Interview: Thiago Welter

Der SV Fellbach hat einen neuen Cheftrainer – vom 2.Ligameister VC Eltmann wechselt der brasilianische Außenangreifer Thiago Welter an die Kappelbergstadt und freut sich auf seine erste Trainerstation.


05.07.2017

Thiago Welter (rechts) bei seinem letzten Auftritt in Fellbach trug er noch ein Eltmanner Spielertrikot und die MVP-Medaille für den besten Spieler.

Der SV Fellbach hat einen neuen Cheftrainer. Nachdem Markus Weiß nach zwei erfolgreichen Jahren (Meister und Platz 4) die SVF-Verantwortlichen bat aus privaten Gründen kürzer zu treten, präsentiert das #RoteRudel jetzt einen heißen Transfer – vom Meister VC Eltmann wechselt Thiago Welter an die Kappelbergstadt. Um seine Trainerlaufbahn zu beginnen, hängt dafür seine eigenen Volleyballschuhe an den Nagel und wechselt von Franken nach Württemberg. Welter machte bereits vor einem Jahr seinen A-Trainerschein und spricht heute im Interview über Ziele und Perspektiven.

SVF: Thiago, herzlich willkommen beim #RotenRudel und in Fellbach. Wir hoffen du bist gut angekommen. Fellbach gilt als Stadt der Weine, also rot oder weiß?

Welter: (lacht) Vielen Dank! Ich bin Brasilianer - natürlich weiß ... also weißen Cachaça!

SVF: Nun gut, wir wollen dich noch ein wenig genauer kennenlernen. Wieso passt du besonders aus deiner Sicht gut zum #RotenRudel?

Welter:  Ich konnte in den letzten zwei Jahren diesen einmaligen Teamgeist der Mannschaft als Gegner hautnah spüren. Die Stimmung beim Endspiel letztes Jahr in der Gäuäckerhalle war grandios. Da merkt man, dass das Rudel nicht nur aus den Spieler besteht, sondern Fans, Verein und Sponsoren. Der Erfolg in den letzten Jahren hat meiner Meinung nach diesem Kampfgeist zu danken. Wir stehen für Emotion, Power und Teamgeist. Ich selbst bin auch leistungsorientiert und glaube, dass unsere beste Leistung nur durch konsequentes Arbeiten und Leidenschaft erreicht werden kann.

SVF: Hört sich nach einem perfekter Match an. Was hast du in Fellbach kennengelernt und worauf freust du dich?

Welter: Die Atmosphäre in der Halle. Ich freue mich schon auf das erste Heimspiel am 30.9!

SVF: Wie kam der Kontakt zum #RotenRudel zu Stande?

Welter: Zu meinem Glück ist die Volleyballwelt nicht so groß und Stephan [Strohbücker, Anm. der Red.] kenne ich schon eine Weile. Er wusste, dass ich Interesse hätte Volleyballtrainer zu werden. Wir haben zwei Mal telefoniert und als Jonas [Hanenberg] dann das Management übernahm und so das neue Umfeld Formen annahm, bin ich zum Probetraining. Wir kennen uns sehr gut seit der Zeit als Teamkollegen in Bühl. Letztlich ergab sich durch einen Partner des SV Fellbach der Kontakt zu meinem jetzigen Arbeitgeber, ich bin also langfristig hier. Ich bin happy, es hat einfach gepasst!

SVF: Das freut uns, was hat dich bewogen deine aktive Karriere zu beenden und in Eltmann um eine Vertragsauflösung zu bitten, immerhin giltst du als einer der besten Spieler der Liga?

Welter: (lacht) Hauptsächlich meine Kondition. Ich war dort ursprünglich noch ein Jahr als Spieler geplant. Es hat mir viel Spaß gemacht in Eltmann, jedoch konnte schon lange nicht mehr das spielen, was ich spielen wollte. Der Schmerz und die intensive Belastung waren letztlich ausschlaggebend. Die Chance bei einem etablierten Zweitligist einzusteigen konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn ganz ohne Volleyball geht's nicht.

SVF: In den vergangenen Jahren war Fellbach recht erfolgreich. Was waren deine bisherigen Erfolge und wie willst du diese einbringen?

Welter: Es muss so weitergehen. Ich habe seit meinen jüngsten Jahren aus Volleyball mein Leben gespielt und sehe als mein größter Erfolg das Gewissen, immer alles gegeben zu haben. Ich möchte die Jungs dafür begeistern, sich 100% im Training einzusetzen, um am Wochenende ihr Bestes zu zeigen und ein unterhaltenes Publikum zu hinterlassen.

SVF: Machst du dir als Trainernovize auch Gedanken über das was kann schief gehen kann, beziehungsweise hast du gar "Angst"?

Welter: Nein, ich bin grundsätzlich positiv denkend, daher bin ich zuversichtlich, dass wir ein gutes Niveau erreichen und über die gesamte Saison erhalten werden. Respekt habe ich mit Sicherheit. Außerdem bin ich sehr dankbar, dass ich mit sehr erfahrenen Trainer Kollegen zusammenarbeiten kann.

SVF: Du warst neulich zum Probetraining in Fellbach. Hast das Team bereits kennengelernt…

Welter: … richtig wir hatten eine Trainingseinheit gemeinsam. Obwohl die Spieler schon längst im „Pausemodus“ waren, war das Niveau erstaunlich gut. Ich denke, man kann mit diesem Kader im Training sehr viel machen. Sie sind vom Niveau her sehr ähnlich und wirken absolut motiviert.

SVF: Was scheint mit dem Kader möglich zu sein? Hast du ein klares Saisonziel ausgegeben?

Welter: Mit den Abgängen von Jonas und Marvin verlieren wir zwei Riesen, je auf der Außen- und Mittelposition. Einige junge und motivierte Spieler mit Potential bekommen wir dazu. Ich glaube, die Mannschaft wird nun einen anderen Spielstil gewinnen. Außerdem sind die meisten Außenspieler auch Beachervolleyballer. So haben wir auch Alternativen in der Annahme. Mein persönliches Ziel ist das Beste aus der Mannschaft zu holen. Da sie in den letzten drei Jahren zweimal Meister wurden, ist es mir klar, was sie können. (lacht) Eine Prognose der Endplatzierung ist in der ausgeglichenen Liga fast unmöglich.

SVF: Du hast es eben mit dem Co-Trainer auch einige weitere Neuzugängen angedeutet: Was machen die weiteren Planungen?

Welter: (schmunzelt) Da kann, bzw. darf ich noch nicht sagen, aber ich verrate mal, dass da noch einige tolle Personalien dabei sind. Ich bekomme beispielsweise einen durchaus namenhaften Trainer als Assistent an die Seite gestellt, so dass wir das Team noch besser betreuen können und ich persönlich hoffentlich von seiner Erfahrung profitieren werde. Außerdem haben wir noch zwei neue Spieler, die wir in den nächsten Tagen vorstellen werden.

SVF: Wir sind gespannt und danken für das offene Gespräch. Wir wünschen viel Glück bei der anstehenden Vorbereitung und einen guten Start in eine hoffentlich spannende Saison.

 

 


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