bundesliga angehört hatte, bloß noch drittklassig. Doch das wird sich zur nächsten Saison wieder ändern. Die Fellbacher Mannschaft, das ist nun klar, wird den Platz einnehmen, den ihr die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) angeboten hat: den Platz eben in der zweiten Bundesliga. Das haben die Verantwortlichen beim SV Fellbach rechtzeitig vor Fristende am Donnerstag um 24 Uhr entschieden.

Um 14.21 Uhr ging am Donnerstag die betreffende Nachricht aus Fellbach bei der DVL ein. Es war der formelle Abschluss der Bemühungen um den Einzug in die zweite Bundesliga, die zunächst – auf sportlichem Weg – erfolglos geblieben waren. Anfang Mai hatte der Meister der Regionalliga Süd die Aufstiegsrunde in Mainz auf dem letzten Platz beendet und den Konkurrenten TGM Mainz-Gonsenheim, TSV Zschopau und TSV Niederviehbach die drei Eintrittskarten für die zweite Bundesliga überlassen müssen. Frust und Enttäuschung waren groß – bis das Geschehen vor wenigen Tagen eine Wendung genommen hat. Weil der VC Mendig seine Mannschaft aus der zweiten Bundesliga in die Regionalliga zurückzog, hat der Meister, der vorübergehend zum Verlierer geworden war, als erster Nachrücker eine zweite Chance erhalten. Eine zweite Chance, die er jetzt nach knapp einwöchiger Beratungszeit auch nutzt.

Die Fellbacher waren ja ganz generell nicht unvorbereitet. Schon vor der Aufstiegsrunde hatten sie an den Grundlagen für eine Zukunft in der zweiten Liga gearbeitet. Und sich mit dem Gedanken an die Beförderung anfreunden wollen. Vergebens – zunächst. „Jetzt war es unsere Aufgabe, die Entscheidung, die wir im April schon getroffen hatten, zu untermauern“, sagt Toni Pesch, der Volleyball-Abteilungsleiter des SV Fellbach. In Gesprächen mit Spielern und Vereinsverantwortlichen, auch mit dem Wissen um die breite Basis innerhalb der Abteilung, ist aufs Neue der bekannte Konsens entstanden. „Es ist ja ein mittelfristiges Ziel der Abteilung: Wir wollen uns in der zweiten Bundesliga etablieren“, sagt Toni Pesch. „Dieses Ziel kann die Mannschaft jetzt weiter verfolgen.“

Diese Mannschaft, auch das ist ein Vorteil für den Spätaufsteiger, steht in weiten Teilen. Nach Lage der Dinge verlässt niemand den Verein. Der eine oder andere Spieler verstärkt künftig die zweite Vertretung des SV Fellbach in der Regionalliga, die anderen wollen in der zweiten Bundesliga mitmischen. Dazu gehört auch der Beach-Profi Alexander Walkenhorst, der bei der Aufstiegsrunde fehlte. Und wie er fehlte. Mit ihrem Besten wären die Schlagmänner des SV Fellbach kaum gescheitert. Doch ihr Bester war als Beach-Volleyballer unabkömmlich. „Der Saisonstart im Sand war im Frühjahr suboptimal. Ich musste für die Aufstiegsrunde absagen, sonst hätte ich Druck von oben bekommen“, sagt der Reisende Alexander Walkenhorst, der seine Fellbacher Wohnung seit Anfang April kaum einmal gesehen hat. Die nächste Hallensaison will der 23-Jährige aber keinesfalls absagen: „Grundsätzlich gibt es keinen Grund, nicht mehr in Fellbach zu spielen.“

Das wird Toni Pesch gerne hören, er hat sich mit seinen gleichsam ehrenamtlichen Mitarbeitern ohnehin noch um genügend Angelegenheiten zu kümmern. Vorneweg ist da nach Diego Ronconis Rückzug (Walkenhorst: „Er wird ein Riesenloch hinterlassen“) die noch ungeklärte Trainerfrage. Und hintendran folgen viele andere Themen, die in den nächsten Tagen zur Erledigung anstehen. Ein Problem, nur ein Beispiel, ist die Koordination der Spieltage. Der SV Fellbach hat die Rahmentermine des VC Mendig übernehmen müssen, die nicht in jedem Fall zu den eigenen Rahmenterminen passen. Die Ansetzung der Heimspiele wird dadurch nicht einfacher.

Der Saisonstart allerdings wird in fremder Halle erfolgen: beim Ligaprimus GSVE Delitzsch! Fast achteinhalb Jahre nach dem bis dahin letzten Auftritt in der zweiten Bundesliga am 3. April 2004 wird nun am 22. September 2012 um 20 Uhr wieder ein Team des SV Fellbach in der zweithöchsten deutschen Spielklasse auflaufen.


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Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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