Lieber Eichhörnchen statt Wölfe

Die Mannschaft des SV Fellbach unterliegt dem SSC Karlsruhe mit 1:3, sammelt dabei erneut keine Punkte und steuert weiter ungebremst dem Abstieg aus der zweiten Liga entgegen.


18.02.2019

Das „Rote Rudel“ um Valentino Nadale (links) und Kapitän Manuel Harms zeigt zu selten Biss. Foto: Heiko Potthoff

Die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach haben am Samstagabend vor heimischer Kulisse mit 1:3 (25:23, 25:27, 20:25, 19:25) gegen den SSC Karlsruhe verloren. Die SVF-Vertretung blieb damit ihrer Linie treu, dass sie ihren Gegner oftmals zwei Sätze lang auf Augenhöhe begegnen kann. Zu mehr als meist einem Satzgewinn reicht es dann aber nicht. So braucht man bei einem Blick auf das aktuelle Tabellenbild nicht viel Fantasie um feststellen zu müssen: mit momentan vier Siegen aus 19 Begegnungen führt bei noch fünf ausstehenden Spielen der Weg eine Etage nach unten.

Unter der Bezeichnung „Rotes Rudel“, als Wolfsrudel, treten die SVF-Volleyballer in der zweiten Liga an. Immer wieder hört man imitiertes tierisches Geheul, wenn etwa gegnerische Angriffe durch einen erfolgreichen Block in einen direkten Punktgewinn gekontert werden. Momentan mag man denken: ach hätten sich die Fellbacher doch besser als „Rote Eichhörnchen“ in Liga zwei installiert. Denn die flinken Sammler von Früchten und Samen haben dem Wolf in einem deutlich etwas voraus: Sie können Vorräte anlegen. In guten Zeiten raffen sie an Nahrung zusammen was sie finden können. Vollbepackt wird das kostbare Gut gehortet und vergraben. In schlechten Zeiten, wenn die Natur nicht viel zum Stillen des Hungers hergibt, wird dann der wertvolle Schatz ausgegraben. So kommen die niedlichen Nager über die Runden. Ja und hätten sich die Fellbacher „Wölfe“, oder eben die Fellbacher „Eichhörnchen“, in den vergangenen Jahren einen Vorrat an Punkten anlegen können, dann müssten sie nun nicht schwer darbend durch die zweite Liga schleichen. Dann könnten sie auf viele, sehr viele Punkte zurückgreifen, die sie etwa in den Jahren 2015 und 2016 bei ihren Titelgewinnen in der zweiten Liga eingesammelt haben. Doch zum Ende des Sommers, zum Ende der Spielzeit, geht es immer wieder auf null. Nichts lässt sich – weder als Wolf, noch als Eichhörnchen – mit in die kalte Jahreszeit, also in die neue Saison, nehmen.

Und so sind die SVF-Volleyballer momentan schwer ausgehungert, sie sind so schwach auf den Beinen, dass sie ihr angestammtes Revier verlassen werden müssen. In der dritten Liga wird es bald auf Punktejagd gehen. Und hatten die Fellbacher bei der Hatz nach Greifbarem zuletzt noch Wille und Moral gezeigt, so ist ihnen beides am Samstag schnell abhanden gekommen. „Wir haben von Mitte des zweiten Satzes an ohne Biss gespielt“, sagte Alexandra Berger, Trainerassistentin des selbst auf dem Volleyball-Rechteck agierenden Rudelanführers Thiago Welter. „Wo waren die Emotionen, wo war der Wille?“

Wobei es zunächst so aussah, als sollten die Hausherren nach langer Zeit wieder Beute machen. Die Gäste um den ehemligen Fellbacher Meistertrainer Diego Ronconi wirkten gehemmt, das Geschehen bestimmten die SVF-Volleyballer. Nach dem gewonnenem Auftaktdurchgang begann dann aber nach dem 13:10 in Abschnitt zwei das große Zähneklappern. Beim Stand von 18:19 war die SVF-Vertretung bereits im Hintertreffen. Während die Hausherren fortan wie ein gezähmter Wolf fast ohne Esprit dem Geschehen folgten, waren gleichzeitig die Karlsruher nun ihrerseits emotional im Spiel angekommen. So nahm das zuletzt immer wiederkehrende Unheil seinen Lauf. Im engen Satzendspurt waren – mal wieder – die Gäste einen Tick eher an den Fleischtöpfen. Die SVF-Volleyballer gingen leer aus. Und da sie anschließend nicht wirklich den Kampf annahmen, plätscherte die Begegnung in seichtem Tempo dem Ende entgegen. Alsbald musste der erste Schiedsrichter Vesselin Stanev so die Punktejagd mit einer weiteren Niederlage für den SVF abpfeifen. Das Wolfsrudel hatte erneut keinen Fang gemacht. Alexandra Berger stand da wie ein begossener Pudel und dachte wohl: ach hätten wir es doch machen können wie die Eichhörnchen. SV Fellbach: Benz, Harms, Maser, Mättig, Nadale, Leipert, Blötscher, Spasov, Hirning, von Berg, Klaue, Welter.

Uwe Abel   Fellbacher Zeitung


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