Im Eiltempo dem nächsten Titel entgegen

Der SV Fellbach gewinnt gegen die FT Freiburg mit 3:1 und bei den L. E. Volleys in Leipzig ge- schwind mit 3:0. Nach der erfolgreichen Doppelschicht fehlen dem Tabellenführer nur noch zwei Sätze zur nächsten Zweitliga-Meisterschaft. Thomas Rennet


14.03.2016

Fotos Patricia Sigerist

Der Meister ist fast schon wieder Meister. Die Volleyballer des SV Fellbach haben am Wochenende ihre zweite Doppelschicht dieser Zweitliga-Saison erfolgreich hinter sich gebracht. Nach dem 3:1 (25:23, 15:25, 25:19, 25:18) am Samstagabend im Heimspiel gegen die FT Freiburg sind sie in aller Eile nach Sachsen gereist, um dort am nächsten Tag rasant die nächste Aufgabe zu bewältigen. Die Mannschaft um den Trainer Markus Weiß hat am Sonntag mit dem 3:0 (25:15, 25:16, 25:13) bei den L. E. Volleys in Leipzig auch noch den 19. Saisonsieg hinzugefügt. Jetzt kann sie am kommenden Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Volleys Eltmann schon wieder vorzeitig zum Titel greifen – und muss dafür nicht einmal gewinnen.

Diego Ronconi war da. Elf Monate nach seinem Abschied vom SV Fellbach, den er binnen sechs Jahren von der Regionalliga zum Titel in der zweiten Bundesliga geführt hatte. Er saß am Samstag, ganz ungewohnt, in der Verlängerung des Spielfelds. Auf jenem Sofa, das für Ehrengäste vorgesehen ist, und nicht auf jenem roten Mobiliar, das dem Trainer, zumeist ja selbst auf den Beinen, als Rückzugsgebiet dient. Diego Ronconi erhielt eine Fotocollage samt Jubiläumswein des Vereins zur Erinnerung. Die offizielle Verabschiedung fiel allerdings leise aus, weil das Mikrofon in der Gäuäckerhalle I zur Unzeit seinen Dienst verweigert hat. Der 51-Jährige, der mittlerweile unweit seiner Bühler Heimat beim SSC Karlsruhe in der dritten Liga Aufbauarbeit leistet, kannte quasi alle Beteiligten in der Halle, weil er früher neun Jahre die FT Freiburg und später sechs Jahre den SV Fellbach trainiert hatte: „Es war ein guter Abend, ein 3:0 wäre doch blöd gewesen.“

Es war auch ein guter Abend für die Volleyballer des SV Fellbach, obschon der Tabellenführer zu- weilen gar nicht so gut ausgesehen hat. Das ansonsten starke Service geriet zunächst zu harmlos. Die Gäste aus Baden durften vor den 450 Zuschauern zwei Sätze lang ganz viel richtig machen, verloren den ersten davon nach einer 21:18-Führung und einem Fellbacher Schlusssprint aber dennoch mit 23:25. „Dieser erste Satz war der Knackpunkt. Wir sind klar besser und verschenken ihn dann“, sagte der Freiburger Spielertrainer Wolfgang Beck. Irgendwann bekam er mit seinem Team keine Gelegen- heit mehr, Geschenke von Bedeutung zu verteilen; der Ligaprimus war dann einfach mal entwischt.

Der SV Fellbach zeigte sich nach dem Satzausgleich im dritten und im vierten Durchgang stark ver- bessert, Aufschlag und Block schmerzten nun den Gegner. Jetzt fand sich beim Tabellenführer auch für diese Begegnung die richtige Formation. Mit Tim Kreuzer, der nach einer Schulteroperation im vergangenen Sommer seine Saisonpremiere in der zweiten Liga feierte, auf der Diagonalposition. „Er hat uns emotional gutgetan“, sagte der Fellbacher Trainer Markus Weiß. Tim Kreuzer hat seine mitreißende Art während der langen Zwangspause offenbar nicht eingebüßt – und tatkräftig dabei mitgeholfen, den ersten Teil des Wochenendprogramms noch im Fellbacher Sinne zu regeln. Wie der Kapi- tän Marvin Klass, Yannick Harms, hinterher zum wertvollsten Spieler gekürt, der Zuspieler Felix Klaue, Jonas Hanenberg, Christopher Howe oder der Libero Sebastian Mättig.

Am Sonntag mussten sich die Fellbacher Vielflieger gar nicht erst steigern im Verlauf der Begegnung. Sie rauschten von Beginn an über den Gegner hinweg. Einen Gegner, der versierte Kräfte auf- weist wie Sebastian Hähner oder Jannik Kühlborn und 2014 – vor dem SV Fellbach – noch Zweitliga- Meister war. Doch an diesem Tag hat eine kleine Volleyball-Welt die älteren und die aktuellen Champions getrennt. „Eine Superleistung meiner Jungs. Das war ein hartes Brot für die Leipziger“, sagte Markus Weiß während der Heimfahrt. Die Gäste waren in allen Belangen klar besser, auch nach dem Ausfall von Timo Koch, der sich beim Stand von 13:10 im ersten Durchgang eine – wohl nicht so schlimme

– Bänderblessur am linken Sprunggelenk zuzog. Für ihn kam Tim Kreuzer. Fortan waren größtenteils die sieben am Siegen unter den vierzehn (mit im umfänglichen Aufgebot war Tim Rainer aus der zweiten Vertretung), die bereits den Vorabend in die gewünschte Richtung gelenkt hatten. Die Auszeichnung zum wertvollsten Akteur unter wertvollen Akteuren erhielt erneut Yannick Harms.

Nun fehlen dem Team, das mit seinem Kapitän Marvin Klass vorneweg schon am Freitagabend bei

der Sportlerehrung in der Alten Kelter eine Hauptrolle besetzt hatte (siehe auch Seite III), bloß noch zwei Sätze gegen die Volleys Eltmann – oder zum Saisonabschluss beim ASV Dachau. Dann ist der Meister wieder Meister.SV Fellbach: Klass, Hanenberg, Howe, Klaue, Köder, Harms, Mättig, Kreuzer, Koch, Winter, Nadale, Tomic, Sellner, Rainer.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung



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Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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