Meisterfeier mit mehr als 700 Zuschauern

Nach dem 3:0-Erfolg gegen den TSV Grafing ist der SV Fellbach in der zweiten Liga uneinholbar vorne.


30.03.2015

So feiern Meister: die Zweitliga-Volleyballer des SV Fellbach Foto: Heiko Potthoff

Der Trainer kommt jetzt daher wie im Vorjahr gar der vornehme Fußballkollege Pep Guardiola bei der Meisterfeier des FC Ruhmreich in München. Er trieft. Und er tropft. Diego Ronconi, 50, hat den unvermeidlichen Anschlag seiner Spieler heldenhaft überstanden. Er riecht streng, steht inmitten der auch schon ziemlich klebrigen Konfettistreifen, klatscht die Nachwuchsspieler ab, die als Helfer zu diesem besonderen Abend beigetragen haben, und nimmt Gratulationen entgegen. Thomas Völkel, einer der Väter jener jungen Volleyballer, die ebenfalls von Diego Ronconi angeleitet werden, nimmt den in Bier getränkten Meistertrainer tapfer in den Arm und sagt: 'Lecker.'

Es ist am Samstag zu später Stunde Ausnahmezustand in der brodelnden Gäu­äckerhalle I. Die schlagende Verbindung des SV Fellbach hat soeben und schon am vorletzten Spieltag mit einem 3:0-Erfolg (25:18, 37:35, 25:22) gegen den TSV Grafing den Titel in der zweiten Bundesliga Süd erobert. 750 Zuschauer finden das klasse. Sie feiern das elfte und letzte Heimspiel der Saison, den elften und letzten Heimsieg. Hinterher geht dann nur ein Teil, denn hinterher geht die Party ab.
Die Zuschauer stehen, die Einwechselspieler hüpfen. Der SV Fellbach führt im dritten Durchgang mit 24:22 und hat den zweiten Matchball zur Meisterschaft. Michael Zierhut vom TSV Grafing will die Festgemeinde offenbar nicht weiter hinhalten und setzt den Aufschlag ins Aus. Die Gastgeber sind am Ziel. Die Spieler balgen sich zum Knäuel. Es spielt keine Rolle, dass dieser Tag nicht ihr bester war in dieser Saison. Dieser Tag ist ihr bester in dieser Saison! Die Fellbacher Volleyballer haben im zweiten Abschnitt die Konzentration und einen Sechs-Punkte-Vorsprung (15:9) eingebüßt - nicht aber halt den langen Atem. 'Unabhängig vom absoluten Niveau haben wir auch in diesem zweiten Satz und in diesem Spiel gezeigt, warum wir oben stehen', sagt Diego Ronconi. Am Ende, so war das zumindest in den Heimspielen immer, gewinnt der SV Fellbach! In Schwierigkeiten war der Tabellenführer in den vergangenen Monaten ja öfter auch in der Gäuäckerhalle I. Aber er hat sie zuverlässig gemeistert. Die Mannschaft hat die entscheidenden Treffer gern selber ge setzt. Wie auch am Samstagabend. Der Kapitän Marvin Klass ging dabei seiner Mannschaft aus guter Gewohnheit voran. Der 26-Jährige war gerade in den wesentlichen Momenten ganz und gar unerschütterlich und erhielt deshalb auch die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der vorletzten Begegnung. Jetzt ist Marvin Klass mit seinen Nebenleuten schon vor dem Saisonabschluss am 11. April beim ASV Dachau Meister - mit vier Punkten Vorsprung auf die TG Rüsselsheim und sechs auf den GSVE Delitzsch.
Nach dem Titel vor drei Jahren in der Regionalliga ist der SV Fellbach mit Diego Ronconi nun in der zweiten Bundesliga ganz vorne. Eine bemerkenswerte Entwicklung, auch wenn der Aufstieg diesmal ausfällt. Für die Anforderungen der ersten Liga benötigt der Verein noch Zeit. Der Teammanager Stephan Strohbücker arbeitet mit und hinter dem Team an den dafür erforderlichen Grundla gen. Eine gewaltige Aufgabe ungeachtet des sportlichen Erfolgs. Ob der SV Fellbach, einst sechs Jahre lang in der ersten Bundesliga und dabei 1998 deutscher Vizemeister, im nächsten oder im übernächsten Jahr samt Strukturen reif für die Profikonkurrenz sein wird, lässt sich im Moment noch nicht absehen.
Aber die Zukunft ist bei der Meisterfete Nebensache. Die Fellbacher Volleyballer singen und tanzen, und Valters Lagz­dins kommt um eine Glatze herum. Sein Haar sollte fallen beim Aufstieg, es fällt dann auch - aber nicht der ganze Schopf. Jetzt hat der beste Spieler der zweiten Liga eine Art flockigen Irokesenschnitt. Diego Ronconi schaut sich das wilde Treiben eher am Rande an und denkt bereits an den nächsten Vormittag. Frühmorgens um sechs, sagt er spät am Samstagabend, wolle er am Sonntag nach Berlin zur Endrunde der Champions League fahren. Schlafen ist da zweitrangig, findet der Trainer, dessen Verbleib nach sechs Jahren beim SVF ungewiss ist: 'So ein gutes Niveau bekommt man - außer in Fellbach - in Deutschland sonst nicht zu sehen.' Sagt's, trieft und tropft. SV Fellbach: Klass, Köder, Lagzdins, Nadale, Sellner, Koch, Mättig, Kreuzer, Klaue, Heermann, Holler, Peéry.

 

Thomas Rennet, Fellbacher Zeitung


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Hall of Fame

Deutscher Vizemeister: 1998

Meister 2. Bundesliga 1995, 2001, 2015, 2016 

Aufstieg 2. Bundesliga: 2012

Regionalligameister: 2012

Oberligameister: 2011, 2012

Landespokalsieger: 2010

Sieger Süddeutscher Pokal 2014

Landespokalsieger 2015

 

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