Mal aussichtsreich, mal aussichtslos - 2:3

Die Mannschaft des SV Fellbach hat den amtierenden Zweitliga-Meister GSVE Delitzsch am Rande einer Niederlage, verliert den abschließenden fünften Durchgang aber trotz einer 8:5-Führung noch mit 12:15.


17.12.2012

Air Pietzonka steht auch an diesem Abend mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Unbewegt die Miene, unbewegt der ganze Mann. 'Es bringt ja nichts, wenn ich als Trainer den Hampelmann spiele', sagt Frank Pietzonka, der einst im Osten der Republik ein mitreißender Klassevolleyballer war. Jetzt hebt der 48-Jährige, für den vermutlich das Wörtchen geerdet erfunden worden ist, nicht mehr ab. Er schaut ruhig zu, mag das Geschehen auf dem Spielfeld noch so unruhig sein. 'Wir haben Glück gehabt', sagt Frank Pietzonka am späten Samstagabend nach dem 3:2-Erfolg (29:31, 25:15, 25:18, 19:25, 15:12) der Zweitliga-Volleyballer des GSVE Delitzsch beim Aufsteiger SV Fellbach.

Die Gäste aus Sachsen waren zwar mit ihrem mächtigen Mannschaftsbus - der Vereinsname steht unübersehbar drauf - angereist, aber nicht mit der gesamten Mannschaft. Der Routinier Sebastian Kynast fehlt derzeit wegen Krank heit, Maik Winkler kann aus Zeitgründen nicht mehr zu Auswärtsspielen mitfahren. 'Da müssen jetzt die jungen Spieler reinwachsen. Das kann dann auch mal in die Hose gehen', sagt Frank Pietzonka. Dass es am Samstag für den GSVE Delitzsch n icht in die Hose ging, lag zum einen an der verbliebenen Substanz im Team. Der Meister 2012, der im Frühjahr aus finanziellen Gründen vom Aufstieg in die höchste Spiel klasse abgesehen hatte, verfügt immer noch über durchsetzungsfähige Kräfte - etwa die Angreifer Sebastian Reichstein oder Jens Andrä. Zum anderen kam dem Sieger am Samstagabend der Mangel an Konstanz und Konsequenz beim Verlierer entgegen.

Die Volleyballer des SV Fellbach stemmen sich mit vereinten Kräften gegen die Niederlage - am Ende aber erfolglos. Foto: Maximilian Hamm


Es war durchaus bemerkenswert, wie die Volleyballer des SV Fellbach den ersten Abschnitt für sich entschieden. Mit langem Atem am Ende eines langen Satzes. 31:29. Weniger schön war aus Sicht des Gastgebers der Fortgang der Begegnung. Die SVF-Akteure schienen - nicht zum ersten Mal in dieser Saison - ein bisschen überwältigt von der gelungenen Spieleröffnung. Sie waren irgendwie nicht mehr recht bei der Sache zum Auftakt des zweiten Durchgangs. 'Wir haben es versäumt, weiter Vollgas zu geben', sagt der Fellbacher Trainer Diego Ronconi. Und solch eine Gelegenheit lässt sich der amtierende Meister nicht entgehen. Der GSVE Delitzsch zog rasch davon und war in diesem zweiten Satz bald uneinholbar enteilt. Diego Ronconi wechselte in aussichtsloser Lage einen Teil seiner Stammspieler - Patrick Köder, Lars Lückemeier und Raimund Abele - aus. Allerdings wechselte er sie zu Beginn des dritten Abschnitts - zur verbreiteten Verblüffung in der Gäuäckerhalle I - nicht wieder ein. 'Wenn es so läuft wie im zweiten Satz, muss ich auch anderen Spielern eine Chance geben', sagt Diego Ronconi. Die Folge war diese: Der SV Fellbach bot eine ganz passable Leistung, war tatsächlich aber in ein ungleiches Duell verwickelt, weil die Gäste aus Delitzsch nun individuell klar überlegen waren. Diego Ronconi schickte dann, wiederum in aussichtsloser Lage, seine Stammkräfte zurück. Wenig später war sein Team nach Sätzen mit 1:2 hinten.
Dieser Rückstand war aber noch keineswegs aussichtslos. Der Gastgeber um den Anführer Marvin Klass, der als Einziger bei jedem Ballwechsel auf dem Feld stand, konterte die nun doch ungemütliche Situation mit der stärksten Phase. Im vierten Durchgang hielten die Fellbacher - mit Ole Lepthin für Raimund Abele auf der Diagonalposition - den Gegner anhaltend auf Distanz: Bestens aufgelegt waren dabei die Blockspezialisten Daniel Wolfram und Valentino Nadale. Daran knüpften die beiden mit ihren Nebenleuten im fünften Satz an. Die Fellbacher lagen vor den 150 Zuschauern mit 8:5 vorne. Doch dann ließen sie sich wieder vom Weg abbringen. Eine Fehlentscheidung des arg überforderten Schiedsrichters Thomas Fischer nagte an der Führung und an der Konzentration. So konnten sich die Volleyballer aus Delitzsch die letzten Punkte vor der Weihnachtspause noch schnappen. Sie hüpften unweit der geknickten Hausherren mit vernehmlicher Ansage ('Auswärtssieg') im Kreis. Air Pietzonka blieb mit beiden Beinen fest am Boden. SV Fellbach: Klass, Lückemeier, Wolfram, Nadale, Köder, Peéry, Lepthin, Abele, Hainich, Stanimirovic, Oefner, Hanenberg, Haas, Strohbücker.

Quelle: Artikel aus der Fellbacher Zeitung von Thomas Rennet.


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