Mit Energie und Adrenalin zum wilden Tänzchen

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach hat erneut Grund zum ausgelassenen Spieltagsausklang: Jonas Hanenberg und seine Nebenleute bezwingen die L. E. Volleys aus Leipzig mit 3:1 und feiern damit bereits den dritten Erfolg nacheinander.


20.02.2017

Foto: Patricia Sigerist

Auf der einen Seite hat Erik Wichert den Stuhl wieder fein säuberlich hingestellt, den er eben nach seinem abschließenden Aufschlagfehler umgetreten hatte. Ein paar Meter weiter, aber doch fernab vom Frustabbau bei den L. E. Volleys aus Leipzig, führten die Volleyballer des SV Fellbach ein wildes Tänzchen vor. Mittendrin in dem Kreis auf der anderen Seite hüpfte der Trainer Markus Weiß, als hätte er Sprungfedern an den Schuhen befestigt. Der Meister der Jahre 2015 und 2016 darf nach schwierigen, von Verletzungssorgen geprägten Monaten in diesen Wochen wieder Siege feiern. Der Nachholbedarf war groß in dieser Saison, er ist es immer noch.

Aber mit jedem Erfolg wächst das Selbstvertrauen, der Glaube an noch mehr Grund zum ausgelassenen Spieltagsausklang.

Zumal mit einem Erfolg wie jenem am Samstag, als der Zweitliga-Verbund um Jonas Hanenberg, dem herausragenden Mann der Mitte, die Gäste vor den 440 Zuschauern in der Gäuäckerhalle I mit Energie und Adrenalin in die Niederlage trieb. „An diesem Abend hat die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr gewollt hat“, sagte Marcel Frisch, der Statistikexperte im kleinen Fellbacher Trainerteam, nach dem 3:1-Er- folg (25:22, 15:25, 25:23, 25:20) gegen einen mit versierten Kräften bestückten Gegner.

Nach ihren vergeblichen Bemühungen stiegen Erik Wichert und seine Nebenleute auf die Tribüne und bedankten sich bei ihren mitgereisten Fans. Die Zuschauer aus Leipzig hatten die Volleyballer ihrer Stadt davor lautstark unterstützt, vermehrt im zweiten und zunächst auch noch im dritten Satz. Doch sie wurden zusehends leiser, um schließlich mit ungetrübtem Gespür für das Geschehen am Netz ganz zu verstummen. Die Fellbacher gaben mittlerweile den Ton an. Nach einem 13:16-Rückstand hatten sie sich im dritten Durchgang heran- und zur Wende gekämpft. „Mit Marvin Klass ist es ihnen gelungen, sich wieder zu stabilisieren“, sagte der Leipziger Trainer Thomas Bauch. Der SVF-Kapitän, der auch lange hatte pausieren müssen in dieser Zweitliga-Runde und noch immer nicht schmerzfrei trainieren und spielen kann, hat nach seiner Einwechslung auf der Außenposition vor allem der Ballannahme des SVF mehr Halt gegeben, die im zweiten Abschnitt nicht viel anzufangen wusste mit den Aufschlägen des Gegners. Halt fand das gesamte Team aber auch im Zusammenhalt. „Was da wieder wächst, sieht man daran, wie die Jungs sich gegenseitig unterstützen“, sagte Markus Weiß. Nach dem Monsterblock des ebenfalls eingewechselten Rekonvaleszenten Patrick Köder gegen den später zu Recht frustrierten Erik Wichert zum 25:23 im dritten Satz war der vitalisierte Verbund nicht mehr aufzuhalten auf dem Weg zum dritten Erfolg nacheinander.

 

Auch dank Matthias Welsch, der aufgrund der Personalprobleme von der zweiten in die erste Mannschaft aufgestiegen ist und seither so auftritt, als sei er schon seit ungefähr 20 Jahren Zuspieler in der zweiten Bundesliga. „Er macht das sehr, sehr abgezockt und trifft fast immer die richtigen Entscheidungen“, sagte Marvin Klass. Matthias Welsch verteilte die Bälle gerade im vierten Abschnitt so geschickt an seine Passadressaten Philipp Arne Bergmann, Marvin Klass, Yannick Harms, Valentino Nadale und den entfesselten Jonas Hanenberg, dass den Gästen keine Chance mehr blieb auf eine einträgliche Abendgestaltung in Fellbach. Die Reisegruppe aus dem Osten der Republik muss in dieser Saison allerdings ebenfalls ausdauernd improvisieren und kann das schon auch nicht immer verbergen. 

Mit dem siebten Saisonsieg ist der SVF auf den siebten Tabellenplatz vorgerückt und wieder ein Stück besser aufgestellt im Abstiegskampf, in den mehr als die halbe Liga verwickelt ist. „Wir gehen Schritt für Schritt“, sagte Marvin Klass, der die Lage jetzt ungeachtet jedweder Personalmisere betrachtet: „Wenn man am Ende auf einem Abstiegsplatz steht, ist es nicht unverdient.“ Eben das zu verhindern, ist nun der verbliebene Masterplan des Champions: „Wir haben diese Aufgabe angenommen.“

 

Und wenn noch ein paar wilde Tänzchen mehr folgen mit dem federnden Trainer mittendrin, dann werden die Volleyballer des SV Fellbach auch von September an in der zweiten Bundesliga schmettern.SV Fellbach: Hanenberg, Klass, Harms, Bergmann, Welsch, Nadale, Leipert, Koch, Lagzdins, Köder, Mättig, Jalowietzki.

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung


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