Neuer Cheftrainer mit jetzt deutlich mehr Zeit

Der ehemalige Frauen-Erstligatrainer Jan Lindenmair übernimmt die Drittliga-Männer des SVF.


26.06.2019

Bei einer Mannschaftssitzung hat die Abteilungsleiterin Alexandra Berger am Montagabend das Geheimnis gelüftet und den Drittliga-Volleyballern des SV Fellbach verraten, wer sie künftig als Trainer anleiten wird. Für diejenigen, die im Vorfeld noch nicht eingeweiht waren, dürfte der Name des Nachfolgers von Thiago Welter durchaus überraschend gewesen sein – auch wenn er in den Gäuäckern alles andere als ein Unbekannter ist. Der künftige Chef ist nämlich der bisherige Assistent des ausgeschiedenen Deutsch-Brasilianers, der sich zurückgezogen hat, um sich mehr seiner beruflichen Karriere zu widmen. Sein Name: Jan Lindenmair.

Der gebürtige Heidenheimer hatte zunächst die Frauen von Allianz MTV Stuttgart (2009 bis 2013) zu deutschen Vizemeistertiteln und zum Gewinn des nationalen Pokals geführt und war im Anschluss als Übungsleiter für das Juniorinnen-Nationalteam und für den Schweizer Europapokalteilnehmer Volero Zürich als Trainer verantwortlich. Dass die Fellbacher schon vor zwei Jahren – damals noch als ambitionierter Zweitligist – einen A-Lizenz-Inhaber mit so viel sportlichem Renommee als Berater und als Assistent des Trainer-Frischlings Welter verpflichten konnten, war in Fachkreisen bereits als kleine Sensation beurteilt worden. Die Überraschung, dass der studierte Sportwissenschaftler von der Ostalb nun beim vor wenigen Wochen in die Drittklassigkeit abgestiegenen „Roten Rudel“ die Chefrolle übernimmt, rührt allerdings weniger aus seiner hochklassigen sportlichen Vergangenheit, als vielmehr von der Frage, woher er überhaupt die Zeit nimmt, um sich in vollem Umfang und mit deutlich größerem zeitlichem Aufwand den SVF-Schmetterkünstlern widmen zu können. „Jan hatte Lust, wieder etwas mehr im Volleyball zu machen und hat sich dafür die Freiräume geschaffen“, sagt Alexandra Berger über den neuen Chefcoach. Der leitet hauptberuflich nicht nur eine Beratungs- und Marketingagentur im Sportbereich in Stuttgart-Vaihingen, sondern agiert vom 1. Juli an auch noch als Geschäftsführer beim Fußball-Regionalligisten TSG Balingen. Für diesen war er bisher schon in beratender Funktion tätig (wir haben berichtet).

Sollte der 40-Jährige aus zeitlichen Gründen doch einmal nicht abkömmlich sein, dann steht ihm Alexandra Berger, die kürzlich den A-Trainerschein gemacht hat, künftig nicht nur als Abteilungschefin zur Seite. Sie übernimmt auch die Rolle der Co-Trainerin und eventuell auch die eine oder andere Übungseinheit. So wie das eben auch schon in der Rückrunde der vergangenen Saison mit Thiago Welter gut geklappt hat. Die Saisonvorbereitung beginnt wahrscheinlich schon in der nächsten Woche, spätestens aber sechs Wochen vor dem ersten Punktspiel Ende September gegen den Aufsteiger MTV Ludwigsburg. „Unser Ziel als Absteiger muss es sein, im oberen Drittel der dritten Liga mitzumischen“, sagt Alexandra Berger.

Für diese Vorgabe – der direkte Wiederaufstieg wird nicht mit Macht angepeilt – basteln die Verantwortlichen am Kader. Und da gibt es bereits erste Erfolge zu vermelden, denn der Großteil des Aufgebots steht bereits: Felix Klaue, Ivaylo Spasov, Valentino Nadale, Sebastian Mättig, Max von Berg und Moritz Hirning bleiben auch nach dem Abstieg an Bord. Von der bisherigen zweiten Mannschaft (Zwangsabsteiger in der dritten Liga) rücken Tim von Struensee, Patrick Köder und Timo Koch in die Erste auf, wobei letztere ja schon viele Jahre Leistungsträger im Zweitligateam waren. „Alles weitere ist noch offen, wir führen sowohl interne als auch externe Gespräche“, sagt Alexandra Berger. Auf der Suche ist der SVF noch nach einem Mittelblocker und einem Außenangreifer.

Harald Landwehr   Fellbacher Zeitung


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