Auf einem guten Weg

Die Zweitliga-Mannschaft des SV Fellbach will am Samstagabend ihren Aufwärtstrend fortsetzen und trifft nach zuletzt drei Siegen auf die Gäste aus Grafing, die ihrem Vereinsslogan wieder alle Ehre machen wollen: „Fighting bayrisch“.


21.10.2016

Foto: Patricia Sigerist

Der Gegner muss jetzt ohne seinen Besten auskommen. Konstantin Schmid wird der zweiten Bundesliga fehlen, weil er gern direkt zur Sache kommt. Auf dem Spielfeld und verbal. Ein Auszug aus seiner bemerkenswerten Abschiedsrede im April: „Ich habe alles über Menschen gelernt, was ich jetzt für meinen Beruf brauche. Ich bin bestens gewappnet. Ich kann nur allen Kids sagen: Geht zum Mannschaftssport, wurscht, ob´s Volleyball ist oder sonst was. Reift´s in einer Mannschaft und weg vom Computer, weg vom Fernseher. Hier ist das Leben.“ Konstantin Schmid war schon richtig. Der TSV Grafing, so heißt der Gegner des SV Fellbach, kommt generell gern direkt zur Sache. Ganz nach dem Vereinsslogan: „Fighting bayrisch.“ Markus Weiß rechnet auch ohne das Zutun ihres vormals Besten mit äußerst hartnäckigen Gästen. „Das wird sehr schwer für uns“, sagt der Fellbacher Trainer vor dem zweiten Heimspiel der Saison am Samstag (20 Uhr, Gäuäckerhalle I).

Die Zweitliga-Mannschaft des SVF kann mit Gegenwehr ganz gut – ja, meist in unnachgiebiger Weise – umgehen: In der vergangenen Runde hat sie ihren Titel verteidigt und dabei ungeachtet verbreiteter Gegenwehr überhaupt nur gegen zwei Konkurrenten, jeweils zweimal, verloren: gegen die TGM Gonsenheim und die Volleys Eltmann. Die Verabredungen mit dem TSV Grafing erforderten einige Beharrlichkeit. Das Treffen in Bayern schloss der SV Fellbach mit einem 3:2-Erfolg. In der Rückserie im Januar folgte ein 3:1-Sieg. Jetzt wirbelt der Gegner zwar ohne Konstantin Schmid, der SVF bis dahin und bis auf Weiteres allerdings ohne seinen Kapitän Marvin Klass, der sich nach einer Leistenoperation nach Lage der Dinge noch bis in den November hinein schonen muss.

Gut ist es für den Trainer Markus Weiß, dass andere dabei sind, die dem TSV Grafing zuletzt den Wohlfühlmodus nicht durchgehend durchgehen ließen. Jonas Hanenberg etwa langte Anfang des Jahres mehr und mehr dazwischen, gerade, als die Gäste nach ihrer Satzführung einem Stimmungshoch entgegenstrebten. Der mächtige Blocker hatte auch mit seinen schnippischen Aufschlägen großen Anteil am Umschwung. Wie sein Teamgefährte Yannick Harms. Der Beach-Profi trug entscheidend dazu bei, die Gegenwehr der Widerstandskämpfer aus Bayern zu brechen. Und eben der 22-Jährige mit Erstliga-Vergangenheit (VfB Friedrichshafen, CV Mitteldeutschland) ist es auch, der sein gegenwärtiges Hallenteam in dieser Saison vorangebracht hat, nachdem es zuerst, an der Startlinie, nicht vom Fleck gekommen war. Die Fellbacher Volleyballer überließen Mitte September ohne Yannick Harms und Marvin Klass dem vielleicht ersten Abstiegskandidaten – TSV G. A. Stuttgart den Auftaktsieg. Seit Anfang Oktober verstärkt zumindest Yannick Harms wieder den Meister. Seither hat der Zweitliga-Verbund des SV Fellbach dreimal gewonnen, und der Außenangreifer mit der spielerischen Vielfalt hat dreimal die Auszeichnung erhalten, die dem wertvollsten Akteur zusteht.

Dabei kann Yannick Harms aufgrund seiner Verpflichtungen als Sandwühler mit Ziel Olympia 2020 in Tokio nur selten mit Schuhen an den Füßen trainieren. Die Feinabstimmung ist meist erst kurzfristig möglich – zuweilen sehr kurzfristig: auf dem Spielfeld. Auch den Tatendrang einiger seiner Mitspieler schränken aderweitige Anforderungen – in Beruf oder Studium – ein. „Die Jungs können momentan teilweise nur zwei- oder dreimal pro Woche trainieren, nur wenige kommen wirklich auf vier Balleinheiten “, sagt Markus Weiß.

„Doch wir sind auf einem guten Weg“, fügt der Fellbacher Trainer hinzu und nennt dafür beispielhaft den Jüngsten: Tin Tomic, 19. „Er macht eine sehr gute Entwicklung.“ Ihn wie Jan Jalowietzki, 20, soll Yannick Harms auf der Außenposition im Oktober mit zu zwei weiteren Erfolgen lenken: gegen den TSV Grafing und eine Woche später beim GSVE Delitzsch. Danach, am 5. November, kommen die Volleys Eltmann zum Spitzenspiel der designierten Titelanwärter nach Fellbach. „Bis dahin werden wir wissen, ob wir unter den top drei bleiben können“, sagt Markus Weiß. Doch schon die erste der beiden im Oktober noch ausstehenden Aufgaben hat es wohl in sich. Auch wenn sich Konstantin Schmid, der bis April noch Beste der Bayern, mittlerweile auf den Arztberuf konzentriert.

 

Info Die zweite Vertretung des SV Fellbach hat am Samstagnachmittag (16.30 Uhr, Gäuäckerhalle I) ihr drittes Saisonspiel vor sich und ihr drittes Heimspiel. Das Team um den Trainer Philipp Arne Bergmann trifft auf den USC Konstanz und hofft auf den ersten Sieg in dieser Regionalliga-Saison.

 

Thomas Rennet   Fellbacher Zeitung

 


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