Meister 2015 und 2016 trifft Meister 2014

Der bis dahin achtmal erfolgreiche SV Fellbach erwartet am Samstag zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte in der zweiten Liga die L. E. Volleys aus Leipzig, die nach lediglich einem Sieg in der Hinrunde vermehrt den Abstieg fürchten müssen.


12.01.2018

Jan Jalowietzki (links), Patrick Köder und ihre Fellbacher Teamgefährten sind heiß auf das erste Heimspiel des Jahres. Foto: Patricia Sigerist

Der Internetauftritt der Bundesliga-Dachorganisation VBL beinhaltet skurrile Kostbarkeiten. Gern vollenden die Unparteiischen ihr Volleyball-Tagwerk, indem sie unter der Rubrik „Bemerkungen“ dringend zu beanstandende Verfehlungen aufführen. Eine digitale Fundgrube für Fans der Detailverbundenheit. Da lässt sich zum Beispiel nach Zweitliga-Begegnungen lesen: „Beide Quickmopper agierten nicht nach Handlungsanweisungen“, „unterschiedliche Unterziehkleidung“, „30 Minuten vor Spielbeginn fehlten: alle Ballroller und Wischer“, „Schiedsrichterstuhl ohne offizielles Prüfzeichen“, „Antennentaschen mit altem Prüfzeichen“, „Physiotherapeut während des Spiels nicht erschienen“.

Zuweilen allerdings mischt sich Ernstes ins Erheiternde. Mitte Oktober fand sich anbetreffender Stelle der Hinweis auf die Knieverletzung von Christopher Harpke im Spieltagsdokument. Der Kapitän der L. E. Volleys aus Leipzig hatte sich einen Kreuzband- und Meniskusriss zugezogen.

Der 29-Jährige wird in dieser Runde nicht mehr auflaufen können, dabei hätte er den Meister des Jahres 2014 nach dem Radikalumbruch im vergangenen Sommer mit seiner Erfahrung anführen sollen. Ein mächtiger Rückschlag für die Männer aus der einstigen Volleyball-Hauptstadt Deutschlands, die jetzt erst recht und trotz aller Bemühungen einen mächtigen Rückstand aufweisen. Die Aussichten im Abstiegskampf sind trüb. Und der Verbund des SV Fellbach, am Samstag Gastgeber der Reisegruppe aus Sachsen, will sich um 20 Uhr in der Gäuäckerhalle I daranmachen, dass sie noch ein bisschen trüber werden.

Der Vorletzte aus Leipzig hat die Nachwuchskräfte der VYS Friedrichshafen hinter und die Auswahl des Volleyball-Internats Frankfurt direkt vor sich; die beiden Tabellennachbarn dürfen losgelöst von Resultaten Erfahrungen in dieser Liga sammeln. So gesehen liegen die Akteure aus dem Osten der Republik, in der ersten Saisonhälfte überhaupt nur einmal erfolgreich, ziemlich einsam zurück. Ungeachtet ihrer hartnäckigen Gegenwehr – und fünf 2:3-Niederlagen – fehlen zum SSC Karlsruhe, der jenen zehnten Platz besetzt, der am Ende den Ligaverbleib verspricht, zwölf Punkte. Zum SV Fellbach sind es gar 14. Die Mannschaft um den Kapitän Patrick Köder hat der Hinserie acht Siege entlockt, fünfmal bloß dem Gegner gratulieren müssen.

Das ist eine ansprechende Zwischenbilanz, zumal auch der Meister 2015 und 2016 im Vorjahr einen Umbruch zu bewältigen hatte, wenn auch keinen Radikalumbruch wie der nächste Widersacher. Jonas Hanenberg, nun Teammanager, Philipp Arne Bergmann sowie die Außenangreifer Marvin Klass und Yannick Harms, allesamt ganz vorzügliche Kräfte auf diesem Niveau, stehen nicht mehr in der Zweitliga-Formation. Junge Spieler wie die Außenangreifer Jan Jalowietzki, 21, oder Tin Tomic, 20, tragen jetzt ungleich mehr Verantwortung. „Sie haben in dieser Saison ganz andere Rollen“, sagt der Trainer Thiago Welter.

Zeit zum Innehalten bleibt nicht bei Halbzeit. Die Rückrunde schließt sich nahtlos an das letzte Hinspiel (2:3 bei der TG Rüsselsheim II) an. 13 Zweitliga-Verabredungen stehen in den nächsten 14 Wochen bevor. Ungewiss ist zunächst, inwiefern Valters Lagzdins zum Auftakt der zweiten Halbserie gegen die Gäste aus Leipzig ein- und angreifen kann. Der 28- Jährige, vor Weihnachten überragender Fellbacher Spieler, plagt sich mit Schulterbeschwerden. Manuel Harms, 21, kuriert nach wie vor einen Infekt aus. Für ihn wird wohl wie zuletzt in Hessen Richard Peemüller vom SVF II den Zweitliga-Kader vervollständigen. „Anders als in Rüsselsheim wollen wir unsere Chancen besser nutzen“, sagt Thiago Welter:

„Uns nur Chancen zu verschaffen, reicht nicht. Wir müssen aggressiv spielen, wann immer es geht.“ Damit das Spieltagsdokument hinterher am Samstag die Fellbacher als Gewinner ausweist. Die Rubrik „Bemerkungen“ darf leer bleiben.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

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Landespokalsieger 2015

 

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