Lösung statt Lamento

Der Tabellenführer SV Fellbach weiß sich, zur Not auch mit Zuspielern im Angriff, zu helfen und erwartet am Samstagabend in der zweiten Bundesliga den GSVE Delitzsch. Thomas Rennet Foto Patricia Sigerist


19.02.2016

Der Zuspieler Felix Klaue traut sich auch als Angreifer ans Netz. Foto: Patricia Sigerist

Einer ist beim Gegner noch außen vor. Sebastian Kynast verbüßt den Rest seiner Sperre, wenn die Zweitliga-Volleyballer des GSVE Delitzsch am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I) beim Tabellenführer SV Fellbach auflaufen. Seine Strafe hatte er sich Mitte Januar im Heimspiel gegen die VYS Friedrichs- hafen (1:3) eingehandelt. Sebastian Kynast hatte gerade im vierten Durchgang die Rote Karte gesehen. Danach wollte er es bei einer verbalen Meinungsäußerung nicht mehr belassen – und sah im übertragenen Sinne neuerlich Rot. Er trat einen Plastikstuhl derart entschlossen zusammen, dass dessen Bestandteile unkontrolliert herumflogen. Der Chronist des GSVE Delitzsch, ansonsten bevorzugt mit Kritik am Schiedsrichter beschäftigt, schrieb angesichts des misshandelten Mobiliars seinen Verdacht  ins weltweite Datennetz, bei dem Elektriker Kynast sei die Hauptsicherung ausgefallen. Nüchterner urteilte der Dachverband der Volleyball-Bundesliga (VBL) und sperrte den Angreifer für vier Ligaspiele. Die Begegnung in Fellbach ist die letzte davon. Sebastian Kynast ist ein guter Spieler. Ob sein Fehlen dem SVF entgegenkommt, sei aber mal dahingestellt. Der Meister auf neuerlichem Meisterkurs hat sich die geschickte Angewohnheit zugelegt, immer dann besonders eindrucksvoll aufzutrumpfen, wenn die besten Konkurrenten mit den besten Spielern auf der anderen Seite des Netzes stehen. Von diesem Vorzug durften sich zuletzt mehr als 600 Zuschauer in Unterfranken überzeugen; die Gäste aus Fellbach konnten vor sechs Tagen beim Verfolger TV/DJK Hammelburg nach dem Verlust des ersten Durchgangs ihr Niveau auf hohem Niveau noch steigern. Die Volleyballer um den Kapitän Marvin Klass waren so – wie schon beim 3:0-Erfolg in der Hinrunde – stark genug für den bis dahin hartnäckigsten Mitbewerber um den Titel. Der Chefanleiter Markus Weiß vermag die Mannschaft mit seinem Trainerteam um den Statistikexperten Marcel Frisch präzise einzustellen auf das, was sie da in dieser Liga zu erwarten hat. Personelle Engpässe in den eigenen Reihen führen dabei nicht zu Lamentos, sondern zu Lösungen. Zuweilen gehören auch kühne Ideen zum Notplan. In Hammelburg gewann der SV Fellbach tatsächlich mit außergewöhnlicher Formation. Nach einem 8:14-Rückstand im ersten Abschnitt standen bis zum finalen Punkt beide Passgeber auf dem Spielfeld: Patrick Köder und Felix Klaue. Einer verteilte auf der angestammten Position als Zuspieler die Bälle, einer schlug als Diagonalangreifer zu. „Manchmal muss man für Überraschungen sorgen“, sagt Markus Weiß. Anlass für den Ansatz mit dem Spielmacherdoppel war der Gesundheitszustand der beiden Schlagmänner im Diagonalressort. Valters Lagzdins gehörte wegen seiner Knieblessur auch in Hammelburg nicht zum Aufgebot. Timo Koch war in der Woche davor krank zu Hause; er versuchte es dennoch – bis zum nachdrücklichen Veto des Körpers, bis zum 8:14-Rückstand. „Wir mussten auf die zweite Option zurückgreifen – mit Erfolg“, sagte Markus Weiß. So etwas geht dann aber auch nur, wenn der gesamte Verbund um die Außenangreifer Marvin Klass und Yannick Harms gefestigt ist. Wenn auch alle neben dem wertvollsten Akteur – in diesem Fall Christopher Howe – Wertvolles leisten. „Wir müssen schauen, dass wir das Niveau hochhalten können“, sagt Markus Weiß. Im Training. Und im Spiel. Die Qualität des Gegners kommt den Fellbachern dabei offenbar sehr gelegen. So gesehen ist es für sie gut, dass der GSVE Delitzsch über ein paar Klassespieler – wie etwa Paul Lohrisch oder Jan Jalowietzki – verfügt. Auch ohne Sebastian Kynast. 

Info Nach dem 3:1-Erfolg beim TSV Eningen steht der zweiten Mannschaft des SV Fellbach am Samstag (13.30 Uhr, Gäuäckerhalle I) gegen den TSV G. A. Stuttgart II das letzte Heimspiel der Regionalliga-Saison bevor. Danach folgen noch drei Auswärtsbegegnungen.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 

 

 

 


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